Zeitschrift-Artikel: Die Sonne - lautlose Kraft (Teil 3)

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Titel: Die Sonne - lautlose Kraft (Teil 3)
Typ: Artikel
Autor: Matthias Kremer
Autor (Anmerkung):

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Titel

Die Sonne - lautlose Kraft (Teil 3)

Vortext

Text

In ihrer Ausgabe vom April 1998 berichtet die Zeitschrift GEO: "Das mitteleuropäische Jahrhundertereignis am 11.August 1999 wird über dem Nordatlantik ... beginnen. ... Für gut zwei Minuten wird in Deutschland der Tag zur Nacht werden." Es handelt sich um eine dann stattfindende totale Sonnenfinsternis, der die astronomisch interessierte Welt entgegenfiebert. Wie sehr interessieren wir uns für die wahre Sonne Jesus Christus?

Die Sonne "redet" lautlos

Die Sonne wirkt lautlos, einfach durch ihre Eigenschaften - sie gibt z. B. Leben, Licht und Wärme. Und zwar unabhängig davon, ob wir über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge Bescheid wissen oder nicht.

Wenn wir die Sonne also bewußt erleben wollen, dann müssen wir ihr Aufmerksamkeit schenken, denn sie erinnert uns nicht lautstark an ihre Bedeutung für uns Menschen. Gerade weil sie lautlos wirkt, kann der Mensch sein Leben führen, ohne sich jemals dessen bewußt zu sein, daß er von diesem Himmelskörper jede Sekunde völlig abhängig ist.

Ebensowenig wie die Sonne uns zwingt, über ihre Eigenschaften nachzudenken, tut dies der Herr Jesus in bezug auf Seine Person. Er macht keine großen Werbekampagnen sondern Er erwartet, daß wir uns Seinem Licht und Seiner Wärme öffnen, damit Er auf Seine individuelle Weise zu jedem Einzelnen reden kann. Sind wir aber immer wieder bereit, in der so unruhigen Zeit auf Sein Reden zu achten? Hören wir auf Seine Stimme beim Lesen Seines Wortes?

Bei der Sonne, die ja nur Materie ist, hätte dieses Desinteresse keine Konsequenz.

Anders ist es aber bei der wahren, lebendigen "Himmelssonne" Jesus Christus - Er ist unser Schöpfer und deshalb ist jeder Mensch vor Ihm verantwortlich!

Gerade weil der Herr oft "lautlos" redet, leben viele Menschen ihr Leben, ohne über Ihn nachzudenken.

Wie sehen wir diese Sonne als Mittelpunkt sogar schweigend (Jes 53,7; Mk 14,60f + 15,4), d.h. lautlos, während der verschiedenen Verhöre unter den Juden und Römern. Aber wie redete Er dann am Kreuz! Schreien, Stöhnen (Ps 22,1b; Ps 69,3a) - bis hin zum Siegesruf "Es ist vollbracht!"

Die Sonne - ein Himmelskörper

Durch die schon erwähnte Abhängigkeit der Erde von der Sonne sind wir jede Sekunde von etwas abhängig, das sich oben am Himmel befindet. Möchte der Schöpfer dadurch nicht schon darauf hinweisen, daß wir denjenigen, von dem wir völlig abhängig sind und der uns allein den wahren Sinn des Lebens geben kann, nicht auf der Erde, sondern im Himmel suchen sollen? Und doch leben so viele Menschen, als ob es nur die Erde mit ihren Angeboten gäbe. Viele sagen sinngemäß: "Was interessiert mich der Himmel? Ich lebe hier mit meinen Problemen und Freuden auf der Erde!"

Aber die Sonne lehrt uns: wahres Leben, Licht, Wärme, Freude etc. kann uns nur der Himmel geben - bzw. derjenige, der dort ist. Unter der Sonne ist alles nur Vergänglichkeit...

Salomo, der weiseste aller Menschen, sagt: "Und süß ist das Licht, und wohltuend den Augen, die Sonne zu sehen" (Prediger 11,7). Und der Psalmist Asaph ruft in Psalm 73,25 aus: "Wen habe ich im Himmel? Und neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde."

"Sinnet auf das, was droben ist, ... wo der Christus ist ... nicht auf das, was auf der Erde ist" (aus Kol 3, 1+2) ermuntert uns Paulus.

In unserer Zeit der zunehmenden Gottlosigkeit auf der Erde dürfen wir den Herrn im Himmel wissen und sehen - und wir dürfen uns immer wieder daran erinnern, daß wir in Ihm bereits versetzt sind in die "himmlischen Örter" (Eph 2,6). Wir sind Himmlische, und wir dürfen uns daran erfreuen - bei allem Leid dieser Erde.

Die Sonne - unerreichbar fern und wärmend nah

Die Sonne ist rund 150 Mio. km von der Erde entfernt. Das entspricht 375.000 mal der ErdäquatorIänge oder 390 mal der Entfernung des Mondes zur Erde. Das Licht mit einer Geschwindigkeit von über 1 Mrd. km/h braucht über 8 Minuten, um diese Strecke zurückzulegen. Mit einem Düsenflugzeug (1000km/h) wären wir ca. 17 Jahre unterwegs, um diese Strecke zu überwinden.

Im übrigen - niemals könnten wir uns ungefährdet diesem Glutofen nähern.... Unantastbar von Menschenhand zieht der gewaltige Sonnenball seine Bahn.

Ebenso unerreichbar und somit auch unangreifbar steht der Herr über allem, was auch immer unter der Sonne geschehen mag, auch gegen Ihn oder Seinen Willen. "Es treten auf die Könige der Erde, und die Fürsten ratschlagen miteinander wider den Herrn und Seinen Gesalbten.... Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer." (Ps 2,2-4)

Außerdem wird die Hilflosigkeit aller menschlichen Bemühungen deutlich, Ihm irgendwie mit menschlichen Mitteln (Religionen, Philosophien) näherzukommen. Ich kann nicht zu Ihm gelangen - Er mußte sich mir nähern und zu mir kommen (so wie die Strahlen der Sonne zu uns kommen) ...

Trotz der großen Entfernung ist die Sonne dennoch 270.000 mal näher als der nächste Stern außerhalb unseres Sonnensystems. (Daher erscheint sie uns auch so hell im Gegensatz zu den anderen Sternen.) Der für uns nächste Stern Alpha Centauri ist nämlich etwas über 4 Lichtjahre entfernt.

Und gerade wegen ihrer Nähe hat die Sonne überhaupt eine solch "regenspendende" Bedeutung für uns.

Auch der Herr ist uns nahe gekommen: Er, der "hoch über alle Nationen ist" und "hoch oben thront", "neigte sich herab, um auf die Himmel (Er muß sich sozusagen bücken, um das Universum anzuschauen) und die Erde zu schauen (wörtl.: "tief herabzuschauen")" (Ps 113,4-6) - bis Er schließlich sogar die höchste Höhe verließ und bereit war, als Baby auf unserer Erde geboren zu werden. Und am Ende kam Er uns schließlich so nahe, daß Er - der Unangreifbare - sich greifen ließ, um unseren Platz am Kreuz einzunehmen.

Wäre der Herr uns nicht so nahe gekommen, dann hätte Er für uns sündige, gottentfremdete Menschen niemals diese besondere segenspendende Bedeutung haben können.

Jetzt kann Er uns zurufen: "Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters" (Mt 28,20).

Übrigens ist der Herr uns Menschen allen gleich nahe (wie die Sonne), d.h. es gibt bei Ihm kein Ansehen der Person. Auch auf dem Hügel Golgatha war Er den Gekreuzigten gleich nah: sie hatten beide die gleichen Möglichkeiten. Auch heute kann noch jeder zum Herrn kommen.

Die Sonne - und ihr optimaler Abstand

Mit den o.g. 150 Mio km hat die Sonne wunderbarerweise genau den richtigen Abstand zu unserer Erde, um die für die Lebensentfaltung notwendigen Temperaturen und die ausreichende Helligkeit zu gewährleisten. Eine vergleichsweise geringfügige Verschiebung von bereits 10 Mio. km würde für uns Menschen katastrophale Folgen haben:

"        ein kleinerer Abstand der Sonne mit ihrer Glut (Jak 1,11) würde zum Verbrennen der Erde führen,

"        ein größerer Abstand würde eine völlige Vereisung der Erde in Finsternis bewirken

So ist es mit dem Geschenk der Gnadenzeit: der Herr Jesus als gerechter Richter über alle Menschen (2Tim 4,1; Joh 5,22) ist noch langmütig, d.h. noch hält Er einen gnadenvollen Abstand: weder hat Er sie bisher gänzlich verlassen, noch ist Er zum großen Gericht gekommen.

Er wartet noch auf die Ausübung Seiner Richtergewalt über die Menschen - die sich darin äußern wird, daß Er einmal als die "Sonne der Gerechtigkeit" wiederkommen (Mal 4,2) und am Ende der Zeiten (Himmel und) Erde im Brande untergehen lassen wird (2Petr 3,9). Entsprechend wird uns der Herr zu Beginn der Offenbarung des Johannes, die uns ja Sein Kommen auf die Erde als Richter zeigt, mit einem "Angesicht, das wie die Sonne in ihrer Kraft leuchtet", vorgestellt (Offb 1,16).

Danach werden alle Nichterretteten auf ewig von Ihm distanziert sein an dem "eiskalten" Ort der "äußeren Finsternis" (Mt 22,13) - in das unauslöschliche Feuer (Mk9,43b+48) (= zwei verschiedene Seiten der Hölle, die beide gleichzeitig wahr sind).

Noch aber geht die Sonne auf über Böse und Gute ... (Mt 5,45).

(wird fortgesetzt)

Nachtext

Quellenangaben