Zeitschrift-Artikel: Gottfried Meskemper: "Falsche Propheten unter Dichtern und Denkern"

Zeitschrift: 43 (zur Zeitschrift)
Titel: Gottfried Meskemper: "Falsche Propheten unter Dichtern und Denkern"
Typ: Buchbesprechung
Autor: Gerrit Alberts
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 255

Titel

Gottfried Meskemper: "Falsche Propheten unter Dichtern und Denkern"

Vortext

Text

In diesem Buch werden im Okkultismus wurzelnde Auffassungen von bedeutenden Dichtern, Philosophen und Komponisten aufgezeigt. Goethe, Schiller, Dostojewski und Hermann Hesse werden ebenso beleuchtet wie Kant, Rousseau, Rudolf Steiner, Beethoven, Robert Schumann, Friederich der Große und manche andere.

Das Buch gibt Anregungen für eine kritische, bibelorientierte Betrachtung einflußreicher Geistesgrößen der letzten Jahrhunderte. Meskemper versucht, Schneisen in die philosophische und literarische Entwicklung zu schlagen. Dabei wird deutlich, wie fundamental entgegengesetzt das Menschenbild und die moralischen Werte der behandelten Autoren den Aussagen der Bibel sind. Dieser Gegensatz zum Wort Gottes wird mehrfach auf eine bewußte Entscheidung gegen das Evangelium zurückgeführt. So ist Kant der Sohn einer pietistischen Mutter, Hermann Hesse's Eltern waren Missionare. Meskempers Ziel ist es, auf den verderblichen Einfluß der Werke dieser Autoren in der gegenwärtigen Bildung hinzuweisen.

Wer allerdings von dem Buch eine ausgewogene, den besprochenen Persönlichkeiten gerecht werdende Abhandlung oder gar eine systematische Darlegung geistesgeschichtlicher Entwicklungen erwartet, wird etwas enttäuscht. Die Ausführungen lassen an manchen Stellen sowohl in sprachlicher als auch in gedanklicher Hinsicht eine angemessene Differenziertheit vermissen. Der Verfasser läßt sich wiederholt zu geistigen Rundumschlägen verleiten. Zum Beispiel erfahren wir die Wurzel der vielen "Aktionen" linker und alternativer Gruppen: Sie liegt in dem Ausspruch Goethes in 'Faust I': "Im Anfang war die Tat." (Siehe S. 76) Sogar ein auf wenige Seiten zusammengeronnener "Kurzer Abriß der griechisch-europäischen Philosophie" wird dem Leser nicht vorenthalten.

Man legt das Buch mit dem Eindruck aus der Hand, manche Hintergründe besser zu verstehen und neue Denkanstöße bekommen zu haben. Allerdings auch mit dem Empfinden, daß etwas mehr Bescheidenheit und weniger pauschalisierende Äußerungen dem Anliegen des Buches förderlich gewesen wären.

Nachtext

Quellenangaben

 

Telos, Paperb., 115 S., DM 13.80