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Zeitschrift-Artikel: Die Untergrabung der Grundlagen

Zeitschrift: 83 (zur Zeitschrift)
Titel: Die Untergrabung der Grundlagen
Typ: Artikel
Autor: Francis A. Schaeffer
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 142

Titel

Die Untergrabung der Grundlagen

Vortext

Text

Es gibt heute zwei Gründe dafür, warum man eine starke und kompromisslose Ansicht über die Bibel haben sollte. In erster Linie ist dies die einzige Möglichkeit, treu zu sein gegenüber dem, was die Bibel über sich selbst lehrt, gegenüber dem, was Christus über die Bibel lehrt und gegenüber dem, was die Kirche beständig durch die Jahrhunderte hindurch aufrechterhalten hat. Dies sollte in sich schon Grund genug sein. Aber heute gibt es einen zweiten Grund, warum wir uns an eine starke, kompromisslose Ansicht über die Bibel halten sollten. Vor uns liegen schwierige Zeiten-für uns selbst und für unsere geistlichen und leiblichen Kinder. Ohne eine feste Meinung zur Bibel als Grundlage sind wir für die schwierigen Zeiten nicht gewappnet. Nur wenn die Bibel ohne Irrtum ist - nicht nur, wenn sie über die Erlösung spricht, sondern auch dann, wenn sie über die Geschichte und den Kosmos berichtet, haben wir eine Basis für die Beantwortung von Fragen, die uns im Hinblick auf die Existenz des Universums mit seiner Ordnung und im Hinblick auf die Einzigartigkeit des Menschen gestellt werden. Ohne ein tragfähiges Fundament haben wir auch keinerlei absolute moralische Maßstäbe oder Heilsgewissheit, und die nächste Generation von Christen wird nichts haben, auf das sie sich stützen kann. Unseren geistlichen und leiblichen Kindern wird man einen Boden zurücklassen, den man ihnen unter den Füßen wegziehen kann. Sie werden keine Basis haben, auf die sie ihren Glauben und ihr Leben gründen können.

Der christliche Glaube stellt nicht mehr den Konsens für unsere Gesellschaft dar. Der christliche Glaube bestimmt auch nicht mehr den Konsens, auf dem die Rechtsprechung basiert. Hiermit möchte ich nicht sagen, dass wir jemals eine "christliche Nation" in dem Sinne waren, dass alle oder wenigstens die meisten unserer Einwohner Christen gewesen wären, auch nicht in dem Sinne, dass die Nation, ihre Gesetzgebung und ihr gesellschaftliches Leben jemals einen uneingeschränkten und vollständigen Ausdruck der christlichen Wahrheit dargestellt hätten. Es gibt in der Vergangenheit kein goldenes Zeitalter, das wir idealisieren könnten - sei es nun Amerika, die Reformation oder die frühe Kirche. Aber bis vor wenigen Jahrzehnten existierte wirklich etwas, das man zu Recht einen christlichen Konsens bzw ein christliches Ethos nennen kann, die der westlichen Gesellschaft und den USA auf ganz unmissverständliche Weise eine spezifische Gestalt gaben. Nun ist dieser Konsens beinahe gänzlich geschwunden und die Freiheiten, die er mit sich brachte, werden vor unseren Augen zerstört. Wir befinden uns in einer Zeit, in der der Humanismus seine natürlichen Schlussfolgerungen zieht, sei es in der Ethik, in den Wertmaßstäben oder in der Gesetzgebung. Alles, was die Gesellschaft heute besitzt, sind relativistische Werte, die auf statistischen Durchschnittsberechnungen basieren oder den willkürlichen Entscheidungen jener, die die rechtliche und politische Macht besitzen.

 

Nachtext

Quellenangaben

Aus: FRANCIS A. SCI-IAEFFER, DIE GROSSE ANPASSUNG - DER ZEITGEIST UND DIE EVANGELIKALEN, CLV, S. 54Fr.