Zeitschrift-Artikel: "Philister über Dir!" Programmierte Schäden einer jungen Generation

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Titel: "Philister über Dir!" Programmierte Schäden einer jungen Generation
Typ: Artikel
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

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Titel

"Philister über Dir!" Programmierte Schäden einer jungen Generation

Vortext

Text

„Wer überwindet, den werde ich zu einer Säule machen in dem Tempel meines Gottes. . ."

Offb. 3,12

Jeder Bibelleser weiß, daß Gott dem Überwinder in Offb. 2 und 3 sieben außergewöhnliche Verheißungen gegeben hat.

Was ist ein Überwinder?

Ein Überwinder wird daran erkannt, daß er

- gegen den Strom schwimmt und niemals irgendeine Meinung eines Kollektivs, sondern allein Gottes Wort zum Maßstab seines Denkens und Handelns macht,

daß er sich selbst überwunden hat, um unbeeinflußt von Lust und Laune Gott zu gehor­chen.

Im Sendschreiben an die Gemeinde in Pergamus (Offb. 2,12-14) wird ein solcher Überwinder be­schrieben. Er lebte da, „wo der Thron des Satans ist", d.h. wo keine andere Autorität als die des Fürsten dieser Welt anerkannt wurde. In dieser Umgebung, wo — wie die Historiker berich­ten — der Gott Äskulap, dessen Symbol die Schlange war, sein weltberühmtes Heiligtum hatte, dort hielt dieser „treue Zeuge fest an meinem Namen".

Mochten auch alle die Knie vor dem Thron Satans beugen und die Schlange anbeten, - dieser Mann bezeugte Jesus Christus als den HERRN in einer Deutlichkeit, die derart die Masse reizte, daß man ihn nicht mehr ertragen konnte und ermordete.

Dieser Überwinder, dem Gott in der Offenbarung ein Denkmal gesetzt hat, hatte einen wunder­vollen Namen, den die Welt eigentlich jedem Nachfolger Jesu geben müßte: Antipas = „gegen alles".

Der Name, der diesen Mann charakterisiert, sagt nicht nur, daß er „gegen alle" (Personen, Zu­stände usw.) sondern gegen „alles" war. Der größte Feind und Widerstand, der überwunden wer­den muß, steckt in uns selbst.

Die Welt und leider auch oft die christliche Umwelt kann einen solchen Überwinder schlecht ertragen. Sie wird versuchen, ihn mit in den Strom der Massen-Meinung zu zerren.

„Es ist heute üblich. . .", „wir sind so gewohnt", „man trägt (ißt, trinkt, fährt) heute, sind Redensarten, die dem Überwinder vorgehalten werden.

Deshalb ist es dringend nötig, das Gewissen des Einzelnen vor Gott zu betonen.

Wenn ich nun versuchen möchte, einige Umweltschäden aufzuzeigen und zu beleuchten, die den jungen Christen heute das Überwinden schwer machen, dann verarbeite ich nicht nur Beobach­tungen und Erfahrungen mit jungen Menschen, sondern vor allem Erfahrungen mit mir selbst, der ich auch in diesem Sinne „milieugeschädigt" bin.

Schaden Nr. 1: Abhängigkeit vom Lustprinzip

„Keine Lust!", „Keinen Nerv" usw. sind heute die fast üblichen Antworten, die man zu hören bekommt, wenn man konkret fragt oder auffordert.

Unser kleiner Johannes — zweieinhalb Jahre alt — kam letztens von einem Besuch bei Freunden zurück und hatte seinen Sprachschatz um einen verblüffenden Satz vermehrt, den er dann bei allen möglichen Gelegenheiten von sich gab: „Ich hab keine Lust mehr!"

Diese Lebenshaltung, die sich langsam aber stetig auch bei uns Christen durchgesetzt hat, hat zur Folge, daß man nicht mehr danach fragt, was richtig, bzw. was Gottes Wille ist, sondern wozu man Lust hat.
Die weitere Folge ist dann Verweichlichung, Kraftlosigkeit, Unmäßigkeit und 
Zuchtlosigkeit.

Die meisten Probleme junger Christen (Selbstbefriedigung, Alkohol- und Nikotingenuß usw.)sind meiner Überzeugung nach nur zu lösen, wenn man sich mit Gottes Hilfe vom Lustprinzip befreien laßt. 

Natürlich wird es ein schwerer und ständiger Kampf sein, in dieser Sache gegen den Strom zu schwimmen, denn nicht nur die Psychologen und ihre Hintermänner, sondern auch die In­dustriemanager versuchen, uns über die Genußsucht zu manipulieren.
Ein geistlicher Christ wird jedoch darauf achten, nicht dem Leib oder der Seele, sondern dem Geist alles andere unterzuordnen.

Unser Herr Jesus ist uns auch darin das einzigartige Vorbild. Seine Speise war es, den Willen Got­tes zu tun. Weder Hunger und Durst, noch Mangel an Schlaf konnten Ihn davon abhalten, gehor­sam zu sein und dem Geist zu folgen.

Darf ich dich an dieser Stelle einmal bitten, dich zu testen, wie du im Alltag auf die Ansprüche deines Körpers reagierst? Wenn du jedem Bedürfnis und Befehl deines Leibes gehorchst, dann wirst du unfähig zum Überwinden sein.

Selbstverständlich kommen jetzt die Gegenargumente. Auf zwei, die immer wieder angeführt wer­den, möchte ich kurz eingehen.

1.      „Was willst du eigentlich, in 1. Tim. 6,17 spricht doch Paulus, daß Gott alles reichlich dar­reicht zum Genuß!"

Nun, ich glaube, daß man hier die Betonung verschoben hat. Paulus läßt den Reichen gebieten, die Hoffnung nicht auf ihren Reichtum, sondern auf Gott zu setzen, der alles reichlich zum Ge­nuß darreicht. Die Betonung liegt also weder auf „Genuß" noch auf „alles" sondern auf „Gott". Mir scheint es sehr verdächtig, wenn man mit diesem einzigen Vers den Genuß der umstrittenen Rauschmittel rechtfertigen oder legalisieren möchte, um aus den Nachfolgern Genießer zu ma­chen.

Sämtliche Briefes des NT und vor allem das Leben unseres HErrn redet von Genügsamkeit und Einschränkung und zeigt eindeutig, daß es Ihm niemals um irdische Genüsse ging. Sein Leben auf dieser Erde war vom Verzicht gekennzeichnet und unser Leben sollte dieselben Merkmale tragen. Letzten Endes sind wir Christen doch die einzigen, die wirklich einen „Genuß ohne Reue" anzu­bieten haben, der uns veranlassen sollte, alles andere für „Schaden und Dreck" anzuselen.

2.      „Aber der Herr hat doch selbst gesagt, daß wir uns selbst lieben sollen."

Auch hier werden die Akzente verschoben. Der HErr hat gesagt, daß wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst.

Ich frage mich, was man damit meint, wenn heute viele Christen von Selbstannahme reden. Mög­licherweise hat auch das Buch von W. Trobisch: „Liebe dich selbst" zu manchen Mißverständnis­sen geführt.

Der Herr Jesus hat nicht den Begriff „Selbstannahme" geprägt, aber Er hat sehr oft von Selbstver­leugnung gesprochen. Von Depressionen und sonstigen seelischen Störungen wird man doch nicht befreit, wenn man wieder sich selbst in den Mittelpunkt rückt, sondern wenn man sich verleugnet und auf den HErrn sieht.

Bonhoeffer hat einmal sehr schön ausgedrückt, was Selbstverleugnung ist:

„Wie Petrus in der Verleugnung Christi sagte: Ich kenne diesen Menschen nicht, so soll der Nach­folgende zu sich sagen."

„Selbstverleugnung heißt: nur Christus kennen, nicht mehr sich selbst, nur noch auf Ihn sehen, der vorangeht und nicht mehr den Weg, der uns zu schwer ist." (D.Bonhoeffer: Nachfolge, S.30) Selbstverleugnung ist nicht das Gegenteil von Selbstannahme, sondern etwas völlig anderes: ein Nein-sagen zu sich selbst, indem man auf den HErrn sieht.

Welche Hilfen gibt es, von der Gebundenheit an sich selbst loszukommen um ein Überwinder zu sein?

1. Sieh auf den Herrn!
Untersuche die Evangelien, mit welchen Motiven der Herr gelebt hat. Du wirst dann einen Maß­stab für dein Leben haben und deine Liebe zu Ihm wird wachsen und dich motivieren, so zu le­ben wie ER.

2.Trainiere!
Sportler werden nicht von heute auf morgen Sieger. Sie werden lange Zeit trainieren und sich al­lem enthalten, was die Kraft und Konzentration schwächen könnte.
Fange mit kleinen Dingen an, dich täglich im Überwinden zu üben. (Auf Einzelheiten werden wir noch eingehen).

3.Übe dich darin, Prinzipien und nicht Impulsen oder Gefühlen zu folgen
Mache es dir unter Gebet zum Ziel, das tun zu lernen, was nötig und richtig ist, unabhängig da­von, ob du Lust dazu hast oder nicht. In Jim Elliots Tagebuch kann man folgende Eintragung lesen:
4.
Februar
„Schwierigkeit, aus dem Wort Gottes auch nur den kleinsten Zuspruch zu bekommen. Kein Ge­betseifer…
Wenn ich überhaupt etwas aus der Schrift gewinnen will, muß ich mich zum Bibelstudium mehr zwingen; die Lust fehlt manchmal völlig, um so mehr muß ich der inneren Stimme des Gewis­sens folgen, wenn sie sagt „du sollst". Es ist wichtig, daß ich diese Stimme achten und ihr gehor­chen lerne, sonst wird die Gottverbundenheit bei mir nicht zu einem Seelenzustand werden, son­dern etwas Momentanes bleiben.

Das Hintreten vor den Herrn darf ich nicht davon abhängig machen, daß ein freundlicher Impuls kommt und mich hinführt. Es ist besser, daß ich festen Prinzipien folge, solchen, von denen ich weiß, daß sie richtig sind, ob ich sie erfreulich finde oder nicht." (Elliot: Im Schatten des All­mächtigen, S. 59)

Ich hoffe und bete, daß dir diese kleinen Hilfen Mut machen, dich gegen die „Herrschaft der Philister" in deinem Leben aufzulehnen, (lies dir einmal die Geschichte Simsons unter diesem Gesichtspunkt durch!), um mit Gottes Hilfe ein Überwinder zu werden.

„Gott ruft nach einer Jugend
die nur nach einem fragt:

Was willst Du das ich tue??
und alles ist gesagt."                                                          (Fortsetzung folgt)

Nachtext

Quellenangaben