Beharrlichkeit
Text
Ich grüble hier
und schau verloren in das Tal
bin kalt und frier
erstorbne Bäume stehen kahl
Nun setzt es ein
vereinzelt rieselt weiches Eis
noch ist's kein Schnein
und nasse Erde wird nicht weiß
Es hilft doch nicht
es schneit auf unbereite Flur
mit Schnee vermischt
scheint trister sie und grauer nur
und tausendfach
läßt Korn um Korn sich leise falln
es schwillt der Bach
von weggewischten Schneekristalln
Ich fühl mich klamm
senk meinen Blick und sehe jetzt
ein bleicher Rahm
hat schon das alte Grau besetzt
Beharrlichkeit
obsiegt - dämpft faulen Herbstgeruch
das Winterkleid
hüllt alles ein in weißem Tuch
Mir scheint auch ich
bin diesem Boden eng verwandt
ich sträube mich
setz mich zur Wehr wie jenes Land
Soviel von dem
was deine Liebe investiert
wird von dem Lehm
dem Sumpf der Ichsucht ausradiert
Doch bitte ich
streu weiter Deine Mühe aus
denn hoffentlich
wird bald ein neues Kleid daraus
Ich ahne jetzt
Du machst in harter Wartezeit
zu guter Letzt
nur meinen Herzensgrund bereit