Zeitschrift-Artikel: Es fehlte nur der Strom

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Titel: Es fehlte nur der Strom
Typ: Artikel
Autor: Martin Reischl
Autor (Anmerkung):

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Titel

Es fehlte nur der Strom

Vortext

Text

Es war in den vergangenen Osterferien. Ich verbrachte sie mit einigen Klassenkameraden auf einer Alm im steirischen Ennstal. Sie war nur durch einen etwa einstündigen Fußmarsch zu erreichen. Wir waren daher sehr erstaunt, als im ganzen Haus ein elektrisches Stromnetz installiert war: Glühbirnen, Lei­tungen, Schalter, alles da.
Die große Enttäuschung kam aber, als es schließlich finster wurde und wir das Licht einschalten woll­ten - es blieb nämlich finster. Früher war das ganze Haus durch einen Gleichstromgenerator mit elek­trischer Energie versorgt worden. Da dieser aber gestohlen worden war, brauchten wir noch immer Petroleum- und Taschenlampen, um uns zurechtzufinden.

Nun gut, das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen. Doch der gestohlene Generator brachte mich doch sehr zum Nachdenken. Geht es mir nicht oft ähnlich wie dieser Glühlampe, die nur nutzlos herumhän­gen konnte? Was nützt das beste Stromnetz ohne Strom? Und was nützt der beste Christ ohne die dauernde Verbindung mit Christus im Gebet?
Vielleicht könntest gerade du für den Herrn Großes vollbringen. Vielleicht hast du die Fähigkeit zu predigen und dadurch andere neu zu erwecken. Vielleicht hast du die Gabe, Menschen zu trösten und zum Durchhalten zu ermuntern, hast viel Zeit, um andere durch Briefe zu ermutigen. Oder du bist ein begabter Bastler und Techniker. Gerade die kann der Herr gut gebrauchen. Oder hast du in der Schule oder am Arbeitsplatz eine einmalige Gelegenheit, den Herrn Jesus zu bezeugen? Vielleicht kannst du - und das ist wohl die seltenste Gabe - beim Gemeinderaum-Putzen helfen.

Ich weiß nicht, wie viel „Watt" du hast. Das ist ja auch völlig egal. Wenn du nicht ans Stromnetz Gottes angeschlossen bist, wirst Du nur nutzlos herumbaumeln. Wenn du aber angeschlossen bist, dann wirst du Licht verbreiten.

„Ihr seid das Licht der Welt", hat der Herr gesagt. Das heißt, daß wir anderen den Weg zu Gott zeigen sollen. Das ist aber nur dann möglich, wenn wir leitende Verbindung zur Quelle des Lichtes haben, sozusagen einen „heißen Draht" zum Herrn.
Müssen die Menschen in deiner Umgebung manchmal immer noch im Dunkeln tappen? Bei mir schon! Jedenfalls ist mir erst damals richtig aufgegangen, was es heißt, „ohne Unterlaß" zu beten, wie Paulus sagt (1;Thess.6,17). So wie die Glühlampe dauernd angeschlossen sein muß und in dem Augenblick erlischt, in dem der Kontakt abgebrochen wird, so müssen auch wir dauernd mit Gott in Verbindung stehen. Gott will, daß wir in einer richtigen Einstellung des Gebets leben, daß wir in jeder Situation, in der wir Hilfe brauchen oder gerade Grund zum Danken haben, die Bitte bzw. den Dank, sofort an Gott weiterleiten.

Es ist sehr empfehlenswert, festgesetzte Zeiten zu haben, zu denen man betet. Das soll aber nicht heißen, daß man nur dann beten darf. Gott schläft nicht. Er braucht sich keinen Wecker stellen, um dein Gebet anhören zu können. Er freut sich über jedes Gebet, egal wann du betest.

Ich habe erfahren, wie segensreich es sein kann, wenn man gerade dann betet, wenn einen der Zorn übermannt und man im Begriff ist, einen Streit zu beginnen. Man kann dann seinen Blick neu auf den Herrn ausrichten und verliert nicht die richtige Perspektive von den Dingen. Ich kann mir nicht vor­stellen, daß jemand in nutzloses Wortgezänk fällt, wenn er erst betet und sich vom Herrn auch in seine Schranken weisen läßt.

Nur so ist es möglich, den Anschluß nicht zu verlieren, keine tote Leitung zu haben. Nur so kann man seiner Umgebung ein echtes Licht sein. Vielleicht hast auch du dir schon manchmal gedacht, daß da ein „Wurm in der Leitung" sitzen muß, wenn du dir nach einer Streiterei wieder einmal beschämt ein­gestehen mußtest, daß in der Hitze des Gefechts die Sicherung durchgebrannt ist und die Leitung tot ist. Mir ist es jedenfalls schon oft so ergangen!

 

Deshalb mein Appell an Euch alle: Paßt auf, daß der Kontakt geschlossen bleibt und die Verbindung immer klappt.

Nachtext

Quellenangaben