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Zeitschrift-Artikel: Mehr Evangelium in unserer Umgebung – Evangelisation in Europas größtem Jugendgefängnis

Zeitschrift: 42 (zur Zeitschrift)
Titel: Mehr Evangelium in unserer Umgebung – Evangelisation in Europas größtem Jugendgefängnis
Typ: Artikel
Autor: Hans Eichbladt
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 54

Titel

Mehr Evangelium in unserer Umgebung – Evangelisation in Europas größtem Jugendgefängnis

Vortext

Text

Sechs Tage Abendveranstaltungen und Seel­sorge unter verlorenen Menschen in der JVA Siegburg!
In dieser Anstalt "sitzen" junge Männer, die weder Liebe von Menschen, noch die Liebe Gottes kennen, dafür aber umso besser wissen, wie man hasst, lügt, stiehlt, mordet und Verbrechen jeder Art begeht. 

Trotzdem haben auch dort viele eine Sehn­sucht nach Geborgenheit und Liebe, die sie aber mit Worten nicht ausdrücken, weil ih­nen die Hoffnung auf ein Leben mit solchen Werten verlorengegangen ist.

Da sitzen nun in dieser Anstalt ca. 1000 jun­ge Männer mit einer zerstörten Vergangen­heit, einer trostlosen Gegenwart und einer absolut tödlichen Zukunft. Man muß sich einmal klarmachen, wie das Leben vieler dieser Menschen aussieht: in eine zerstörte Familie hineingeboren, in Kinder- und Erzie­hungsheimen aufgewachsen, dann, fast zwangsläufig, im Gefängnis und am Ende ewige Verdammnis!

Wir - das heißt die Mitarbeiter der "Gefähr­detenhilfe", Brüder vom "Aktionskreis Jun­ger Christen" und einige "Gideons" - fühlten uns herausgefordert und beauftragt, das Evangelium, die frohe Botschaft der Erlö­sung durch unseren Herrn Jesus Christus, in diesem Gefängnis zu bezeugen.

Nachdem wir wochenlang für diese Aktion gebetet hatten, zogen wir im Vertrauen auf den Herrn in den Kampf. Im Gefängnis selbst arbeiteten wir mit dem Anstaltsseel­sorger zusammen, der als "Gastgeber" uner­müdlich tätig war, um für einen möglichst reibungs- und störungsfreien Ablauf zu sor­gen. Immerhin waren abendlich etwa 180-­250 Gefangene ohne Aufsichtspersonal unter Kontrolle zu halten!

Für den Dienst der Verkündigung hatten sich zwei Brüder zur Verfügung gestellt und für den musikalischen Rahmen sorgten eini­ge Chöre und Solisten. Unter viel Gebet schenkte der Herr die richtige Sprache und Form in Verkündigung und Seelsorge und wir wurden Zeugen, wie der Geist Gottes viele Jungen zur Sündenerkenntnis, Buße und Erlö­sung durch das Blut Jesu führen konnte.

Nach jeder Veranstaltung meldeten sich zwi­schen 30 und 60 junge Männer zur seelsor­gerlichen Aussprache, so daß wir 233 Seel­sorgegespräche hatten. Für jede Ausspra­che stand ein Mitarbeiter zur Verfügung, der etwa 1 Stunde Zeit für dieses persön­liche Gespräch hatte.

Ein Beispiel für viele war Karl-Heinz. Am Donnerstagabend sagte er mir:

"Am Sonntag kam ich aus Langeweile, am Montag um euch zu ärgern, am Dienstag wurde mir klar: ihr habt recht! am Mittwoch mußte ich mein Leben Jesus übergeben, heute bin ich Christ und habe eine Freude, die ich bisher nie kannte".

Darauf konnte ich nur noch sagen: "Preis den Herrn!"

Diejenigen, die bisher Zerstörte und Zerstö­rer waren, sind plötzlich unsere Brüder ge­worden!

Nun möchte ich an die Geschichte vom "Verlorenen Sohn" erinnern. Der war auch "kaputt" und bei den Schweinen gelandet; aber der Tag kam, an dem er sich aufmach­te, um zu seinem himmlischen und irdischen Vater umzukehren. Die "Knastbrüder" haben jetzt einen himmlischen Vater, - wer aber wird ihr irdischer Vater?

Nun, glücklicherweise hat der himmlische Vater unter seinen "irdischen" Kindern viele Väter und Mütter und wir beten, daß Er vie­le beruft und bereit macht, ihr Leben mit diesen Jungen zu teilen, sie nach der Entlas­sung aufzunehmen und ihnen eine geistliche und menschliche Heimat zu bieten.

 

 

Nachtext

Quellenangaben