Zeitschrift-Artikel: Einsatz in Emden

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Titel: Einsatz in Emden
Typ: Artikel
Autor: Thomas Rinke
Autor (Anmerkung):

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Titel

Einsatz in Emden

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Einsatz in Emden

"Ostfriesland ist eine Reise wert", so dachte ich, als ich im März dieses Jahres von einem Wochenend­aufenthalt aus Emden zurückkehrte. Eine landschaft­lich schöne Gegend mit viel Wasser; genau das Richti­ge für junge Burschen zwischen 16 und 18 Jahren, um Urlaub zu machen.

Wir hatten in unserem Bibelkreis in Eckardtsheim schon seit längerer Zeit einen gemeinsamen Urlaub geplant. Neben Erholen und Sonnen wollten wir uns natürlich auch Zeit nehmen für Gottes Wort und auch an einzelnen Tagen Traktateinsätze machen.
Den Anstoß dazu bekam ich auf einer Freizeit im September 1981. Dort hörten wir viel über missiona­rische Einsätze, und daß auf diesem Gebiet viel zu wenig in unserem Land getan wird. Wir sind viel zu träge geworden. Und so wurde es uns zum Gebetsan­liegen, ob wir nicht auch in unserem Urlaub für unse­ren Herrn Jesus Christus tätig sein sollten.
So kam es, daß eine achtköpfige Gruppe aus Ek­kardtsheim am 13.8.1982 die Reise nach Ostfriesland antrat. Unser erstes Ziel war der Zeltplatz in Uple­ward (20 km von Emden), den wir für unsere erste Urlaubswoche ausgesucht hatten. In der zweiten Wo­che zogen wir dann um in ein Ferienhaus in Greet­siel. Der Zeltplatz lag direkt am Deich, und so hat­ten wir beim Aufbau der Zelte viel Mühe, gegen den starken Wind anzukommen. Auch wurden wir im Lauf der Woche des öfteren von Regenschauern über­rascht, die sogar zwei Mal so heftig ausfielen, daß die Zelte dem Regen nachgeben mußten.

Nachdem wir die Zelte aufgebaut und alles Ge­päck verstaut hatten, machten wir uns auf den Weg nach Emden, um uns von einem Bruder noch Camping­stühle und -tische abzuholen. Wir klingelten in der Dortmunder Str. 27 und ein langer schmaler Mann mit Vollbart öffnete uns. Durch seinen Bart etwas verändert, aber mit dem altbekannten herzlichen La­chen, hieß uns Ecki herzlich willkommen. Er hatte in­zwischen bei der Stadt Emden für die kommenden Samstage einen Büchertischplatz beantragt, und wir durften bei unseren Einsätzen auf die Unterstützung einiger junger Geschwister aus Emden hoffen. Wir sprachen den Tagesablauf durch, der am Samstagmor­gen um 9.00 Uhr mit Gebet beginnen sollte.

Dunkle Wolken hingen über Ostfriesland als wir vom Zeltplatz nach Emden aufbrachen. Aber wir durf­ten auch das dem Herrn bringen, daß Er uns trocke­nes Wetter schenken möge, und Er tat es. Mit einem ermunternden Wort aus Jesaja 40, 29-31 machten wir uns mit insgesamt 15 Geschwistern auf den Weg nach Emdens City, um dort den Herrn zu bezeugen.
Wir hatten unseren Büchertisch direkt im Ein­kaufszentrum von Emden, wo sich um die Mittagszeit Tausende von Menschen (darunter viele Jugendliche) bewegten. Wir nahmen uns jeder einen Stapel Trakta­te und verteilten uns in der Innenstadt. Einige blie­ben in der Nähe des Büchertisches, um gegebenen­falls an Interessenten Bücher abzugeben.

Um mit den vielen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, verteilten wir ein Traktat über die Popgrup­pe AC/DC. Wir machten die Erfahrung, daß hier die jungen Menschen viel bereitwilliger ein Traktat auf­nehmen als in einer Großstadt wie Bielefeld. So durf­ten wir auch einige Gespräche führen und den Men­schen von der Liebe unseres Herrn Jesus Christus er­zählen, daß ER gekommen ist, um zu retten was ver­loren ist.

Viele Menschen fragten uns, für welche religiöse Richtung wir werben, aber da gab es für uns nur eine Antwort: "Für den Herrn Jesus."
Als wir gegen 13.00 Uhr am gemeinsamen Mit­tagstisch saßen, konnten wir mit dankbarem Herzen und voller Freude unsere Erfahrungen austauschen und dem Herrn danken für seine Hilfe.

In der ersten Woche fuhren wir jeden Tag nach Emden, um dort in der uns von Ecki zur Verfügung gestellten Wohnung unsere Bibelstunden zu machen. Wir betrachteten gemeinsam den 1. Petrus-Brief. Wir durften sehen, daß der Herr uns in allem ein Beispiel gegeben hat, selbst im Leiden in der Verfolgung. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer (Kap. 8,18): ". . . daß die Leiden der Jetztzeit nicht  wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen  Herrlichkeit." (Denn die Versuchungen hier auf der Erde währen nur eine kurze Zeit. 1. Petr. 1,6)

Am nächsten Samstag standen wir wieder mit un­serem Büchertisch in Emdens City. Ein plötzlicher Regenguß zwang uns, nach ca. einer Stunde, den Bü­chertisch abzubauen. Aber der Regen konnte uns nicht zum Rückzug veranlassen. Wir bewaffneten uns mit Gitarre, Liederbuch und einigen Schriften, stell­ten uns mitten in die Einkaufsstraße und sangen evan­gelistische Lieder. Den umstehenden Menschen, die uns zuhörten, gaben wir unsere Schriften mit.
Leider sind solche Einsätze oft nur Eintagsflie­gen. Aber wir möchten den Herrn darum bitten, uns ständig für SICH bereitzuhalten, auf Seine Stimme zu hören und dann auch Seiner Stimme zu folgen.

"Meine Schafe hören meine Stimme, und ich ken­ne sie, und sie folgen mir; . . ." (Joh. 10,27).

"Die Ernte zwar ist groß, der Arbeiter aber sind  wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, daß er Arbei­ter aussende in seine Ernte. GEHET HIN!"
(Luk. 10,2).

Nachtext

Quellenangaben