Zeitschrift-Artikel: Die Hoheit Gottes in der Mission

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Titel: Die Hoheit Gottes in der Mission
Typ: Artikel
Autor: John Piper
Autor (Anmerkung):

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Titel

Die Hoheit Gottes in der Mission

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Text

Das oberste Ziel der Gemeinde ist nicht die Mission, sondern die Anbetung. Die Mission gibt es nur, weil es nicht überall Anbetung gibt. An oberster Stelle steht nicht die Mission, sondern die Anbetung – denn an oberster Stelle steht nicht der Mensch, sondern Gott. Wenn dieses Zeitalter vorüber ist und die unzähligen Millionen erlöster Menschen vor dem Thron Gottes auf ihr Angesicht fallen, dann wird es keine Mission mehr geben. Diese ist nur eine vorübergehende Notwendigkeit.

Doch Anbetung wird es in alle Ewigkeit geben. Die Anbetung ist das Ziel der Mission, weil wir in der Mission auf nichts anderes hinarbeiten als darauf, dass die Völker die glühende Freude an der Herrlichkeit Gottes erleben können. Das Ziel der Mission ist die Freude der Völker an der Größe Gottes. „Der HERR regiert als König; es frohlocke die Erde, die vielen Länder sollen sich freuen!“ (Ps 97,1). „Es sollen dir danken die Völker, o Gott, alle Völker sollen dir danken! Die Nationen sollen sich freuen und jauchzen“ (Ps 67,4-5).

Doch die Anbetung ist auch die Triebfeder der Mission. Die Leidenschaft für Gott in der Anbetung geht der Werbung für Gott in der Predigt voraus. Was man selbst nicht wertschätzt, kann man auch nicht weiterempfehlen. Ein Missionar wird nie ausrufen: „Die Nationen sollen sich freuen!“, wenn er nicht auch von Herzen sagen kann: „Ich freue mich an dem HERRN … Ich will mich freuen und frohlocken in dir, ich will deinem Namen lobsingen, du Höchster!“ (Ps 104,34; 9,3). Die Mission beginnt und endet mit Anbetung. Wenn in den Regungen des Herzens und den Prioritäten der Gemeinde das Streben nach Gottes Ehre nicht dem Streben nach dem menschlichen Wohl übergeordnet ist, dann tut man damit weder dem Menschen einen Gefallen, noch gibt man Gott in rechter Weise die Ehre. Ich plädiere nicht für eine Abwertung der Mission, sondern für eine Erhöhung Gottes. Wenn die Flamme der Anbetung mit der Glut der wahren Würde Gottes brennt, dann wird das Licht der Mission bis zu den finstersten Völkern der Erde erstrahlen. Und nach diesem Tag sehne ich mich!

Wo die Leidenschaft für Gott nur schwach ist, ist auch der Missionseifer schwach. Gemeinden, die sich nicht auf die Erhöhung der Herrlichkeit und Schönheit Gottes konzentrieren, werden kaum je den brennenden Wunsch hervorbringen können, unter den Heiden von Gottes Herrlichkeit zu erzählen (s. Ps 96,3). Selbst Außenstehende können die Diskrepanz zwischen der Kühnheit unseres Anspruchs, den wir bezüglich aller Völker haben, und der Fadheit unserer Gottesbeziehung spüren.

Nachtext


Quellenangaben

(Mit freundlicher Genehmigung aus: John Piper „Weltbewegend – Die Freude an Gott kennt keine Grenzen“, 3L-Verlag)