Kris: "Weil ich leben will"
Text
Ein vom Inhalt und Stil her außergewöhnliches Buch. Eine junge Alkoholikerin schildert sehr eindrücklich ihre Lebensgeschichte.
Man wird beim Lesen gepackt von der Ehrlichkeit ihrer Schilderung, bekommt einen Eindruck von der Einsamkeit, Verzweiflung und von den Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen eines Alkoholikers und freut sich mit, als Kris während einer Therapie in einem von Christen geleiteten Kurhaus völlig verändert wird und Sinn und Ziel ihres Lebens erkennt.
Und doch bleibt manches rätselhaft und verschleiert. Was war die "Explosion der Liebe", die "Explosion der Gen Rosso in mir" nach dem Besuch eines Konzertes dieser Gruppe?
Da ist die Rede von "Liebe", "Frieden", einem "Gottesverhältnis", einem "Weg, 'auf dem zu gehen mir wirklich Spaß macht" (S. 130).
Auch wenn ich die Bekehrung der Autorin nicht anzweifeln möchte, so frage ich mich, warum man nicht wenigstens am Ende des Buches eindeutig von der Vergebung der Sünden durch den Glauben an den gekreuzigten Herrn Jesus Christus schreibt. Wenn das Buch eine klare Wegweisung zum Kreuz enthalten würde, könnte es eine ausgezeichnete Hilfe für Alkoholiker, Süchtige usw. sein, die sich in dieser Lebensgeschichte sicherlich wiederfinden können. Aber so bleibt alles etwas nebelhaft und auch die Gedichte von U. Schaffer und J. Hansen bringen wenig Klarheit hinein. Schade!
Quellenangaben
Brockhaus Verl., 135 S., DM 15.80