Zeitschrift-Artikel: Wenn B

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Titel: Wenn B
Typ: Artikel
Autor: Wolfgang B
Autor (Anmerkung):

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Titel

Wenn B

Vortext

Text

Was Tiere mitzuteilen hätten, wenn sie reden könnten, das kann man in einem evangelikalen Bestseller nachlesen.
Welche bewegenden Geschichten allerdings Bücher zu erzählen hätten, wenn das möglich wäre, können wir nur ahnen.
Ich möchte etwas berichten von einem Buch, daß seit 27 Jahren im deutschsprachigen Raum alle Rekorde bricht und inzwischen auch in viele andere Sprachen übersetzt worden ist. Ein Buch, das ich in der staatlichen Bibliothek eines kleinen sibirischen Dorfes am Ende der Welt angetroffen habe, welches man in den Kriegsgebieten Bosniens wiederfindet und das auch in Südafrika und Australien seine Runde macht: "Jesus unser Schicksal."
In Deutschland ist dieses Buch bereits in der 34. Auflage erschienen und weit über 1,5 Millionen Exemplare sind davon in deutscher Sprache verbreitet worden.
Vor drei Jahren ist es in die russische Sprache übersetzt worden. Etwa 700.000 Ex. wurden in dieser kurzen Zeit in den GUS-Staaten unters Volk gebracht.

Wie ist das möglich?

Pastor Wilhelm Busch hat dieses Buch zu Lebzeiten nie in Händen gehabt, es ist erst ein Jahr nach seinem Heimgang veröffentlicht worden. Möglicherweise hat er selbst nie etwas davon geahnt, daß dieses Buch einmal erscheinen würde und Jahrzehnte nach seinem Tod auf allen evangelistischen Büchertischen in unserem Land anzutreffen ist.
Eigenartigerweise wird es auch von denen eifrig gelesen und verteilt, gegen die er Zeit seines Lebens immer wieder kritische Artikel in seiner Zeitschrift "Licht und Leben" geschrieben hat: von Katholiken und Charismatikern.
Selbst von den "Brüdern", die ja nicht als besonders pastorenfreundlich bekannt sind, wird dieses Buch gerne und fleißig eingesetzt.
Intellektuelle, Geschäftsleute, Studenten sind durch dieses Buch ebenso zum Glauben an Jesus Christus gekommen, wie Häftlinge, Drogensüchtige und am Rande der Gesellschaft Stehende.

Wie kommt es, daß Gott auf dieses Buch offensichtlich einen besonderen Segen gelegt hat?

"Denn die mich ehren, werde ich ehren!" 1. Sam. 2,30

Während heutzutage manch ein "frommer Chaot" schon in jungen Jahren seine Autobiographie veröffentlicht, hatte W. Busch ausdrücklich gewünscht, daß man über sein Leben keine Biographie schreiben soll. Das ist der Grund dafür, warum bis heute keine Lebensgeschichte über ihn existiert.

Er selbst schrieb die Biographie seines Vaters Wilhelm und seines Bruders Johannes und hat zeitlebens auf Männer Gottes aus der Kirchengeschichte hingewiesen. Wahrscheinlich lag es an der Tatsache, daß er keine besonders hohe Meinung von sich hatte, daß er keine Autobiographie veröffentlicht hat.

Sein Buch "Plaudereien in meinem Studierzimmer" - in welchem er über manche Begegnungen mit Männern und Büchern plaudert, die sein Leben irgendwie geprägt haben - leitete er mit folgendem Wort von Goethe ein:
"Seh ich die Werke der Meister an,
so seh ich, was sie getan;
Betracht ich meine Siebensachen,
Seh ich, was ich hätt' sollen machen."

Diese Haltung war ein Kennzeichen von Wilhelm Busch. Auch wenn er gerne und oft aus seinem Erleben erzählt hat, so ging es ihm auch dabei vor allem darum, daß Menschen nicht auf ihn, sondern auf seinen Herrn aufmerksam wurden.

Eine solche Herzenshaltung segnet Gott! Er hat dafür gesorgt, daß dieser Mann, der zeitlebens nicht für seine eigene Ehre besorgt war, nicht vergessen wird.
Natürlich war W. Busch auch ein begabter Schriftsteller. Aber sein bekanntestes Buch ist ausgerechnet das, was er selbst nicht geschrieben hat, sondern Aufzeichnungen seiner evangelistischen Vorträge enthält.

Als ich im Juni 1966 als junger Mann an der unvergeßlichen Beerdigung dieses Mannes teilnahm und bei dem Gedanken, was W. Busch mir persönlich gewesen ist, meine Tränen nicht zurückhalten konnte, ahnte ich nicht, daß wir 25 Jahre später als CLV-Verlag sein Vermächtnis "Jesus unser Schicksal" in den Sprachen russisch, rumänisch, bulgarisch, slowenisch, slowakisch und ungarisch herausgeben und an der Verbreitung dieses einmaligen Buches beteiligt sein würden.

Nachtext

Quellenangaben