Zeitschrift-Artikel: Rockmusik ???

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Titel: Rockmusik ???
Typ: Artikel
Autor: Martin Heide
Autor (Anmerkung):

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Titel

Rockmusik ???

Vortext

Text

Auf Grund der vielfachen Fragen und Verwirrungen zum Thema „Rockmusik" möchte ich hier zunächst ein Zeug­nis geben, wie der Herr mich Stück für Stück von den Bindungen an die Musik gelöst hat, und dann die so oft gestellte Frage „Ist Musik wertneutral?" - besonders im Hinblick auf die Rockmusik - etwas näher beleuchten.

Vor meiner Bekehrung habe ich oft und gerne Rock­musik gehört. Zum Repertoire gehörten Gruppen wie Led Zeppelin, Bleck Sabbath, Uriah Heep, The Beatles, Rolling Stones, Emerson, Lake & Palmer, Titanic, Super­tramp usw.

Eine fette Stereoanlage pumpte täglich nach Bedarf 2 bis 3 Stunden diese Musik in meine Ohren, wobei es nie unter einer gewissen Lautstärke abging, (Möglichst so laut, daß einen keiner mehr verstand.) Fast jedes Wo­chenende lockte die Disco, oder eine Fete im Freundes­kreis, wo ich Rockmusik unter Alkoholeinfluß hörte und danach tanzte. Ein dicker Kopf und Enttäuschung am nächsten Morgen waren meist die Folgen.

Nachdem ich Jesus Christus in mein Leben aufge­nommen hatte, änderte sich zunächst gar nichts, obwohl die Freude an diesen Dingen mehr und mehr schwand. Mit zunehmendem Glaubenswachstum kam zusätzlich ein gewisses Unwohlsein beim Hören dieser Musik auf; waren doch der Zwang zur Überlautstärke, die sexuelle Stimulierung, Nervosität und gefühlsbetonte Erlebnisse nicht mit dem vereinbar, was mir die Gemeinschaft mit dem Herrn bot und was ein Christenleben kennzeichnen sollte: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit.
(Gal.
5,22; vgl. Gal. 5,19-21) 

Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, beim Hören dieser Musik in der Bibel zu lesen oder zu beten. Mehr und mehr spürte ich, daß sie ein Hindernis in meinem Glaubensleben darstellte. Ausschweifende Gedanken, „Fressen und Saufen", Egozentrik, Gewissensverdrängung, Ungehorsam gegenüber den Eltern usw. gingen Hand in Hand mit der ständigen Berieselung.

Schließlich wurde mir klar (ohne daß es mir jemand sagte), daß ich zwischen Rockmusik und geistlichem Wachstum zu entscheiden hätte - auf der einen Seite zog die Liebe zur Musik, auf der anderen der Wunsch, dem Herrn mehr zu gefallen. Zögernd entschloß ich mich eines Tages, sämtliche Platten getrost der Müllabfuhr anzuvertrauen. Obwohl es zunächst weh tat, war es mir, als fiele mir ein Stein vom Herzen; die Gemeinschaft mit Christen, das Interesse an stiller Zeit, Zeugnis geben usw. nahm zu.

Allerdings nahmen jetzt Bach und Mozart die Stelle der Rockstars ein. Klassische Musik verursachte bei mir nie in dem Maße Unruhe oder sexuelle Reize wie die Rockmusik; auch Gefühlsduselei usw. hielten sich in Grenzen. Aber die Klassische Musik stahl mir viel Zeit, um Stille vor dem Herrn zu haben und Ihm zu dienen. Klassik war wie eine Blume, die zwischen mir und dem Herrn stand — zwar schön anzusehen, aber sie verdeckte den Blick. Wollte ich dem Herrn weiter nachfolgen, mußte ich auch der Klassischen Musik eine Absage erteilen.

Schließlich verkaufte ich meine wertvolle Stereoan­lage, und seitdem bin ich frei von Bindungen an die Musik, weil der Herr mich enger an sich band. Gott wird uns oft vor solche Entscheidungen stellen, nicht nur bei der Musik; immer dann, wenn es darum geht, loszulassen, um mehr —nämlich IHN — zu gewinnen.

Heute kann ich dankbar ein klassisches Konzert hören, wenn ich dazu komme; Rockmusik jeglicher Art aber muß ich meiden - ein paar Klänge und alle alten Erinne­rungen und Gefühle sind wieder da, egal, ob sie „weltlich" oder im „frommen Stil" erklingt. Die beste Musik aber ist die, die ein Lob Gottes fein zu unterstreichen vermag.
Nicht wenig erstaunt war ich später, als ich erfuhr, welche Hintergründe die Rockmusik hat. Viele Christen meinen, Musik sei wertneutral. Vor einiger Zeit las ich einen Artikel über die Zusammenhänge zwischen Rock und Schwarzer Magie — von einem Nichtchristen geschrie­ben. (Zeitschrift „spotlight") Dieser Artikel bietet erstaunlicherweise besseren und objektiveren Aufschluß über Herkunft und Auswirkungen der Rockmusik als andere Artikel zu diesem Thema in der christlichen Musikzeitschrift „Cogo". (Z.B. „Rock­musik u. Magie", Cogo 14)
 

Aus dem Artikel geht hervor, daß nicht die Musiker oder ihre Texte die Rockmusik beeinflußt haben, sondern eher umgekehrt: Interesse für Rauschgift, östliche Religi­onen, sexuelle Perversion und Okkultismus wurde bei den meisten Rockgruppen während ihrer Karriere geweckt. Beatles, Rolling Stones, Bleck Sabbath, Janis Joplin usw. betrieben aktiv Spiritismus, nachdem sie durch die Wirkungen und Eigenschaften ihrer Musik - eben der Rockmusik - darauf aufmerksam wurden. Das wirkte sich dann wiederum auf die Kompositionen aus.

Rockmusik ist nicht wertneutral, denn sie hat die Möglichkeit in sich, Menschen durch sie in Trance, Rausch­zustände, Ekstase usw. zu versetzen - egal, ob man ihr nun einen „christlichen" oder „weltlichen" Text verpaßt.

Aber lassen wir den oben erwähnten Autor der Zeit­schrift „spotlight" zu Wort kommen:
"Als die Nachkriegsdeutschen 1955 beim ersten Auf?
tauchen des Rock 'n' Roll in den Medien schrieben, der

afrikanische Urwald sendet uns seine musikalischen Boten, hatten die vermeintlichen Wahrer und Hüter altväterlicher Kultur nicht so ganz Unrecht. Im Rock 'n' Roll sind wirk­lich primitive Urformen zwecksähnlicher Musiken einge­flossen, deren Urwurzeln bis heute weder nachgewiesen, noch erklärt werden konnten. Das beschwörende und betörende Trommeln ritueller Stammesfeste mag seiner­zeit und heute noch die gleichen Ekstasen bei Akteuren und Voyeuren ausgerufen haben, wie die Musik der Stones, Led Zeppelins oder Elvis Presleys.

Auch die dunklen Hallen, durchschnitten von Laser­strahlen und durchtränkt von den vielfältigen Düften der Räucherstäbchen, bieten trotz der Technik des zwan­zigsten Jahrhunderts einen aktuellen Bezug zu rituell—magischen Festen instinktiv lebender Urmenschen. Und auch die Stimme Mick Jaggers oder Robert P/ants löst heute die gleichen emotionalen Zustände — oftmals sexuel­ler Erregung — aus, die damals Hohepriester ausgelöst haben mögen.
Wer sich noch an die überwältigende Energie erin­nert, die in einem rumorte und tobte, zu Gewaltakten hinriß, die nicht mehr auf verstandesmäßige Diktion zu­rückzuführen waren, nachdem man sich die Konzerte der Stones oder der Beatles „reingetan" hatte, und wer die kreischenden, tobenden, sich selber naßmachenden Mäd­chen sah, versteht nur allzudeutlich die Macht, die eine solche Vorstellung über weitoffene aufwachende Menschen, im Aufbrechen der eigenen Sensibilität stehend, hat.
Und vielleicht ist es gerade diese Gewalt ungebän­digter Energie, dieses Ansprechen und Lösen primitiver Urinstinkte, die den Nenner schufen, der es den Jugend­lichen in aller Welt ermöglichte, sich mit Rock zu iden­tifizieren. Und vielleicht war es auch die Erfahrung der Macht über Energie, die die Produzenten dieser Energie — oder wie die Medien gerne schrieben, der Massenhy­sterie — dazu brachten, sich um die (möglicherweise ver­vermeintlichen) Wurzeln dieser Energie zu kümmern. Vielleicht kamen deshalb die Rockmusiker als erste dem Wunsch und Willen nach, sich Drogen auszuliefern, um mehr zu erfahren, sich Magie und Astrologie zu verschrei­ben, um die Basis für ihr Denken, ihr Tun zu finden. Denn längst waren sie dem begreifbaren Stadium entwachsen, an dem ihnen noch gelang, das, was sie auslösten, auch zu begreifen. Wer sich noch an frühe Elvis, Beatles oder Stones Interviews erinnern kann, wer noch zurückrufen kann, wie unbeholfen sie sich der Frage nach dem Warum und Weshalb dieser Hysterien zu entziehen versuchten, der weiß auch, daß sie es damals selbst nicht wußten.
 

Und so ist es kaum verwunderlich, wenn man dann erfährt, daß die Auslöser solcher Massenhysterien, die Rock 'n' Roll—Heroen, sich selbst auf die Suche nach den Ursprüngen dieser Geschehnisse begaben. Daß dabei Schwel• len überschritten wurden, die der „normale Mensch" auf der Straße nicht überschreitet, nicht zu überschreiten gewillt ist, versteht sich aus der Angst der meisten Men­schen vor dem Experiment mit dem Unerklärlichen, wie auch aus der Neigung intensiv lebender Menschen, alles und jedes zu versuchen. Die Atmosphäre, das Umfeld in dem Künstler, und besonders die Rock 'n' Roll Musiker, sich aufhalten, ist dabei noch treibende Kraft, denn das Muß zur Kreativität sucht förmlich den Weg nach neuen Stimulanzen. Kreativität, emotionales Über-sich-hinaus­gehen, Attribute, die jede Rockshow beherrschen, und denen jeder Rockmusiker unterliegt, sind gleichwohl Attribute der Magie, und so ist der Schritt nicht weit, den Künstler und Musiker unternehmen müssen, um sich den dunklen Mächten der Magie zu stellen, sie heraus­zufordern, sie sich dienlich zu machen, ihnen zu begegnen suchen." (1)

Christliche Rockmusik?

Christlicher Hardrock, z.B. von Deliverance oder Nutshell, Semaja oder Eden usw. wird genau die gleichen Wirkungen hervorrufen wie die „weltliche" Rockmusik. Treten diese Gruppen in einer Disco auf, ohne daß sie als Christen be­kannt sind, wird das niemand verwundern; man „flippt" weiter zu der Musik wie bei herkömmlichem Discorock auch. Wenn Rhythmus und Harmonie zufriedenstellend sind, interessiert der Text wenig — wie schon immer in der Rockszene — und christliche Texte sind heute auch bei „weltlichen" Rockgruppen „in". Spielt eine christliche Rockgruppe auf einer evangelistischen Veranstaltung, so gehen viele wegen der Musik hin; vielleicht finden sie die Band auch „ganz gut", ebenso ihren „religiösen Tick" — aber wie viele echte Entscheidungen, in denen Menschen sich als sündig vor Gott erkennen und Buße tun, weiden getroffen?

„Wenn Christen Popmusik für die Evangellumsverkün• digung benutzen, laufen sie Gefahr, ein „Popevangelium" zu präsentieren, das „Popchristen" produziert: Leute mit der Überzeugung, sie hätten ein Anrecht auf alle weltlichen Freuden und zusätzlich eine Garantie fürs ewige Leben, so daß persönlicher Frieden und Bequemlich­keit für immer gesichert sind." (2)

Demgegenüber war in der COGO I I I unter der Überschrift „Welche Musik ist weltlich?" als Fazit zu lesen:

„… E—Baß, Drums, Jazzbesen usw. werden sowohl zur Liturgie eines Anbetungsgottesdienstes, zur Evangeli­sation, zum Bau des Reiches Gottes schlechthin benutzt, tauchen allerdings auch in psychedelischen Sex - und Rauschgift - Rock festivals auf. Entscheidend ist die Moti­vation der Musiker und Zuhörer. Eine Melodie, eine Musik, ein Instrument ist immer so geistlich oder weltlich, wie der Mensch und wie das Ziel, für das sie eingesetzt wird . "

Demnach kommt es also überhaupt nicht auf die Musik, sondern auf die Musiker und den Text an. Sinngemäß war in COGO 14 unter dem Titel „Rockmusik und Magie" zu lesen:

.,Musik — ein neutrales Mittel, eine Ausdrucksform, die positiv oder negativ genutzt werden kann — wird nicht nur zum Lobe Gottes und zur Verkündigung des Evangeliums i*braucht, sondern es gibt Rockmusik, die eine Verherr­lichung Satans und eine Glorifizierung eines total sinn­losen Erdendaseins predigt . . . "

Was hier ignoriert wird und in „spotlight" klar zum Aus­druck kommt, ist doch gerade die Tatsache, daß die nega­tiven Wirkungen jeglicher Art von der Rockmusik selbst ausgelöst werden — sowohl bei den Musikern als auch bei den Zuhörern, egal, wer jetzt zu welchem Text spielt. COGO geht davon aus, daß die Musik an sich wert­neutral ist, und darin schließt sie Rockmusik mit ein.

Wertneutrale Musik gibt es aber nicht; die Töne selbst sind neutral. Sobald aber eine Melodie entsteht, hat diese eine Wirkung auf Seele und Körper — entweder beruhigend und zur Untermalung des Textes dienend, oder aufregend und mit Rhythmen, die „längst verschüttet geglaubte Urinstinkte aufwühlt und den Zivilisationsmenschen ur­plötzlich wieder mit den primitiven Urängsten konfron­tiert". (spotlight)
Erstere wird die Wirkung eines Textes vertiefen, aber
den Zuhörer nicht emotional überrumpeln; bei zweiterer können christliche Texte als Alibis für lustbetonte Unter­haltung benutzt werden, und damit ist vor allen Dingen die Rockmusik gemeint.

 

Rockmusik an sich hat niemals eine auf Gott hinwei­sende, Gott verherrlichende und dadurch positive Wirkung. Sie kann den Menschen aufpeitschen oder in Trance ver­setzen und zwingt ihn zur Selbstbefriedigung im allgemei­nen Sinn. Sie vergewaltigt den Zuhörer und schließt ihn für andere Reize während des Hörens in einem weit grö­ßeren Maße aus als z.B. klassische Musik. Deshalb ist für viele Rock—Fans der Text auch ziemlich uninteressant.

Bob Larson war jahrelang aktiv in der Rock—Szene. Nach seiner Bekehrung hat er die Rockmusik konsequent auf­gegeben:

„Rockmusik hat einen Geist, der aus dunklen und trüben Quellen stammt. Sie läßt sich nicht für die Evangeliums­verkündigung reinigen und verwenden."

Weiter schreibt er:

„Vielleicht am meisten beunruhigen mich gewisse Erschei­nungen der Musik — Evangelisation, wie sie bei der Jeus­Bewegung zutage getreten sind. Ich meine damit nicht die zeitgenössische Musik im allgemeinen, sondern jene Grup­pen, die das ganze Spektrum harter Rockmusik auf die Zuhörerschaft um des bloßen physischen Vergnügens willen loslassen. Ich habe verschiedene solcher Gruppen bei ihren Auftritten beobachtet und weiß aus Erfahrung davon zu sagen, welche Erregung so etwas bei den Zuhörern auslösen kann. Es mag hart klingen, aber gewisse Rock—Musiker im christlichen Lager mißbrauchen Jesus als musikalisches Alibi für einen Ego--Trip vor versammelter Masse, und während sie vorgeben, an den Geist zu appel­lieren, manipulieren sie in erster Linie die Hüftgegend.

Manche sind erst kurze Zeit bekehrt und in der geist­lichen Erkenntnis noch nicht genügend gereift, um sich zur Verkündigung des Evangeliums eines dermaßen wahr­nehmbaren und wirksamen Mediums wie der Musik zu be­dienen. Ich spreche jetzt nicht einmal von der möglichen Lautstärke der Musik. Ich möchte nur, daß Jesus hörbar wird, und wenn ich bei ihrem Singen und Spielen die Worte nicht verstehen kann, dann ist etwas nicht in Ord­nung.
Nicht die Lautstärke an sich ist schlecht; das Übel ist nicht eine Sache, die mit Dezibel zu tun hat. Die ein­zige Gefahr von so lauter Musik ist, daß der Klang die Zuhörer überrumpelt und sexuelle Stimulierung, sowie gefühlsbetonte, subjektive Erlebnisse herbeiführt. Solch eine Klangüberflutung mag ohne weiteres die seelische Seite einer Person ergreifen, ohne dabei jedoch die tieferen und wesentlicheren Schichten ihrer Geistespersönlich­keit zu erreichen. Manchmal ist es nicht einmal das zu große Klangvolumen, das den Worten im Wege steht. Es kann auch ganz einfach die Struktur der Musik selbst sein. Wenn der Rhythmus bei mir mehr körperliche, sinn­liche Bewegung als Anbetung Gottes in Herz, Geist und Sinn hervorruft, dann vollzieht sich die Kommunikation auf einer falschen Ebene ... " (3)

„Vom theologischen Standpunkt aus stelle ich auch in Frage, was Francis Schaeffer „Form ohne Inhalt" nennt. Dabei habe ich jene Jesus—Leute im Auge, welche erleb­nisbetonte Emotionen fördern, aber wenig Verständnis für biblische Lehre haben. Mit dem historischen Jesus „hoch" zu werden, heißt noch nicht, wiedergeboren zu sein, und die Zahl der Rückfälligen in solchen Gruppen ist so beträchtlich, daß man annehmen muß, viele haben nie einen lebensfähigen Glauben an den auferstandenen Christus gehabt.

Ich befürchte auch, daß solch einseitig erlebnisbe­tontes Christentum dazu neigt, einen ökumenischen Geis zu nähren, der sich mehr auf äußere Kundgebungen als auf biblisch—theologische Lehre gründet. Auf diese Weise werden glaubensmäßige Unterschiede, die in der Vergangen­heit immerhin als wichtig genug betrachtet wurden, um eine Reformation auszulösen, mit einer Gleichgültigkeit und in einem Maß aufgegeben, daß viele in der Jesus—Revo­lution in wichtigen Glaubensfragen gänzlich entgegenge­setzte Auffassungen vertreten, Dabei wird den Tatsachen wenig Aufmerksamkeit geschenkt, daß solche Unterschiede sehr wohl die Art des Glaubens bestimmen können, die einer an Christus hat. Vielleicht liegt hier die Erklärung dafür, daß einige liberale Theologen nicht sonderlich durch die Jesus—Revolution beunruhigt wurden . . "(3)

Die geistlich—destruktive Wirkung der Rockmusik wird
schließlich auch vor den Musikern selbst nicht haltmachen.

„Wie überall gibt es auch unter den Rockmusikern extreme, gemäßigte und zurückhaltende Leute. Grundsätzlich sind es Menschen wie wir, Sünder, welche die Erlösung Christi brauchen, Wie alle Menschen sind sie im Bilde Gottes geschaffen (1. Mose 1.27; Jak. 3,9). Dieses Bild ist durch die Sünde nicht zerstört, aber entstellt worden.

Gerade weil die Rockmusiker, wie wir alle, Träger des entstellten Bildes Gottes sind, ist nicht jedes ihrer Worte und jeder ihrer Akkorde von vorneherein unschön, falsch und teuflisch. Man kann in der Popmusik musika­lisch schöne Stücke, geniale Klangkombinationen und treffende Texte entdecken! Diese können wir als posi­tive Elemente der Rockmusik bezeichnen. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, wie finster und unbiblisch das ganze Fundament der Rockmusik wirklich ist. Wenn in dunkler Nacht einzelne Lichter aufleuchten, kann man dennoch nicht sagen, es sei Tag!" (4)

- Das gilt wohl für die Rockmusik ganz allgemein.—Ausflüchte derart, „jetzt dürfe man sich ja gar nichts mehr anhören", sind fehl am Platz, denn geistliche Musik der vergangenen Jahrhunderte, z.B. von Bach, oder auch der Gegenwart, z.B. von Manfred Siebald, wird wohl kaum die oben erwähnten Wirkungen der Rockmusik hervor­rufen. Wirklich geistliche Musik läßt dem Zuhörer ein genügendes Maß an geistig—seelischer sowie geistlicher Eigeninitiative. Er kann den Text, der zusammen mit der musikalischen Begleitung den Gehalt der jeweiligen

Botschaft darstellt, verstehen, auf sich einwirken lassen und mit klarem Verstand eine Entscheidung für oder gegen den Gehalt treffen.

Wo ist eine Grenze zu ziehen?

Welche Musik kann ich hören, welche nicht?

Prinzipiell sollte man nicht fragen: „Wie weit darf ich noch gehen?", sondern besser: „Wie kann ich geistlich wachsen?" Hat die Musik,die ich höre, Auswirkungen auf mein Leben mit dem Herrn? Sind durch diese Musik die geistlichen Früchte nach Gal. 5,22 in mir deutlicher zu erkennen? Oder erzeugt sie in mir einen Gefühlsrausch? Ich kann mich sehr wohl während eines christlichen Popkonzertes geistlich stark fühlen, aber auch noch danach, wenn Alltags­anforderungen auf mich zukommen? Muß ich sie hören, oder kann ich auch für längere Zeit ohne Musikkonserven leben? Durch welche musikalischen Botschaften wird meine Nachfolge verbindlicher, nimmt die Bereitschaft zur Selbstverleugnung zu? Und durch welche versetze ich mich ins Land der Träume, um geistlichen Realitäten (Sünde, Schuld, Probleme usw.) zu entfliehen?

„Weil Gott ein Gott des Friedens und nicht der Unordnung oder der Zerstörung ist, soll gute Musik ebenfalls „fried­lich" sein, d.h. den Hörer beruhigen, erfreuen, seine Stim­mung heben und Spannungen lösen, zu guten und ernsten oder auch lustigen Gedanken führen und seine Lebens­freude und schöpferische Tatkraft zur Ehre Gottes und zur Hilfe an Mitmenschen fördern…
Diese positiven Merkmale findet man in einem Teil der Klassischen Musik, einem Teil der Volksmusik, einem Teil der modernen Musik und einem Teil der geistlichen Musik. Es sei dem Leser überlassen, gesunde Musik zu suchen und zu finden! Wie beim Text sind auch hier, nebst einer guten Kenntnis der Musik, das regelmäßige Lesen der Bibel, daß Gebet und ein fortw

Nachtext

Quellenangaben

Zitate:

1)     Rock & Schwarze Magie, spoilight 11, Okt. 1978, 5.13

2)     Pop goss the Gospel, by Peter Garner, Camp 1-31k No. 10, published by WEG Youth, Bulstrode, Eng­land, S. 9

3)     Hölle auf Erden, Bob Larson, Dynainis Verlag, Baden/ Schweiz 1975, S. 13-15

4)     Popmusik und christliche Lebenshaltung, Walter Kohli, Das Haus der Bibel, Zürich, Basel, Genf, 1979, S. 31 u. 32

 

5)     wie 4), S. 63