Zeitschrift-Artikel: Wer entscheidet denn hier?

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Titel: Wer entscheidet denn hier?
Typ: Artikel
Autor: Lothar Freerksema
Autor (Anmerkung):

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Titel

Wer entscheidet denn hier?

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Text

Nun liegen die Wahlen hinter uns. Man konnte sich ent­scheiden. SPD, CDU oder FDP, rot, schwarz, grün, oder braun; man konnte wählen und die Parteien waren abhän­gig von den Stimmen ihrer Wähler. Aber Gott, ist auch Er wählbar?

Das Problem zwischen Gott und Menschen begann mit der Frage, die den ersten Menschen gestellt wurde:

„Sollte Gott gesagt haben?" Damit keimte der Zweifel im Herzen der Menschen auf. Zunächst zweifelten die Menschen nur an den Aussagen Gottes. Sie befürchteten, daß Gott es nicht gut mit ihnen meinte. Später zweifelte der Mensch, ob Gott überhaupt in diese Welt hinein reden könnte. Man erfand selbst Götter, die auch wieder abge­schafft werden konnten. Schließlich machte man Gott zum „höheren Wesen", zur „metaphysischen Instanz". Doch auch das reichte noch nicht. Der Tod Gottes wurde proklamiert, und immer mehr Menschen glauben heute an diese These der Atheisten.

Aber die Frage: „Sollte Gott gesagt haben" bohrt noch immer in uns. Wenn auch lautstark verkündet wird, daß wir eine Antwort haben, in unserem Innersten quält uns die Frage weiter, ob Gott redet oder lebt.

Ich bin sicher, daß niemand von sich aus mit dieser Frage endgültig fertig wird. Keiner findet eine Antwort, die ihn endgültig zufriedenstellt. Auch Nietzsche und Feuer­bach haben sie nicht gefunden. Aber Gott ist auch gar nicht davon abhängig, ob wir eine Antwort finden. Seine Souveranität ist nicht auf unsere Wahl angewiesen.
In Hiob 25 lesen wir:
„Herrschaft und Schrecken sind bei ihm; er schafft Frieden in seinen Höhen. Sind seine Scharen zu zählen? und über wem erhebt sich nicht sein Licht? Und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott, und wie könnte rein sein ein von einer Frau Geborener? Siehe, sogar der Mond scheint nicht hell, und die Sterne sind nicht rein in seinen Augen; wieviel weniger der Mensch, der Wurm,und das Menschenkind, die Made!"

In Kapitel 22,3 heißt es: „Liegt dem Allmächtigen daran, wenn du gerecht bist, oder ist es ihm ein Gewinn, wenn du deine Wege vollkommen machst?"

Das bedeutet doch, daß Gott unabhängig ist von unserem Verhalten. Seine Kraft und Allmacht wird überhaupt nicht davon berührt, wie wir leben; ob fromm oder schlecht, ob christlich oder sündig.

In Psalm 2, 1-4 lesen wir, wie Gott auf die Versuche des Menschen reagiert, ihn zu ignorieren oder abzuschaffen: „Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völ­kerschaften? Es treten auf die Könige der Erde, und die Fürsten ratschlagen miteinander wider Gott und wider seinen Gesalbten: „Lasset uns zerreißen ihre Bande und

von uns werfen ihre Seile!" Der im Himmel trohnt, lacht, der Herr spottet ihrer."

Stell dir vor, du wärest ein muskelbepackter Zwei-Zentner­Mann und ein schwächlicher kleiner Wicht würde dir drohen. Du hättest es nicht mal nötig zuzuschlagen. Du würdest darüber nur lachen. Und genauso spottet Gott über uns. Dabei sind wir meist schon bald nach unserem Tod vergessen.

Ob wir erfolgreich waren oder nicht, egal wie wir gelebt haben. Die Erde dreht sich weiter, die Dinge nehmen ihren Lauf, und es ist so, als wenn wir gar nicht gelebt hätten. Hat Gott nicht allen Grund über uns aufgeblasene Wichte zu lachen?

Doch es bleibt nicht beim Lachen Gottes. Er sieht, wie wir uns vergeblich bemühen, die Frage: „Sollte Gott ge­sagt haben?" zu beantworten, und Er gibt selbst die Ant­wort.

Gott wird Mensch und kommt in diese Welt urn dir und mir die Frage nach Seiner Existenz zu beantworten. Um mir zu zeigen, daß ich Ihm wichtig bin, macht Er keine halben Sachen. Er kommt selbst zu uns. Gott macht Ernst, blutigen Ernst. Da hängt der Sohn Gottes am Kreuz, leidend, blutend und von Gott verlassen; und Er sagt nicht: „Entscheide dich für mich", sondern dies ist Seine Botschaft: „Ich habe mich für dich entschieden!" Nun liegt es an dir, ja zu sagen zu der Entscheidung Gottes, oder dich weiter der Lächerlichkeit preis zu geben. Gottes Antwort ist eindeutig, und sie ist lauter Liebe. Sein Sohn, Jesus Christus, hat deutlich und endgültig geredet.

Lies einmal die Berichte der Evangelien über Sein Leben und Sterben. Immer wieder wenn ich lese, wie Er sich für mich entschieden hat, beeindruckt Er mich neu, und ich kann nur noch „Danke" sagen.

Oft denk' ich über Deine Größe nach,

wie herrlich bist Du, der im Himmel wohnt,

Herr, Du schufst die Nacht und den Tag die Sonne, Sterne und den Mond.

Wer außer Dir könnt' alles lenken so oft ich's sehe, muß ich denken:

Wer bin Herr, daß Du an mich gedacht, der alles so verkehrt gemacht.

Ich habe nie nach Dir gefragt, doch Deine Liebe hat gesagt: Komm zu mir mit deinen Sünden,

hier kannst du ew'ges Leben finden.

Nachtext

Quellenangaben