Zeitschrift-Artikel: Mitarbeit am Evangelium?

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Titel: Mitarbeit am Evangelium?
Typ: Artikel
Autor: Martin Heide
Autor (Anmerkung):

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Titel

Mitarbeit am Evangelium?

Vortext

Text

„. . .indem ich für euch alle das Gebet mit Freuden tue, wegen eurer Teilnahme am Evangelium vom ersten Tage an bis jetzt" (Phil. 1,3-5).

Die Philipper hatten von ihrer Errettung an, ein Interesse an dem Evangelium, an den Missions­reisen des Paulus, daran, daß Menschen das Evangelium der Gnade Gottes hören und errettet werden. Hand in Hand damit ging ein wachsendes Interesse an der Gemeinschaft mit dem Herrn und der Heiligung vor Ihm (Verse 9-12).

Wie sieht es da mit unserer Beteiligung am Evangelium aus? Oder interessiert es uns nicht, wenn unsere Brüder und Schwestern draußen auf den Missionsfeldern für die Errettung von Menschen­seelen kämpfen.

Neben unserer Zeugnistätigkeit zu Hause ist es unbedingt wichtig, daß wir uns für die Verbrei­tung des Evangeliums in der ganzen Welt einsetzen. Der Herr möchte, daß wir aus unserem be­grenzten Denken heraustreten und einen weiten Blick - nicht nur ein Herz für unseren Nach­barn und Arbeitskollegen - sondern für die ganze Welt bekommen. Er sandte Seine Jünger - die meisten von ihnen Handwerker, einfache Leute - von Jerusalem ausgehend bis an die Enden der Erde (Mt. 28,18ff). Er will als der Herrscher Seines Reiches, daß alle Seine Jünger daran mitwirken, daß das Reich Gottes und die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen, in aller Welt verkündigt werden.

Mitarbeit durch Gebet

Zuerst einmal möchte der Herr, daß wir durch das Gebet Mitarbeiter in Seinem Reiche werden. In der Apostelgeschichte wird uns dafür ein eindrucksvolles Beispiel gegeben:

„Als sie aber entlassen waren, kamen sie zu den Ihrigen und verkündigten alles, was die Hohen­priester und die Ältesten ihnen gesagt hatten. Sie aber, als sie es hörten, erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott. . ." (Apg. 4,23-31).

Gebet fängt damit an, daß Gebetsanliegen ausgetauscht werden — die Apostel berichteten den Ihrigen alles; was in ihrem Dienst vorgefallen war.

Inwieweit informieren wir uns über das, was im Reiche Gottes geschieht, erfahren wir etwas von der Herrlichkeit Seines Reiches?

Wenn wir über Ereignisse aus Evangeliumsverkündigungen und Missionen informiert werden, hat das aber nur Sinn, wenn sie uns zu einer Gebetslast werden. Die geistlichen Mächte der Finster­nis lassen sich nicht davon beeindrucken, wenn wir sentimentale Gefühle äußern, z.B. bei Diavorträgen aus der Missionsarbeit, und dann gerührt ein 5-DM-Stück spenden. Missionsnach­richten warten auf betende Hände. Nun, vielleicht entgegnen wir, wir kennen keinen Missionar, kaum einen Diener am Evangelium. Dann müssen wir ihn eben kennenlernen! Wer regelmäßig die „Mitteilungen aus dem Werk des Herrn" oder auch im Buch „Gebet für die Welt", im Missionsmagazin „LOOK" oder in anderen Missionsnachrichten liest und dann betet, wird erfahren, daß er die Missionare, auch wenn er sie bis dahin nicht kannte, kennt, als wüßte er schon immer um sie.

Dann ist er ein Mitarbeiter im Reiche Gottes, ein Beter vor Gott - solche werden dann auch so beten, als könnte der Herr z.B. ihr Gebet um mehr "Arbeiter in der Ernte" dahingehend erhören, daß sie selbst später im Werke des Herrn tätig werden, d.h. sie stehen mit ganzem Herzen hinter dem Gebet.

„. . . Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten dein Wort zu reden mit aller Freimütigkeit" (Apg. 4,29).

Im Gebet für die Verbreitung des Evangeliums ist man gewissermaßen gezwungen, sich nicht um sich selbst zu drehen — nur für seine eigenen Anliegen zu beten — sondern wir arbeiten mit da­ran, den Willen des HErrn zu erfüllen. Das äußert sich dann auch in unseren Gesprächsthemen, wenn wir als Christen Gemeinschaft miteinander haben. Dann wird nicht über unsere Wehweh­chen, Errungenschaften oder die neueste Mode gesprochen, sondern „sie werden sprechen von der Herrlichkeit deines Reiches und werden reden von deiner Macht, um den Menschenkindern kundzutun seine Machttaten und die prachtvolle Herrlichkeit seines Reiches" (Ps. 145,11.12).

Den Gläubigen in Apg. 4 ging es darum, daß fruchtbringender Same durch das Evangelium ausgestreut wurde, damit verlorene Sünder gerettet wurden, egal, ob nun Verfolgung oder Angst drohte. Sie wußten um die Macht ihres lebendigen Gottes und die Kraft Seines Wortes. Wenn wir dem Reich Gottes den allerersten Platz in unserem Leben einräumen, wird unser Gebet Frucht bringen und erhört werden, wir bewegen den unsichtbaren Arm Gottes, so daß er im für uns sichtbaren Bereich wirksam wird. Gebet hat außerdem eine Rückwirkung auf den Be­tenden: „Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit und dies al­les wird euch hinzugefügt werden" (Mt. 6,33)..

Wer dem Reiche Gottes „nachgeht", sich mit seinem ganzen Herzen nach ihm ausrichtet, wird selbst wieder anderwärts — natürlich in seinem persönlichen Glaubensleben — von dem HErrn gesegnet.

Mitarbeit durch finanzielle Hilfe

„. . . mit vielem Zureden uns um die Gnade und die Gemeinschaft des Dienstes für die Heiligen bittend" (2. Kor. 8,4; lies auch Phil. 4,10ff). Die Teilnahme am Evangelium beschränkt sich aber nicht nur auf das Gebet, auch die Unterstützung durch meine Gaben ist notwendig. Wer für das Werk des HErrn im Gebet eintritt, aber nicht bereit ist, es auch tatkräftig, finanziell usw. zu unterstützen, ist nur mit halbem Herzen dabei. Wer um die Not auf den Missionsfeldern, um die „Bedürfnisse der Heiligen" weiß und nichts dagegen tut, sollte sich ernstlich vor Gott prüfen, in­wieweit sein Gebet mit seiner Praxis übereinstimmt. ( „Wer weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde"; Jak. 4,17). Wem das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus ein Herzensan­liegen ist, wird gerne auf schöne Hobbies, Freizeitvergnügungen u.a. verzichten, denn er „weiß Gutes zu tun", und wird das Geld und die Zeit dem HErrn zur Verfügung stellen. Er wird dann auch erfahren, daß Geben seliger ist als Nehmen — durch das Geben werden wir tausendmal mehr gesegnet, als wenn wir unsere Besitztümer für uns behalten.

Den Philippern, die dies alles praktizierten, konnte Paulus dann weiteres aus seiner Verkündi­gungstätigkeit mitteilen (Phil. 1).

Sie zeigten auch, daß sie Paulus „im Herzen" hatten; auch wir sollten die Evangelisten und Mis­sionare, die wir unterstützen „im Herzen" haben — nicht nur durch Gefühle der Liebe, sondern durch Fürbitte und Opferbereitschaft.

Der Herr möchte, daß wir durch die Teilnahme am Evangelium mehr von der Herrlichkeit Seines Reiches erfahren, mehr davon, wie gewaltig, zeitlos und real es ist — mitten unter uns, un­sichtbar und doch wirksamer als die sichtbaren Reiche dieser Welt. Es ist etwas Wunderbares, zu erfahren, daß der Herr Jesus uns als schwache Menschen gebrauchen will, um Mitarbeiter in Seinem Reiche zu sein, eine Gnade, die weit über unser Vorstellungsvermögen hinausgeht: ein gottgeweihtes und erfülltes Leben!

Nachtext

Quellenangaben