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Zeitschrift-Artikel: Philippus das Vorbild eines Predigers - Schluß

Zeitschrift: 42 (zur Zeitschrift)
Titel: Philippus das Vorbild eines Predigers - Schluß
Typ: Artikel
Autor: J-Ph. Fijnvandraat
Autor (Anmerkung): Übersetzt aus "Bode van het heil in Christus" von A. Peratoner

online gelesen: 54

Titel

Philippus das Vorbild eines Predigers - Schluß

Vortext

Text

XII. Philippus konnte „zurücktreten".

Die Versuchung wird groß gewesen sein, nach der Bekeh­rung des Äthiopiers in ein neues und noch viel größeres Arbeitsfeld mit offenen Türen und fürstlichem Schutz mitzureisen. Aber Philippus unterwarf sich der Leitung des Heiligen Geistes, der ihn von der Seite dieses Man­nes wegnahm. Er machte keinen Versuch, zu dem Äthio­pier zurückzukehren. Er wußte vom Zurücktreten, vom Loslassen, vom Übergeben.

Wie oft bestand Mißgunst unter den Dienern des Herrn, weil sie das alleinige Recht auf eine bestimmte Arbeit oder auf ein bestimmtes Arbeitsfeld zu haben glaubten! Welch ein Ärger entstand, weil etliche sich selbst über­schätzt haben und meinten, alles selbst tun zu müssen.

Philippus verstand es, die Sorge um das weitere Ergehen im Leben des Äthiopiers dem Herrn zu überlassen.

XIII. Er kannte kein Nachlassen.

In der Arbeit im Reiche Gottes gibt es sicher ein Zur-Ruhe-setzen und einen Ruhestand, aber dies alles beginnt nicht eher als mit dem Entschlafen oder mit der Wiederkunft Christi! Wenn man aufgrund seines Al­ters, seiner Krankheit oder Schwäche nicht mehr reisen oder draußen beschäftigt sein kann, kann man immer noch - mit der Kenntnis, die man auf dem Arbeitsfeld erlangt hat - zum Herrn der Ernte beten!

Philippus kannte kein Nachlassen. Kaum war er in As­dod, als er begriff, daß das bedeutete, nun dort das Evangelium zu verkündigen. Dies tat er, indem er hin­durchzog, bis er nach Cäsarea kam.

Vier Dinge werden über seine Predigt gesagt:

1.Er gehörte zu denen, die "d a s Wort" predigten (8,4).

2.Er predigte Christus den Samaritern (8,5).

3.Er predigte Jesus dem Äthiopier (8,35).

4.Er predigte das Evangelium in allen Städten zwischen Asdod und Cäsarea (8,40).

XIV. Die Familie des Philippus.

1. Der Wohnsitz Cäsarea.

Aus Apg. 21,8 u. 10 geht hervor, daß Philippus sich in Cäsarea niedergelassen hat, nachdem er zuerst als um­herreisender Prediger von Stadt zu Stadt gezogen war. Cäsarea war eine Art Hafen- und Garnisonstadt der rö­mischen Besatzungsmacht in Palästina. Er traf dort die Gemeinde der Christen, die mit Cornelius, dem Hauptmann der Hundertschaft, durch den Dienst des Apostel Petrus zum Glauben an den Herrn Jesus gekom­men war.

Hier, wo sich regelmäßig viele Ausländer auf der Durch­reise befanden (unter anderem viel Militär, aber auch viele Seeleute), war eine gute Gelegenheit, auch ohne von Stadt zu Stadt zu reisen, das Evangelium zu verbrei­ten - womit nicht gesagt ist, daß Philippus ausschließ­lich in Cäsarea gearbeitet haben soll!
Diese Veränderung machte ein Familienleben möglich,
und es scheint, daß Philippus, wenn er noch nicht verhei­ratet war (was für einen ehemaligen Diakon sehr gut möglich war), hier geheiratet hat.

 

Das Zeugnis über die Familie.

a.   Eine gastfreie Familie

Die ganze Reisegesellschaft des Paulus fand eine gast­freundliche Aufnahme in der Wohnung des Philippus. Dieses gastfreie Haus war bekannt als das Haus des Evangelisten Philippus. Es ist eine Sache, sich selbst "Evangelist" zu nennen, eine andere ist, ob Menschen uns als solchen kennen oder wiedererkennen. Letzteres war bei Philippus der Fall.

Bemerkenswert ist, daß er als einziger in der Schrift "Evangelist" genannt wird. Es mag wohl bedeuten, daß die Arbeit eines Evangelisten nicht innerhalb, sondern außerhalb der Gemeinde besteht. Eine Zusammenkunft der Gemeinde dient auch nicht in erster Linie dazu, das Evangelium zur Bekehrung und zum Glauben an den Herrn Jesus zu verkündigen, sondern, soweit es die Pre­digt betrifft, um die Gläubigen auf zuerbauen im aller­heiligsten Glauben, also in der Glaubenslehre, dem In­halt des Heils, das wir besitzen dürfen.

b.   Gläubige Töchter.

Es ist für einen Evangelisten eine schwierige Sache, an­deren das Evangelium zu bringen, während seine eigenen Kinder es zurückweisen! So war es bei Philippus nicht. Seine Töchter waren nicht nur bekehrt und zum Glauben gekommen, sondern der Enthusiasmus und der Eifer ih­res Vaters hatte auch sie angesteckt! Sie "weissagten" (Apg. 21,9).

Diese Mitteilung wird oft mißbraucht, um nicht-schrift-gemäße Praktiken zu beschönigen. Die Schrift erkennt Männern und Frauen ganz bestimmte Eigenverantwort­lichkeiten zu. Den Männern wird in erster Linie das öf­fentliche Auftreten übertragen, während den Frauen die sehr verantwortliche innerlich formende Arbeit anver­traut wird. Wir können das in diesem Artikel nicht nä­her ausarbeiten. Aber wohl weise ich darauf hin, daß die Töchter des Philippus nicht vor dem oder über den Apostel Paulus geweissagt haben. Das ließ Gott den Pro­pheten Agabus tun, der aus Judäa kam. Unzweifelhaft haben diese Töchter dort geweissagt, wo es einer Frau geziemte zu weissagen.

Aber die Hauptsache ist, zu sehen, daß das Vorbild des Philippus Wurzeln geschlagen hatte in seiner Familie.

 

Gott möge uns solche Prediger und solche Familien ge­ben!

Nachtext

Quellenangaben