Zeitschrift-Artikel: Anatomie der Jüngerschaft

Zeitschrift: 36 (zur Zeitschrift)
Titel: Anatomie der Jüngerschaft
Typ: Artikel
Autor: Michael Herzog
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 332

Titel

Anatomie der Jüngerschaft

Vortext

Text

Einleitung

„Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut was irgend ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; aber ich habe euch Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe." 

Joh. 15,14-15

Das Thema „Jüngerschaft" - ein fast vergessener Bereich - aber einer, der uns wichtige und neue Impulse für unser geistliches Leben vermitteln kann.
Was hat es mit dem Auftrag aus Matth. 28,19 „Machet alle Nationen zu Jüngern!" auf sich? Der heutige Beitrag soll uns einen Einstieg in dieses Thema geben und gleichzeitig eine not­wendige Grundlage für jede Jüngerschaft aufzeigen.
Die Verse aus Joh. 15 erinnern uns daran, daß wir in einer frohmachenden Beziehung zu Jesus Christus stehen können -- als Freunde! Wie Freunden hat sich der Herr uns anvertraut. Er hat uns restlos alles weitergegeben, was Er von Seinem Vater im Himmel empfangen hat. Das Wort „Freund" klingt dabei gut in un­seren Ohren, aber unser Bleiben in Seiner Freund­schaft hängt ab von unserem Hören auf Sein Wort. Sie hängt ab von einem Hören, welches das gehorsame Tun einschließt.
So ist das rechte Hören auf Sein Wort Bedin­gung für unsere „Freundschaft" mit Ihm.

Wichtig wurde mir vor allem die Tatsache, daß uns Jesus Christus Gottes Wort - Sein Wort, anvertraut hat. Er hat dabei nichts verschwiegen, nichts etwa für einen auserwählten Rest zurück­behalten, sondern restlos „ausgepackt". Und alle diese Worte sind uns in der Heiligen Schrift über­liefert! Das läßt mich die Bibel mit neuen Augen ansehen: Hier habe ich also Gottes persönlichste Gedanken und Wege mit und für uns Menschen aufgezeichnet. Ein neues Interesse hat mich seit dieser Erkenntnis für dieses Buch erfaßt. Nun sehne ich mich ganz neu danach, möglichst oft und andauernd in Seinem Buch zu lesen. Wenn Jesus Christus, der Sohn Gottes, sich so offen mir anvertraut, dann kann auch ich mich Ihm öffnen und mich von Ihm beeinflussen lassen. Dann darf ich Großes erwarten, wenn ich die Bibel ganz hineinnehme in mein Leben.

Das Skelett eines Christen ist eigentlich nichts anderes als das Wort Gottes, das er in sich hat. Ist es gut und ausreichend entwickelt, kann ich an die Arbeit gehen. Aber ohne dieses tragende Gerüst kann unser geistliches Leben auf die Dauer nicht existieren, oder es ist in der Gefahr, die verschiedensten Irrwege einzuschlagen.
Unser Herr Jesus Christus hat Seine wesent­lichsten Verheißungen an das Hören und Tun Seines Wortes gebunden. So wird das intensive Forschen in der Schrift zum Ausgangspunkt und zur dauernden Quelle meines christlichen Lebens. Nur der, der „über Sein Wort sinnt Tag und Nacht", der Freude hat am Wort Gottes, ist „wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen"! (Ps. 1) Die Bibel zeigt uns ganz klar, wo wir das „le­bendige Wasser" suchen sollen. In der Heiligen Schrift selbst finden wir alles, was zu unserem ewigen Leben nötig ist: Jesus Christus, unseren Herrn. Das gilt besonders für mich als Mitarbeiter. Ich kann nur dann mit Autorität und Vollmacht von Ihm reden, wenn Er mit mir regelmäßig durch Sein Wort und dann auch im Gebet reden kann. Erst dann kann ich andere all das lehren, was Er uns geboten hat (Matth. 28,20).

Einige Fragen können dir vielleicht helfen, einen
neuen Zugang zur Heiligen Schrift zu bekommen:

1.   Welcher Vers ist der schönste für mich in diesem Abschnitt? Warum ist er mir wertvoll'

2.   Wofür kann ich danken? (Möglichkeiten des Gebetes)

3.   Was wird mir klar aus diesem Wort?

4.   Was muß ich in meinem Leben ändern, wenn ich dieses Wort ernst nehme?

5.   Will ich das? Hier muß ich mich entscheiden!

6.   Was lehrt mich dieser Text?

7.   Was treibt mich zur Buße, zur Korrektur?

8.   Was darf ich erbitten?

9.   Was beunruhigt mich an diesem Abschnitt? Warum?Was bezweifle ich? Warum?

10.              Was verstehe ich nicht?

11.              Wo könnte ich für meine Fragen Hilfe er­halten?

- Bei welchen Personen?

- Welche Literatur kann mir helfen? (Bibellexikon, Bibelatlas, Lebenshilfen usw.)

Ich wünsche dir Gottes reichen Segen für deine — ab heute? — tägliche Bibellese. Laß dich nicht von den ersten Schwierigkeiten abhalten! Lies dich ein und du wirst eine Dynamik in Seinem Wort feststellen, die dein Leben erfüllt und in Bewegung bringt.

 

Er hat alles, was wir brauchen!

Nachtext

Quellenangaben