Zeitschrift-Artikel: JOSUA

Zeitschrift: 117 (zur Zeitschrift)
Titel: JOSUA
Typ: Gedicht
Autor: William Kaal
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1336

Titel

JOSUA

Vortext

Text

In der Sklaverei geboren,
Peitschenhiebe in den Ohren
– so wächst Josua einst auf –
und erfährt als Jugendlicher,
wie der Herr sein Volk ganz sicher
aus Ägypten führt herauf.


Danach können die Befreiten
trock‘nen Fußes vorwärts schreiten
durch‘s geteilte Rote Meer.
Und er sieht wie wenig später
Pharao, der Übeltäter,
dort ertrinkt mitsamt dem Heer.


Hinter ihm das Todeswasser
stimmt mit seinem jungen Bass er,
in den Rettungsjubel ein.
Danach lernt er in der Wüste,
was uns mehr bewusst sein müsste:
Von Gott abhängig zu sein.


Viele Tage hier verstreichen,
doch will Josua nicht weichen,
aus der Gegenwart des Herrn.
Wird für später vorbereitet,
da er Mose oft begleitet –
Mentoring war schon modern.


Kurz darauf, noch jung an Jahren,
und im Kampf recht unerfahren,
zieht er mutig in den Krieg.
Und nach langem, heißem Ringen
kann er Amalek bezwingen,
und erringt den großen Sieg.


Das Geheimnis des Erfolges,
lag nicht im Geschick des Volkes,
sondern vielmehr ganz konkret
daran dass man Moses Hände,
unterstützte bis zum Ende:
Hoch erhoben zum Gebet.


Kann man hier nicht deutlich sehen:
Nur durch Kämpfen und durch Flehen,
man auch wirklich siegen kann!
Und dass brüderliche Stützen, die
vor Träg- und Schwachheit schützen,
hilfreich sind für jedermann!


Israel muss sich bewähren,
und den Jordan überqueren,
dieses ist der Todesfluss.
Die Lektion hier ist, dass Sterben,
um die Segnungen zu erben,
auch für Christen ist ein Muss.


Vorneweg die Bundeslade,
und als ihre Träger grade
Füße in den Fluss gesetzt,
türmen sich die Wassermassen,
um das Volk hindurch zu lassen –
alle bleiben unverletzt.


Dann, im Lande angekommen,
Jericho wird eingenommen.
Hat man so was schon gehört?
Eine Stadt mit festen Mauern,
die sonst Zeiten überdauern,
wird an einem Tag zerstört.


Israel ist überlegen,
nicht aufgrund seiner Strategen
mit Erfahrungen im Krieg.
Nein, auch hier war vielmehr Treue,
nicht gewiefte Taktik-Schläue,
wahrer Grund für ihren Sieg.


Nächster Punkt auf ihrer Reise
ist dann schon das vergleichsweise
kleine Städtchen Namens Ai.
Israel, mit halber Power,
denkt, dass ja von kurzer Dauer,
sowieso der Kampf nur sei.


Dort muss Gottes Volk erfahren,
weil sie ungehorsam waren,
dass es ohne Gott nicht geht.
Denn die Pleite hatte Gründe,
nämlich unbekannte Sünde,
die dem Sieg im Wege steht:


Achan nahm sich von der Beute
– was er später dann bereute –
einen Mantel und auch Geld.
Als er dann nach Hause huschte,
er die Sünde schnell vertuschte,
und vergrub es unter’m Zelt.


Doch er wird dafür gerichtet,
dazu war das Volk verpflichtet,
Gott selbst hatte das bestimmt.
Um das Volk dadurch zu lehren
und auch uns hier zu erklären,
wie sehr ernst er Sünde nimmt.


Josua ist jetzt schon älter,
seine Worte sind gewählter,
doch im Glauben noch vital.
Und so lässt er alle frommen
Stammesväter zu sich kommen,
stellt sie dann vor eine Wahl:


Dient ihr Gott oder den Göttern
der Ägypter, diesen Spöttern?
Wählt euch heute einen aus!
Daraufhin erklärt er ihnen:
Ich will meinem Gott nur dienen,
ich mit meinem ganzen Haus!

Nachtext

Quellenangaben