Heinrich Kemner: »Da kann ich nur staunen«
Text
Viele, die in ihrem Leben Pastor Kemner begegnet sind oder das Geistl. Rüstzentrum Krelingen kennengelernt haben, werden auf diese Autobiographie gespannt sein.
Der Leser wird nicht enttäuscht: humorvoll und lebendig erzählt der Autor von den wunderbaren Führungen Gottes in seinem Leben. Man begegnet in dieser Lebensgeschichte vielen bekannten Personen und kann sich nur von Herzen freuen über das, was der Herr durch diesen Mann wirken konnte.
Gleichzeitig lernt man eine Menge aus den reichen seelsorgerlichen Erfahrungen Kemners, die teilweise für unsere heutige Situation sehr aktuell und hilfreich sind.
Diese Lebensgeschichte beantwortet aber nicht nur Fragen, sie wirft auch einige auf. Kemner bekennt sich deutlich zu zwei Männern, die seine Theologie wesentlich geprägt haben: S. Kierkegaard und H. Bezzel. Beide werden oft zitiert, die Tagebucheintragung Kierkegaards nach seiner Bekehrung wird sogar zweimal wiedergegeben (S. 58 + 230). Deshalb kann ich da auch nur staunen, wie Pastor Kemner sich noch als "Lutheraner" bezeichnen und mit einer solchen Achtung von der Landeskirche sprechen kann, nachdem er Kierkegaard gelesen hat.
(Kierkegaard selbst hätte wahrscheinlich nach der Lektüre dieses Buches, spätestens bei dem Bild von der Überbringung des Bundesverdienstkreuzes 1. KI. durch Ministerpräsident Albrecht, willkommenen Stoff für eine neue Nummer seines Kirchenkampfblattes "Der Augenblick" bekommen.)
Aber davon abgesehen: eine hochinteressante, lesenswerte Lebensgeschichte!
Quellenangaben
Brockhaus, 286 Paperb., DM 19.80