Zeitschrift-Artikel: Fußballprofis unter Wasser

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Titel: Fußballprofis unter Wasser
Typ: Artikel
Autor: Friedhelm Weicken
Autor (Anmerkung):

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Titel

Fußballprofis unter Wasser

Vortext

Text

Nein, es war kein Aprilscherz, am 1. April 2007 drei Fußballprofi s von Austria Lustenau (Österreich) unter sechs Täufl ingen zu sehen, die sich öffentlich zu Jesus Christus als ihrem Herrn bekannten. Wie kam es zu diesem erstaunlichen Ereignis? Im Sommer 2004 kam der Brasilianer Thiago de Lima Silva zu Austria Lustenau. Auf das portugiesische Neue Testament für Sportler, dass ich ihm nach einem Spiel gab, reagierte er sehr positiv. In den darauf folgenden 1 ½ Jahren kam es immer wieder zu kurzen freundlichen Begegnungen, bei denen ich ihm ab und zu etwas zum Lesen oder auch einmal eine CD gab. Anfang 2006 wurde der Kontakt intensiver. Nachdem ich ihm zweimal das Evangelium ausführlich erklärt hatte, nahm Thiago im März bei einem Auswärtsspiel im Hotelzimmer Jesus Christus als seinen Heiland und Herrn an und übergab ihm die Herrschaft über sein Leben. Bald danach begannen wir mit einem Emmaus- Bibelkurs, zu dem auch weitere Brasilianer kamen. Bei Thiagos Freundin Aline wurde der Glaube an den Herrn Jesus, zu dem sie als Kind durch das Vorbild ihrer Großmutter gefunden hatte, der aber durch familiäre Probleme „eingeschlafen“ war, wieder geweckt. Sie möchte für den Herrn leben und ist immer wieder eine positive Überraschung. Thiago und Aline sind inzwischen verlobt und werden heiraten, sobald die notwendigen Papiere aus Brasilien eintreffen.

Radikale Umkehr

Anfang November 2006 wagten sich Yvonne und ihr Mann Günter (Mittelstürmer von Austria Lustenau und Mitspieler von Thiago) sowie sein damals seit mehr als einem halben Jahr gläubiger Bruder Hainz in unseren Bibelkurs. Es folgte ein Abend, an dem wir ca. 3 ½ Stunden ganz intensiv über Glaubensfragen sprachen. Als ich Yvonne fragte: „Wenn du stirbst, welchen Grund gibt es, dich in den Himmel zu lassen?“ wurde ihr klar, dass ihre Sünden sie von Gott trennten. Zu Hause fi el sie auf ihre Knie, bekannte ihre Sünden und Gott schenkte ihr den Glauben an den Herrn Jesus und seine stellvertretende Sühne am Kreuz. Innerhalb von nur zwei Wochen bekehrte sich auch Günter klar zu Jesus Christus. Es war überwältigend, dies so mitzuerleben! Da fehlte offensichtlich nur noch ein Mosaikstein, da sie durch Hainz bereits gut vorbereitet waren. Hainz, Yvonne und Aline waren übrigens die anderen drei, die am 1. April getauft wurden. Ein weiterer Spieler von Austria Lustenau ist Raphael. Er hat eine gläubige Mutter. Dadurch besuchte er als Kind die Sonntagsschule und Jungschar und traf eine Entscheidung für den Herrn. Er entfernte sich ebenfalls von Gott. Nachdem er in unseren Bibelkreis kam, lebte alles wieder auf, und auch er möchte für den Herrn leben. Inzwischen ist er zum SV Kapfenberg gewechselt. Neun Spieler von Austria Lustenau waren inzwischen mindestens einmal bei unserem Bibelkreis. Von ihnen möchte ich besonders Christoph erwähnen, der seit vielen Wochen regelmäßig mit Interesse mitmachte und für den der Herr Jesus immer wichtiger wurde. Er stand kurz vor der Bekehrung. Leider kam er dann plötzlich nicht mehr. Betet für ihn, dass der Herr ihn berührt und er errettet wird.

Ein beeindruckender Tag

Für die Taufe stellte uns die Evangelische Täufergemeinde ihren Gemeindesaal mit Taufbecken zur Verfügung. Nachdem jeder sein Zeugnis gegeben hatte, ließen sich alle sechs auf das Bekenntnis zu Jesus Christus taufen. Es war ein beeindruckendes Ereignis, das allerdings sowohl im Vorfeld als auch nachher auf verschiedene Arten angefochten und angegriffen wurde. Am 10. Juni konnten wir unseren Sohn Joel und Alexandre, einen weiteren Brasilianer taufen, der in der 1. Liga beim SCR Altach gespielt hat, eigenartigerweise aber nach seiner Taufe den Verein verlassen musste. Unser „Fußballer-Bibelkreis“ ist gewachsen und schwankt zwischen 7 und 14 Teilnehmern. Drei Emmaus-Kurse haben wir inzwischen durchgearbeitet, jetzt benutzen wir den Kurs über die Apostelgeschichte. Es ist toll zu erleben, wie alle interessiert und intensiv mitmachen. Wir treffen uns jede Woche entweder bei Günter, Thiago oder bei mir zu Hause. Bei Knabbereien und Getränken gibt es zu Anfang häufi g ein paar allgemeine Gespräche – besonders natürlich über den Fußball. Nachdem wir dann den Herrn Jesus um seinen Segen gebeten haben, füllt jeder zuerst seinen Fragebogen aus. Im Anschluss lesen wir gemeinsam die entsprechende Lektion dazu. Während bzw. nach dem Lesen kann man dann die eigenen Antworten korrigieren, die wir dann miteinander besprechen und vergleichen. Für Fragen, Einwände und Gedankenanstöße ist immer Platz, der auch genutzt wird. Zum Schluss beten wir gemeinsam. Betet bitte dafür, dass alle gesund im Glauben wachsen und treue Nachfolger unseres Herrn werden bzw. bleiben.


GÜNTER FRIESENBICHLER

Ich freue mich erzählen zu können, wie ich zu Jesus Christus gefunden habe und nun mit ihm lebe: In einer traditionell katholischen Familie wuchs ich auf. Während meiner Volksschulzeit war ich am Wochenende regelmäßig in der Kirche, meist mit meinen Eltern und manchmal auch mit meiner Großmutter. Damals war ich auch Ministrant. Jedoch wurde die Bereitschaft für Kirchenbesuche mit zunehmendem Alter immer geringer. Doch im Lauf der letzten Jahre begann die Suche nach etwas „Höherem“ – nach dem „Sinn des Lebens“. Ich hatte damals – vor etwa 3 Jahren – große Probleme mit einer Verletzung und bin dadurch auf Jesus aufmerksam geworden. Mein Bruder Hainz gab mir in dieser Zeit eine CD mit einzelnen Bibelstellen, in denen Jesus Menschen von ihren Krankheiten geheilt hat. Das gab mir neuen Mut und Zuversicht. Als dann Thiago, ein Spieler-Kollege, von jemandem erzählte, der mit Fußballspielern Bibelkurse macht, entschieden meine Frau und ich, einmal in die nahe Schweiz mitzukommen um uns das kritisch anzuhören. Bei dieser ersten Begegnung gab es einen deutlichen Ruf Gottes an mich und ich danke ihm dafür, das ich diesen Ruf hören durfte. Friedhelm Weicken hat uns durch seine ausführlichen Erklärungen sehr geholfen alles besser zu verstehen und richtig aufzunehmen.

Neue Lebensziele


Innerhalb kurzer Zeit vertrauten Yvonne und ich unser Leben Jesus Christus an. Seit meiner Bekehrung hat sich einiges in meinem Leben verändert. Früher ging ich teilweise ziellos, gedankenlos und rücksichtslos durch das Leben. Es war für mich immer schwer, den wirklichen Sinn des Lebens zu begreifen und auszumachen. Natürlich war da auch immer die Frage: Wo komme ich eigentlich her und wo werde ich einmal hingehen? Oder auch: Wie gehe ich mit den vielen Ungerechtigkeiten auf der Welt richtig um? Seit ich Jesus in meinem Herzen habe, gibt es Antworten auf meine Fragen. Ich bin ruhiger, ausgeglichener und vertraue voll auf Jesus. Ich übernehme Verantwortung in Bereichen, an die ich vorher keine Gedanken verschwendet hätte. Meist bitte ich Jesus im Gebet gleich um Vergebung, wo ich schuldig geworden bin. Ich merke nun, dass ich geführt werde und dass im Leben nichts zu erzwingen ist. Nicht mein Wille soll geschehen sondern Gottes Wille. Es ist nicht wichtig nach Dingen zu streben, die vergänglich sind oder anderen zu gefallen. Es ist wichtig, Jesus zu gefallen und das Leben nach ihm auszurichten – denn: Wer Jesus hat, hat das Leben!

Ich möchte für meinen Erlöser leben

Wenn ich daran denke, was Jesus auf sich genommen hat, welche Demütigung und welche Qualen er als unschuldiger Mann erleiden musste und wenn ich dann sehe, dass er das alles für mich und wegen meiner Sünden getan hat, ist es leicht für mich, ihm zu vertrauen. Er ist mein Retter und Erlöser und ihm möchte ich nachfolgen. Er ist für mich gestorben, jetzt möchte ich für ihn leben, ihm gefallen und mich von ihm durch das Leben führen lassen. Jesus ist nun für mich der Sinn des Lebens – er hat die Herrschaft über mein Leben übernommen. Er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Keiner kommt zu Gott als nur durch ihn! Die Entscheidung, mein Leben Jesus anzuvertrauen, war für mich die wichtigste meines Lebens. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Erkenntnis mit meiner Frau Yvonne teilen kann. Auch das sehe ich als großes Geschenk und Gnade Gottes. Ich will bezeugen, dass ich zu Jesus gehöre, ihm für alles, was er für mich getan hat, danken und ihn ehren.

Nachtext

Quellenangaben