Zeitschrift-Artikel: Bücher durch die ich gesegnet wurde - Teil 1

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Titel: Bücher durch die ich gesegnet wurde - Teil 1
Typ: Artikel
Autor: William MacDonald
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1389

Titel

Bücher durch die ich gesegnet wurde - Teil 1

Vortext

»Den Mantel, den ich in Troas bei Karpus zurückließ, bring mit, wenn du kommst, und die Bücher, besonders die Pergamente.«
(2Tim 4,13)

Text

Mit dieser Ausgabe von f+t möchten wir eine Serie von Artikeln beginnen, in denen Brüder – die durch ihren Dienst oder ihre Bücher vielen Lesern bekannt sind – uns an ihren Erfahrungen mit Büchern teilhaben lassen, welche ihr Leben stark beeinflusst oder auch verändert haben. Wir wünschen sehr, dass diese Erfahrungen bei jüngeren Lesern „Geschmack wecken“, Orientierung geben und helfen, den Wert guter geistlicher Bücher schätzen zu lernen. Natürlich möchten wir auch dazu ermutigen, diese wertvollen Bücher zu lesen.

Wir beginnen mit William MacDonald, der – obwohl er von seiner Kindheit an eine starke Seh-Behinderung hat – sich durch Berge von Büchern gelesen und auch viele geschrieben hat. Im Januar dieses Jahres wurde er 90 Jahre alt. Andreas Lindner aus München hat ihn zu diesem Anlass in Kalifornien besucht und berichtet über seine Eindrücke:

„Bill wurde 90 Jahre alt. An seinem Geburtstag ging es ihm gesundheitlich nicht so gut, aber er hat sich nach einem Tag erholt. Er wohnt nach wie vor allein, und die Geschwister kümmern sich um ihn. Ich habe ihn ermutigt, die Hilfe der Geschwister doch in möglichst vielem in Anspruch zu nehmen, z.B. als Hilfe beim Schreiben. Es ist anstrengend für ihn zu lesen! Wenn er an seiner Auslegung der Sprüche arbeitet, hilft es, wenn ich in Nachschlagewerken oder in Kommentaren etwas nachsehe und ihm vorlese und dann notiere, was er dazu sagt. Es nimmt Bill sehr mit, dass einige seiner guten Bekannten schwer krank sind. Einer davon ist Jeff, der einen bösartigen Tumor im Gehirn hat, nicht mehr reden kann und eingeschränkt bewegungsfähig ist. Bill sieht sogar seine jüngeren Freunde um sich her leiden oder wegsterben. Allgemein geht es Bill gut – dem Alter entsprechend. Das letzte Mal sah ich ihn im Mai 2006 – und ich sehe schon einen deutlichen Unterschied: Seine körperliche Kraft nimmt ab und er braucht länger, um sich zu erholen. Doch seine intellektuellen Fähigkeiten und sein geistliches Urteilsvermögen scheinen dadurch nicht beeinflusst zu sein ...“

Hier nun Bill MacDonalds Erfahrungen mit einigen der Bücher, die sein Leben verändert haben:

Am Anfang meines christlichen Lebens bat ich meinen Erlöser, auch Herr meiner Bibliothek zu sein. Mir wurde bewusst, dass ich im Laufe meines Lebens nur eine begrenzte Anzahl von Büchern lesen kann. So wünschte ich mir Weisung vom Herrn in Bezug auf die Bücher, welche mir am hilfreichsten sein würden. Ich glaube, dass er mein Gebet erhört hat. Hier sind einige von den Büchern, die eine entscheidende Rolle während meiner Pilgerfahrt gespielt haben:

Jim Elliot
Im Schatten des Allmächtigen

Dies ist eines der Bücher mit der größten geistlichen Herausforderung, welche in meiner Generation herausgegeben wurden. Es ist das Tagebuch Jim Elliots – einer der fünf Märtyrer von Ecuador. Er zeigt darin seine brennende Leidenschaft für ein Leben in Glaubwürdigkeit und zeigt auch unverblümt seine Verzweiflung über die Oberflächlichkeit der Christenheit um ihn herum. Von ihm stammt der Ausspruch: „Der ist kein Tor, der hingibt, was er nicht behalten kann, auf dass er gewinne, was er nicht verlieren kann.“ Wer dieses Buch gelesen hat, wird auch „Durch´s Tor der Herrlichkeit“ von Elisabeth Elliot lesen wollen. Es ist ein packender Bericht von dem Martyrium an den Ufern des Curaray-Flusses.

Hudson Taylor –
Ein Mann des Glaubens

Eine wirklich großartige Biographie. Als ich sie las, konnte ich seine Erfahrungen lebhaft nachempfinden: Seine unerschütterliche Überzeugung, dass Gott ihn nach China gerufen hatte, sein unkomplizierter Glaube, das Gott ihn versorgen würde und seine gute Pionierarbeit, das Inland Chinas für das Evangelium zu öffnen.

N. P. Grubb
C.T. Studd – Kein Opfer zu groß

Dies ist ein Buch, welches die Richtung meines Lebens komplett verändert hat. Genauer gesagt war es speziell der Satz: „Wenn Jesus Christus wirklich Gott ist und er für mich starb, dann kann kein Opfer für ihn zu groß sein!“ Dieses Motto seines Lebens nahm mich heraus aus der Welt der Banken, um größere Dividenden zu erlangen. Ich habe niemals irgendjemanden anders kennengelernt, der solch ein „Fanatiker“ für den Herrn Jesus war. Für ihn war Christus alles. Er wollte nicht, dass seine Verlobte ihn mehr liebte als den Erlöser und verzichtete auf das Vermögen, welches er geerbt hatte, um Christus nachzufolgen. Studd war einer von Gottes außergewöhnlichen Leuten. Das sind die Menschen, die dafür sorgen, dass das Werk vorangeht. Trotz seines manchmal merkwürdigen Verhaltens diente er Gott unermüdlich und wirkungsvoll in China, Indien und zum Schluss in Afrika.
(Dieses Buch ist leider vergriffen. Doch eine neuere Biographie ist lieferbar: Eileen Vincent: Charles T. und Priscilla Studd – Vereint im Kampf für Jesus)

Arthur Pierson
Georg Müller – Niemals enttäuscht

Oder die neuere Biographie von
Roger Steer
Georg Müller – vertraut mit Gott

Mein Leben des Glaubens wurde sehr gestärkt, als ich Müllers Lebensgeschichte las. Er hatte die außerordentliche Gabe, fest auf Gottes Verheißungen zu vertrauen. So gründete er ein Waisenhaus in Bristol um seinen Mitmenschen zu beweisen, dass es einen Gott im Himmel gibt, der Gebete erhört. Sein Vertrauen auf Gott war so groß, dass er sicher war, „Gottes Vorräte niemals ausschöpfen zu können“. Die Regel in den Waisenhäusern war, dass sie niemals über ihre Bedürfnisse sprechen oder sie auch nur andeuten würden. Tausende von Kindern wurden in diesem Vertrauen über Jahrzehnte hinweg Tag für Tag versorgt. Gott segnete so großzügig, dass Georg Müller in der Lage war, auch andere Missionare wie Hudson Taylor, Charles Studd und viele andere zu unterstützen.

C.H. Mackintosh
Gedanken zu den 5 Büchern Mose

Es ist schwer den großen Wert einzuschätzen, den Mackintosh´s Bücher für mein Leben gehabt haben. Sie präsentieren die geistliche Bedeutung der alttestamentlichen Schriften und wenden sie auf unser tägliches Leben an. Sie erheben uns aus unserer menschlichen Begrenztheit und lassen uns in der Gegenwart des Höchsten wohnen. Sie sind dazu bestimmt, uns den Wert des himmlischen Weges und der himmlischen Gesinnung zu lehren. Sie illustrieren, warum die Bücher Mose „zu unserer Belehrung geschrieben“ sind. Es wird schwierig sein, diese Bücher ernsthaft zu studieren und derselbe Mensch zu bleiben!

C.H. Spurgeon
Tauperlen und Goldstrahlen

Das ist ein Andachtsbuch, welches ich mit großem Gewinn und viel Freude gelesen habe. Spurgeon hat für jeden Tag einen Bibelvers herausgesucht und legt ihn unnachahmliche aus. Sein Stil ist eigentlich einfach – Spurgeon sagt: „Lege die Nahrung dahin, wo die Lämmer sie finden können. Es wird den Schafen nicht schaden, wenn sie sich bücken müssen.“ Wenn Spurgeon von Predigern gelesen wird, kommen ihnen Ideen „gleich Schwalben auf dem Dachgiebel“. Spurgeon profitierte viel von anderen Autoren und ihren Schriften. Er sagte: „Ich melke die Kühe anderer Leute, aber ich mache meine eigene Butter!“ Sein brillanter Schreibstil machte ihn bei Tausenden von Lesern beliebt.

Es ist kein Geheimnis, dass H.A. Ironside durch seine Person und seine Bücher einen großen Einfluss auf mein Leben hatte. Ironside besaß die Gabe, die tiefen Lehren von Männern wie J.N. Darby, William Kelly usw. auf eine dem Leser verständliche Weise zu formulieren und mit treffenden Illustrationen und humorvollen Bemerkungen zu präsentieren. Das Volk liebte diesen Prediger und er liebte das Volk Gottes. Er war frei von jeglichem sektiererischen Geist. Ich schätze F. B. Meyer und J. H. Jowett für ihre Fähigkeit, die erhabenen Wahrheiten des Glaubens in eine solch brillante Sprache zu kleiden dass man spürt, wie überwältigend und atemberaubend sie sind. A. W. Tozers Werke sind scharfsinnig. Seine Botschaft ist Prophetie, das Bloßstellen von Sünde und Oberflächlichkeit sowie der Ruf an Gottes Volk, sich auf einen höheren Plan einzulassen. Wenn ich die Werke dieser Männer las, habe ich oft gedacht: „Ich wünschte, das hätte ich geschrieben.“ (Übers.: Ulla Bühne)

Nachtext

Quellenangaben