Zeitschrift-Artikel: Ein Projekt Gottes an der Paderborner Universität/GH

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Titel: Ein Projekt Gottes an der Paderborner Universität/GH
Typ: Artikel
Autor: Waldemar Schwarzkopf
Autor (Anmerkung):

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Titel

Ein Projekt Gottes an der Paderborner Universität/GH

Vortext

Text

Als vor mehr als einem Jahr eines Tages Bernd und Alexander in meine Wohnung kamen, war ich angenehm überrascht. Die Beiden, wie auch ich, Studenten an der Paderborner Gesamthoch­schule (neuerdings Universität/GH), erzählten mir von ihrem Plan, einen Bibelkreis an der Uni zu gründen.

Ich wußte es schon immer, daß Gott für uns einen Dienst an der Uni hat, sonst hätte Er uns nicht dorthin gestellt, aber irgendwie habe ich immer wieder Ausreden gefunden (viel Arbeit in der Gemeinde, Familie etc.), dem Auftrag Gottes auszuweichen. Jetzt wußte ich aber, daß der Herr am wirken ist und ich folgen muß.

Wir verabredeten uns, jeden Tag einen Gebetstreff in der Bibliothek zu machen.

Es wurden einige Zettel verteilt, um andere auf diese Treffs aufmerksam zu machen. Als Absen­der stand auf den Zetteln: „Hochschulgebetsgruppe".

Wir waren eine Gruppe von drei Personen.
Aus dem Jeden-Tag-Treffen wurde später nur noch
ein Jede-Woche-Treffen. Hin und wieder stieß ein Student auf uns, aber keiner schloß sich der Gruppe an. Es verging ein Jahr. Inzwischen hatten wir einige Flugblätter verteilt, mit denen wir ebenfalls die Kommilitonen auf die Existenz der Gebetsgruppe aufmerksam machten. Es schien ohne Resonanz zu bleiben. Alexander hatte inzwischen die Abschlußarbeit geschrieben und war nicht mehr an der Uni.

Im Herbst 1979 bekamen wir einen Raum von der Hochschulverwaltung zugewiesen. In dieser Angelegenheit war uns ein gläubiger Professor, den wir inzwischen als entschiedenen Christen kennengelernt hatten, eine gute Hilfe. Er unterstützte unser Vorhaben sofort.

Vor Weihnachten wurden dann etwa 1000 Einladungszettel in der Studentenmensa und an an­deren Plätzen der Uni ausgelegt. Wir luden zum Bibelkreis der Studentenmission Paderborn ein. Als der Abend da war, kam ich mit einer Tasche Bibeln an, weil ich mehrere Gäste erwartete. Andere Brüder brachten auch einige Bibeln mit. Wir waren ein bißchen enttäuscht, als nur ein einziger Student auf unsere Einladung hin erschien. Ich mußte mit mir kämpfen: „Herr, ist alles umsonst gewesen?" Andererseits wußte ich, daß mein Vertrauen einfach zu klein war um Grös­seres zu bekommen.

Die Gespräche an diesem Abend verliefen aber trotz allem ausgesprochen gut. Wir lasen die Weihnachtsgeschichte und entdeckten wunderbare Segensquellen im Wort. Zum Schluß ver­abredeten wir uns, im neuen Jahr einen Büchertisch in der Mensa aufzustellen. Es war schon immer unser Wunsch und Gebetsanliegen gewesen, dieses zu verwirklichen. Nicht zuletzt wurden wir durch andere Gruppen an der Uni herausgefordert, entschiedener und aktiver zu werden.

Viele Gruppen (Schwulenbewegung, Kommunisten, „Grünen" usw.) starteten eine Aktion nach der anderen, und wir? Sind wir nicht Kinder Gottes? Haben wir nichts anzubieten? - Ich ver­sprach, Kontakt zu Wolfgang aufzunehmen und ihn nach Büchern zu fragen. Mit einer Gebets­gemeinschaft wurde der Abend abgeschlossen. Der einzige Gast unseres Abends (ein Katholik) betete auch: „Gott, ich danke Dir… und euch allen für diesen Abend. Amen."

Ich wußte, daß sich auch dieser Abend gelohnt hatte.

Anfang des WS 1979/80 kamen aber zwei Brüder, Peter und Jakob, der Gruppe hinzu. Wir setzten unsere wöchentlichen Gebetstreffs fort. Wir brauchten einen Raum, wo wir uns zu Bibel­stunden treffen könnten, wir wollten aktiver werden für den Herrn, aber manches schien uns dunkel und schwierig. Das waren unsere Hauptanliegen, die wir im Gebet vor den Herrn brach­ten. Ich muß jetzt zu meiner Schande bekennen, daß ich oft mutlos und lässig war, da immer noch nichts aus allem unseren Vorhaben wurde. Sehr bald allerdings wurde ich vom Herrn be­schämt - einiges geriet in Bewegung.

Einige Tage später nahm ich wegen des Büchertisches Kontakt zu Wolfgang auf.

- Spontane, po­sitive Reaktion, Zusage! Ich war riesig erfreut darüber, aber es schlichen sich auch Zweifel ein: und was geschieht, wenn die Bücher nicht gekauft werden? Ich seufzte zu Gott…

Alles lief glatt. Genehmigung für die Aufstellung des Tisches bekamen wir schnell und ohne Komplikationen. Die Bücher waren rechtzeitig da. Wir stellten mit Befriedigung fest, daß Wolf­gang eine gute Bücherauswahl für Studenten zusammengestellt hatte. Am 15. Januar stand der erste Büchertisch da. Als ich in die Mensa kam, hatte Peter schon alles fertig und lächelte mir hinter dem Tisch entgegen. Ich hatte es aber wieder mit fürchterlichen Zweifeln zu tun. Als ich aber die Studenten sah, die interessiert in den Büchern herumblätterten, bekam ich mehr Mut. Uns gegenüber hatten die „Schwulen" ihren Tisch aufgestellt. Unbekümmert warben diese Leute für ihre nächste Veranstaltung. Bei diesem Anblick bekam ich noch mehr Mut. Viele blieben an unserem Tisch stehen. Sie nahmen Traktate mit, stellten Fragen und zeigten sich interessiert. Ein Student nahm sogar ein Traktat „Was ist Sünde?" und legte es auf den Tisch der „Schwu­len". Diese wurden wütend.

Am ersten Abend nach dem Büchertisch-Aufbau kam ein neuer Student zu unserer Gruppe hinzu. Gerhard, so ist sein Name, dankte Gott, daß er uns gefunden hatte.

14 Bücher wurden am ersten Tag verkauft. Am 22.1.80, dem zweiten Büchertischtag, Bilanz: 19 verkaufte Bücher, abends kamen 3 Neulinge. Fast hüpfte ich vor Freude. Am 29.1., dritter Büchertischtag, Bilanz: 21 verkaufte Bücher. Die mitgenommenen Traktate wurden nicht ge­zählt. Am 5.2., vierter Büchertischtag, wurden 8 Bücher verkauft. Abends kamen drei Neulinge. Wir waren an diesem Abend nun schon eine Gruppe von elf Leuten.

Es steht fest, der Herr beginnt zu wirken, Er führt Sein Werk an der Paderborner Uni Schritt für Schritt weiter.

Unsere weiteren Gebetsanliegen:

a)  Stärkung des Bibelkreises

b)  Aufrechterhaltung des Büchertischangebotes

c)   Fürbitte für die Leute, die Bücher gekauft oder Traktate mitgenommen haben

d)  Durchführung von anderen Aktionen, wie Evangelisation, Flugblätterverteilung, Zeugnisse

etc.

Betet mit uns, der Herr hat bestimmt noch einiges dort vor. Betet, daß dem Herrn die Wege geebnet werden.

Nachtext

Quellenangaben