Zeitschrift-Artikel: "Die Weisen aus dem Morgenland" 2. Teil

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Titel: "Die Weisen aus dem Morgenland" 2. Teil
Typ: Artikel
Autor: Herrmann Grabe
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 277

Titel

"Die Weisen aus dem Morgenland" 2. Teil

Vortext

Text

"Weisheit erwerben, wieviel besser ist es als feines Gold"

Erst, nachdem die Weisen in die Augen des Herodes geschaut hatten, waren sie bereit, der Führung Gottes zu folgen, welcher sie einst in Babylon berufen hatte, Seinem Sohn zu hul­digen.

Noch einmal:
Wie kam es eigentlich, daß die Weisen aus dem Morgenland, die uns doch ein großes Vor­bild für geistliche Entschiedenheit und Hingabe sind, statt bei dem Herrn Jesus bei Seinen ärgsten Feinden ankamen?
Die Antwort auf diese Frage macht ein geist­liches Grundgesetz deutlich, das zu mißachten verheerende Folgen hat. Indirekt sind ja die Weisen an dem Tod all der kleinen Jungen in Bethlehem schuld. War das aber zu verhindern?Der Herr hatte in die Finsternis Babylons hineingeleuchtet „zum Lichtglanz der Erkennt­nis der Herrlichkeit Gottes" (2. Kor. 4,6).
Die Weisen waren von Gott selbst aufgerufen worden, zu Seinem Sohn zu ziehen. Nicht Fleisch und Blut hatten ihnen das offenbart, sondern Gottes Geist. Und nun landete der Teufel bei ihnen einen Coup, der leider bei uns auch immer noch ankommt, und der so viele unnötige, schuld­volle und schmerzliche Umwege machen läßt. Dem Bösen gelingt es, uns zu verführen, daß wir meinen, aufgrund von Bibelstellen, Erfahrungen und Logik selbst den richtigen Weg finden zu können. Und so lassen wir uns viel häufiger durch „die Gunst der Stunde" oder den „Zwang der Verhältnisse" als durch Gottes Willen leiten.

Das sah bei den Weisen etwa so aus: Wir suchen den König der Juden. Aber wo ist er zu finden? Selbstverständlich in Jerusalem; denn das ist ja nach Psalm 48 die Stadt des großen Königs. Wie schön, das zu wissen, dann können wir bei Tage reisen und sind nicht auf beschwerliche Nacht­wanderungen angewiesen, um dem Stern zu folgen.
Bei dem natürlichen Licht dieser Welt, bei dem sogenannten „Licht der Vernunft" meinen wir den rechten Weg, sei es im Umgang mit Freunden oder in der Berufswahl oder sonstwo zu finden, nicht ohne die Bibel, versteht sich, wir sind ja schließlich Christen, oder?
Niemand kann sich selbst die Augen öffnen über seinen verlorenen Zustand. Gott muß es tun. Und genausowenig können wir ohne die Leitung des Heiligen Geistes durch diese Welt kommen, ohne Schaden anzurichten und ohne den Herrn Jesus zu verunehren. So verstehen wir das wich­tige Wort aus Kol. 2,6 : „Wie ihr Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm."
Der Teufel sagt: „Es ist Tag." Und seine Leute, und auch wir Christen allzuoft, setzen trotz der traurigsten Erfahrungen in der Geschichte und in unserem eigenen Leben immer noch auf den „Sieg der Vernunft".
Gott sagt: „Es ist Nacht" (Römer 13,12). Und wir brauchen das Licht des Heiligen Geistes, der zur Ehre Gottes, zum Wohl der anderen und zu unserm eigenen Glück geradewegs ans Ziel führt.

Lesen wir darum täglich die Bibel mit dem Gebet um Licht und ein gehorsames Herz! Nehmen wir uns die Zeit, um vor Gott über jeden unserer Schritte klarzuwerden! Nur so vermeiden wir schmerzliche Umwege.

Nachtext

Quellenangaben