Zeitschrift-Artikel: Die Sache mit dem Floß - Kinderevangelisation auf Campingplätzen

Zeitschrift: 101 (zur Zeitschrift)
Titel: Die Sache mit dem Floß - Kinderevangelisation auf Campingplätzen
Typ: Artikel
Autor: Michael Bremicker
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 268

Titel

Die Sache mit dem Floß - Kinderevangelisation auf Campingplätzen

Vortext

Text

Es begann vor etwa acht Jahren mit dem regel­mäßigen Gebetstreff von drei jungen Brüdern. Wir hatten den Wunsch, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen und fragten den Herrn Jesus im Gebet nach seiner Weisung, wo und wie wir es anfangen sollten. Durch verschiedene Anregungen und Kontakte wurden wir auf Cam­pingplätze hingewiesen und dort speziell auf Kinder. Ein Bruder, der Erfahrung in dieser Ar­beit hatte, sagte uns: „Über die Kinder erreicht ihr dann auch - sozusagen 'nebenbei' - die Eltern!" Ob das wirklich funktionieren würde?

Ein Jahr später standen ca. 10 junge Geschwister mit zitternden Knien vor ihrem ersten Einsatz auf einem nahen Campingplatz!
Das Erken­
nungszeichen der Gruppe wurde ein Holzfloß („Kinderfloß") mit lustig bemaltem Segel, das bei jedem Einsatz aufgebaut wird.

Im ersten Sommer hatten wir auf sechs Cam­pingplätzen die Genehmigung erhalten, sams­tags Nachmittags eine Kinderstunde halten zu dürfen. Mit selbstgebauten Kinderbänken, Key­board, Gitarre, Mikrofon und Verstärkeranlage, einem einfachen Gartenpavillon und unserem Holzfloß zogen wir los. Wir hielten die Stunden in der Nähe der Kinderspielplätze ab, da dies für die „Campingkinder" vertraute Orte sind. Über Aushänge und Handzettel kündigten wir die Stunden an - und zu unserer großen Freude kamen viele Kinder, in der Regel 50, 60, manch­mal bis zu 100, zusätzlich viele Eltern.

Das Programm bestand aus Liedern, Spielen, einer biblischen Geschichte, dem Lernen eines Bibelverses und einer Abschlussüberraschung. Jedes Kind bekam zu Beginn ein Namensschild, so dass wir alle persönlich ansprechen konnten. Gott hat uns viele wunderbare Gespräche und Gebete mit suchenden Menschen geschenkt, was uns immer eine große Ermunterung war! In den ersten Jahren hielten wir jeweils diese einzelnen Kinderstunden, wobei wir durch eine Rätselpostkarte über 500 Adressen von Kindern erhielten, die alle eine Bibel bekamen. Besonders interessierten Kindern bieten wir eine weitere Betreuung durch Bibelkurse an.

Diese Einzel-Einsätze führten zu einem wach­senden Vertrauen der Platzbesitzer zu uns, so dass wir bald Einladungen bekamen, doch ganze Kinderwochen zu halten. In diesen Wochen wohnen wir in Wohnwagen und Zelten auf den Campingplätzen, sind also mitten unter den Menschen und können schon allein durch unser „Leben" ein Zeugnis sein.
Die Menschen machen
dort ja Urlaub, sind entspannt und haben Zeit, sich mit tieferen Lebensfragen auseinander zu setzen. Wir leihen uns immer ein größeres Zelt, worin wir die Stunden auch bei kühlerem Wet­ter abhalten können. Über Punkte-Sammelkar­ten motivieren wir die Kinder zum Kommen, Mitmachen und Bibelverse Lernen.

Die Eltern schicken ihre Kinder gerne, da es ihnen ein wenig Entspannung verschafft. Zum Abschluss der Wochen gibt es ein kleines Ab­schlussfest mit Stockbrot und einem „Konzert", in dem die Kinder ihren Eltern die gelernten Lie­der mit Begeisterung vorsingen und die Sprüche aufsagen. Diese Stunde ist dann naturgemäß so gut besucht, dass wir kaum wissen, wie wir genügend Sitzplätze bereitstellen sollen. Eine weit offene Tür für das Evangelium!

Ich möchte euch wirklich Mut machen, doch einmal im Gebet zu erwägen, ob es nicht viel­leicht in dieser Richtung eine Aufgabe für euch gibt. Es gibt sicherlich wenige Orte in Deutsch­land, wo dies besser möglich ist als auf den vielen Campingplätzen. Wenn Familien dabei das wahre Leben in Jesus Christus finden, dann hat sich dieser Urlaub wirklich gelohnt!

Die Menschen machen Urlaub, sind entspannt und haben Zeit, sich mit tieferen Le­bensfragen auseinander­zusetzen.

Nachtext

Quellenangaben