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Zeitschrift-Artikel: . . . und ihr werdet meine Zeugen sein (Apg. 1.8) 4. Teil

Zeitschrift: 37 (zur Zeitschrift)
Titel: . . . und ihr werdet meine Zeugen sein (Apg. 1.8) 4. Teil
Typ: Artikel
Autor: Martin Heide
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 61

Titel

. . . und ihr werdet meine Zeugen sein (Apg. 1.8) 4. Teil

Vortext

Text

Im folgenden sollen noch einige typische Mei­nungen dargestellt werden, die meist auf Unkennt­nis und Vorurteilen beruhen, aber vielen Menschen den Glauben erschweren.

I. Für unsere Zeit typische Meinung
Sie wird deutlich bei folgender Feststellung: „Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben."
Als Antwort darauf ist „in": Es gibt auch noch
andere Wege zu Gott!"

Derjenige, der diese Meinung vertritt, möchte offen und tolerant sein. Er unterstellt Gott, daß Er willkürlich ist, wenn Er darauf besteht, daß es nur einen Weg zu Ihm gibt, und daß man mit diesem „Weg, Wahrheit, Leben" dogmatisch und engstirnig in seinem Glauben ist. Dahinter steckt folgende Einstellung aus dem modernen Denken:

1.                    Unsicherheit und ständiges Suchen unter der Voraussetzung, daß sich nichts End­gültiges finden läßt, sind mehr gefragt als Überzeugung und Hingabe.

2.                    Angst vor Intoleranz und ihren Folgen.

Es ist eine Haltung des Alles—gewähren—lassens, wo es keine absoluten Maßstäbe mehr gibt, wo man jede Konsequenz, die die Wahrheit fordert, scheut und umgeht. Um persönlichen Vorteils willen — Wohlstand und Frieden — ist man bereit, Weltanschauungen, Moral und Logik preiszugeben. Diese Menschen besitzen daher eine scheinbar großzügige Toleranz gegenüber vielen Anders­denkenden. Man mag denken, sie seien offen für das Evangelium, in Wirklichkeit stehen sie geistigen bzw. geistlichen Anforderungen weitgehend passiv gegenüber. Sie werden daher einen Christen selten verurteilen oder zurückweisen, und ebenso selten voll akzeptieren.

Beispiel eines Gesprächs:

Christ: „Gott liebt dich und will, daß du ewiges Leben bekommst!"

Nichtchrist: „Ja, Gott ist wirklich Liebe. Wenn ich Liebe übe, kann ich ein sinnvolles

Leben führen!"

C.: „Gott ist eine Person. Es ist möglich, eine Beziehung, wie zu einem Vater zu ihm zu be­kommen."

N.: „Ich glaube, daß Gott existiert, aber ich kann ihn mir nicht als Person vorstellen."

C.: „Das kommt daher, weil deine Sünden dich von Gott trennen. Sie sind wie eine Mauer zwischen Gott und dir. — Du kannst nichts von ihm wahrnehmen." (Auf die Frage: „Was sind Sünden?" zitiert er Röm. 1,29-32)

N.: „Diese Sünden können mich wohl meinen Freunden entfremden, aber nicht von Gott. Ich muß mich bemühen, meinen Nächsten zu lieben, dann ist auch Gott mit mir zu­frieden. Außerdem kann ich nichts dafür, wenn Gott die Sünde in mir zuläßt."

C.: „Gott hat die Sünde als Vergehen gegen ihn so sehr gehaßt, daß er seinen eigenen Sohn sandte, damit dieser die Strafe der Sünde trug. Und er hat die Menschen so sehr geliebt, daß er seinen Sohn für sie opferte."

N.: „Ja, Jesus Christus war ein guter Mensch, deshalb haben ihn die Menschen wie einen Gott angebetet. Es gibt aber auch viele andere Religionsstifter, die auf Gott hingewiesen haben . . . "

Das Gespräch könnte noch endlos weitergehen. Jeder Versuch, ein Faktum aufzustellen, wird durch „Toleranz" des Herrn N. vereitelt. Auf jede Überzeugung des Herrn C. antwortet Herr N. so, daß er die Überzeugung verwässert. Herr N. wäre nicht bereit, eine wirkliche Entscheidung mit allen Konsequenzen zu treffen.

II. Wir müssen eine Basis aufgrund von historischen Fakten finden
Früher oder später taucht in einem Gespräch das Thema „Bibel" auf, denn aus ihr sind alle Überzeugungen des Christen entnommen. Sie ist und soll Fundament jedes evangelistischen Gespräches sein. Man muß sich auf die Bibel berufen und sie als Autorität und Maßstab akzep­tieren. Tut man das, so wird der Herr N. antwor­ten: „Die Bibel ist auch nur von Menschen ge­schrieben worden. Sie ist ein Schriftstück wie jedes andere auch."

 

Deshalb sollte man einiges über die externen und internen Beweise wissen, die die Wahrheit des Wortes Gottes bestätigen. Ist die Bibel als solche in ihrer Glaubwürdigkeit akzeptiert, dann ist es umso leichter, ihre Aussagen zu vermitteln.
Das moderne säkulare Denken hat die Glaub­würdigkeit des Neuen Testamentes so sehr in Frage gestellt, daß viele Leute ganz automatisch annehmen, daß das NT voller. Widersprüche, unwissenschaftlich und das Produkt von Hel­denverehrung sei. Leute, die diesen Standpunkt vertreten, müssen auf Fakten hingewiesen werden, denn die Aussagen Jesu werden nur deshalb ver­worfen, weil man nicht möchte, daß sie stimmen.

Bestätigung der Glaubwürdigkeit des Neuen Test­amentes

a) extern

1.Manuskripte: Das Leben Jesu Christi wird durch Manuskripte 300 mal besser belegt, als der „Gallische Krieg" von Julius Cäsar. Es gibt etwa 4500 Abschriften und Fragmente vom NT, die bis zum Jahr 120 zurückdatieren. Es gibt jedoch nur 10 Überlieferungen des „Gallischen Krieges", davon die erste aus dem achten Jahr­hundert.

2.Andere Geschichtsschreiber: Josephus, der selbst kein Christ war, bestätigt, daß Christus als Mensch vor 2000 Jahren in Israel gelebt hat. Er schrieb im Jahre 90.
Auch Einzelheiten der
Ereignisse z. Zt. des Lebens Jesu sind von Ge­schichtsschreibern festgehalten worden. So er­wähnt z.B. der Schreiber Thallus in Rom (im Jahr 52; er selbst war auch kein Christ) die Dun­kelheit, die sich während der Kreuzigung über das ganze Land ausbreitete.

3.          Archäologie

„Sir William ist durch seine Forschungen über die Antike berühmt geworden. Er war davon überzeugt, daß die Bibel — vor allem die Apo­stelgeschichte des Lukas — unglaubwürdig ist. Als junger Professor machte er eine Studienreise nach Palästina und erwartete, viele Widersprüche zwischen biblischem Bericht und archäologischen Funden aufspüren zu können. Seine Funde, die er in mehreren Jahren des Forschens machte, bestätigten jedoch immer wieder die biblischen Berichte. Dadurch gewann er den festen Glau­ben, daß die Bibel wirklich Gottes Wort ist. Er sagte: „Ich bin überzeugt, daß der geschicht­liche Bericht des Lukas in seiner Vertrauens­würdigkeit unübertroffen ist. Man könnte die Worte des Lukas genauer überprüfen als die eines jeden anderen Historikers, und doch würden sie genauester Untersuchung standhalten."

(Dale Rhoton, „Logik des Glaubens")

Beispiel:

Lukas erwähnt in der Apostelgeschichte insgesamt 15 verschiedene Titel der römischen Verwaltungs­beamten, die in seinen Schriften korrekt wieder­gegeben sind, ohne zumindest ihr Zeitgenosse gewesen zu sein. Diese Namen wurden alle von der modernen Archäologie bestätigt.

b) intern

1.   Das Zeugnis der Bibel selbst

(2. Petr; 1, 2 + 21)

2.   Sorgfältige Berichterstattung. Die Schreiber des NT haben das, was sie niederschrieben, sorg­fältig überprüft.

2.1. Johannes und Petrus stellen sich als Augenzeugen für das Leben und Wirken Jesu dar. (1. Joh. 1,1-3)

2.2. Lukas hat sich ausführlich informiert. (Luk. 1,1-3)

2.3. Paulus nennt Augenzeugen für die Auf­erstehung, so daß andere seinen Bericht über­prüfen konnten. (1. Kor. 15,4-7)

III. Weitere Vorurteile — Was sagt die Bibel dazu? Und was „gesunder Menschenverstand"?

1. Im Gesprächsbeispiel wurde das Argument „Ich glaube, daß Gott existiert, aber ich kann ihn mir nicht als Person vorstellen" herangezogen.

Was sagt nun die Bibel dazu?
Hundertfach findet man in der Bibel Aus­sagen wie „Gott sprach; Gott sah; Gott will; Gott hörte; Gott wußte; Gott schuf usw.".

Und was „gesunder Menschenverstand"?
Nur eine Person kann für diese „Tätigkeiten" in Frage kommen. Nur für eine Person treffen Umschreibungen wie „Vater", „Herr", „Vermitt­ler", „Freund" usw. zu. Nur eine Person kann gnädig und barmherzig sein, kann vergeben, zornig sein und lieben.
Da der Mensch eine Person ist und von Gott geschaffen wurde, folgt zwangsweise, daß Gott auch eine Person ist — nur eine Persönlichkeit kann wiederum Persönlichkeiten schaffen.
Die Bibel bestätigt von der ersten bis zur letzen Seite, daß Gott eine Person ist. Christlicher Glaube ohne Gott als Person ist undenkbar.

(Vorsicht mit Bemerkungen wie „Ich habe Gott als Persönlichkeit erfahren" oder ähnliches. Durch zunehmenden Einfluß der östlichen Religionen (Buddhismus, Hinduismus, TM) sprechen viele von einer „transzendenten Erfahrung mit Gott". Aber niemand weiß sie einzuordnen, da man diese „transzendenten Erfahrungen" nicht nach­prüfen kann; sie haben kein Fundament, es liegen ihnen keine Fakten — wie die Berichte der Bibel über das Leben Jesu — zugrunde.

2. Ein weiteres Argument: „Ich muß mich be­mühen, meinen Nächsten zu lieben, dann ist auch Gott mit mir zufrieden."
Große Bewegungen, die entstehen, um ein Paradies auf Erden zu schaffen, scheitern immer wieder am Menschen selbst. Genauso bin ich mir selbst im Wege, meinen Nächsten wirklich zu lieben, d.h. nicht nur den sympatischen, freund­lichen, mir wohlgesonnenen Menschen, sondern auch den hilfesuchenden, enttäuschten, mir viel­leicht höchst unsympatischen Menschen. Große gesellschaftliche Anstrengungen sind genauso zum Scheitern verurteilt wie Versuche, in der eigenen Familie und Umgebung Frieden zu bewahren.
Der Wille, global Frieden zu schaffen, schei­tert am Menschen. Der Wille, Gleichberechtigung aller Rassen zu verwirklichen, scheitert am Men­schen. Der Wille, Hungersnöte zu bekämpfen, wird durch den Menschen selbst behindert.

Alle diese zum Wohle der Menschheit ge­dachten Anstrengungen scheitern am Haß, Egois­mus, Stolz, der Geldliebe und Streitsucht des Menschen selbst. Auch die Liebe zu meinem Nächsten wird von diesen Eigenschaften mehr oder weniger eingeschränkt. Wirkliche uneigen­nützige Liebe ist sehr selten. (Röm. 7,18+19)
Gott weiß das, und möchte deshalb folgender­maßen mit den Menschen vorgehen: Er verän­dert erst mich, damit ich dann anderen Menschen helfen kann. Er fordert mich auf, meine Sünden —Haß, Egoismus, Stolz, Selbstsucht usw. — Ihm zu bekennen und bietet mir seine Vergebung an. Dann erst will Er mich anhand seines Maßstabes, nämlich des Lebens Jesu Christi, verändern, damit ich später auch wieder anderen helfen kann.

3. „Außerdem kann ich nichts dafür, wenn Gott die Sünde in mir zuläßt." (Oft im Zusammenhang mit: „Wozu das Leid auf dieser Welt?")

a) Gott hat in den ersten Menschen und in dir eine Person geschaffen, mit welcher Er in ein Verhältnis der Liebe treten wollte. Ohne Ent­scheidungsfreiheit kann es jedoch keine Liebe geben. Liebe kann nur zwischen zwei Personen mit freiem Willen herrschen, nicht aber zwischen einer Person und einem Roboter, der nur Befehlen gehorcht.
Beispiel: Möchtest du mit einer aufziehbaren Puppe verheiratet sein? Jeden Morgen und jeden Abend würdest du sie aufziehen und du könntest die wunderbaren Worte hören: „Ich liebe dich." Es würden niemals Streitigkeiten, Konflikte und böse Worte geben. Aber wer würde sich das wün­schen?
Als ursprüngliches Gegenüber zu Gott, hatte der Mensch eine Möglichkeit, sich zu entscheiden. Diese Freiheit ließ ihm die Wahl, sich von Gott abzuwenden und sich damit der Herrschaft des Bösen, Destruktiven auszuliefern. Genau das tat der Mensch. Da er als Geschöpf mit freiem Willen geschaffen wurde, trägt er also auch die volle Verantwortung für sein Tun (die Sünde). Er muß sich vor Gott verantworten: Entweder behält er die Sünde und bleibt von Gott getrennt und damit ewig verloren, oder er empfängt Ver­gebung und damit ewiges Leben.

b) Hängt Leiden mit sündigen zusammen?
Leiden ist nicht notwendigerweise die Folge der Sünde eines einzelnen sondern vielmehr die Folge der allgemeinen Auflehnung der Menschen gegen Gott. Die Sünde eines Menschen kann verursachen, daß andere unschuldig leiden müssen (Röm. 5,12). Das wird deutlich an den 500.000 Toten in Ost—Pakistan während der Sturmflut 1970 —die Folge menschlichen Versagens.
Die Metrologen hatten die pakistanische Regierung 3 Tage vorher gewarnt, doch wurde die Meldung nicht bis in das gefährdete Gebiet weitergeleitet.

c)Wenn Gott Liebe ist, warum tut er dann nichts gegen das Böse in der Welt?
Wir dürfen bei dieser Frage nicht übersehen, daß jeder von uns unter dem Zwang des Bösen steht. Keiner von uns würde überleben, wenn Gott mit dem Bösen in der Welt abrechnen würde. Angenommen, Gott würde erlassen: Heute um Mitternacht wird alles Böse aus der Welt geschafft, wer von uns würde um ein Uhr früh noch hier sein?

d) Kümmert sich Gott überhaupt um das Leid der Welt?
Gott hat das Größte und Wirksamste getan, um seine Liebe zum Ausdruck zu bringen und die Macht des Bösen zu brechen: Er gab Seinen ei­genen Sohn, damit Er für uns sterben sollte.
Jemand sagte einmal: „Um glauben zu können, daß Gott Liebe ist, muß er mir das erst beweisen,
indem Er sich mit menschlichem Leid identifi­ziert. Aber Er schwebt da oben in Seiner heilen Welt und überläßt uns hier auf der Erde unserem Jammer. Um zu beweisen, daß Er sich um uns kümmert, müßte Er so leben wie wir, alles men­schliche Elend am eigenen Leibe verspüren. Er müßte ein „illegales Kind" sein, ein Flüchtling, ohne Dach über dem Kopf, in großer Armut leben, in Angst in Verfolgung, verachtet und gehaßt, sogar von seinen eigenen Leuten, in Gefangenschaft sein und schließlich wie ein Verbrecher sterben."

Genau das hat Gott in Jesus getan. Er hat sich vollkommen mit uns identifiziert. Er erlebte die ganze Tiefe menschlichen Leids. Jesus starb am Kreuz und ist von den Toten auferstanden, um dadurch die Ursache aller Leiden, die Sünde, den Tod zu überwinden (Röm. 8,31-39).

 

(Schluß folgt)

Nachtext

Quellenangaben