Zeitschrift-Artikel: Wehe, wenn sie ins Schwärmen geraten!

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Titel: Wehe, wenn sie ins Schwärmen geraten!
Typ: Artikel
Autor: Alexander vom Stein
Autor (Anmerkung):

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Titel

Wehe, wenn sie ins Schwärmen geraten!

Vortext

„Die Heuschrecken haben keinen König, und doch ziehen sie allesamt aus in geordneten Scharen.“ (Spr 30,27)

Text

Juni 1784 – Bay Durban – Südafrika. Ein britischer Kolonialbeamter traut seinen Augen kaum: Am hel- len Mittag verdunkelt sich plötzlich der Himmel und ein unheimliches Brausen erfüllt die Luft. Alles um ihn herum scheint zu vibrieren und in Bewegung zu sein, die Sicht beträgt nur noch wenige Meter. Bäume biegen sich zur Erde und Zweige brechen unter dem Gewicht tausen- der Insektenleiber. Als der Himmel wieder etwas aufklart, ist die vor ihm liegende Ebene, soweit das Auge reicht, mit Heuschrecken bedeckt – so dicht, dass man den Erdboden unter ihnen nicht mehr erkennen kann! In weniger als fünf Stunden verwandeln sie 3.000 Quadratkilometer dicht bewachsenes Grasland in eine triste Einöde, in der kein Halm mehr steht – um sich anschließend wieder mit gewaltigem Getöse in die Luft zu erheben. In Form einer riesigen Säule nimmt der Schwarm Kurs auf die Küste und die tosende See – oder ist es der Nordwestwind, der ihn nun auf den offenen Ozean hinausweht? Jedenfalls ist das Meer am übernächsten Tag braun und schaumig. Bald darauf türmen die Wellen die toten Tiere am Strand auf einer Länge von 80 Kilometern zu einem Wall von über einem Meter Höhe auf. Faszinierte Naturkundler dokumentieren das Ereignis und berichten der Royal Society in London darüber. Dabei nden sie heraus, dass der Schwarm aus etwa 300 Milliar- den Tieren der Art Schistocera gregaria besteht – Wüstenheuschrecken. › Gefürchtete Invasoren Ähnliche Ereignisse sind aus allen Epochen der Geschichte überliefert. In der Antike waren Überfälle durch Heuschrecken die furchtbarsten und opferreichsten Naturkatastrophen. Im Jahr 65 verwüsteten sie die Provinzen Cyrenaica und Numidia in Nordafrika, die zur „Kornkam- mer“ des römischen Weltreichs zählten. Dem Historiker Paulus Orosius zufolge forderten die darauffolgenden Hungersnöte und Seuchen, die von den verwesenden Kadavern der Insekten ausgelöst wurden, etwa 800.000 Menschenleben – mehr als jedes andere Naturereignis, von dem die Chroniken Roms berichten. Im Jahr 1899 wurde ein Schwarm von etwa 250 Milliarden Tieren beim Über iegen des Roten Meeres beobachtet. Ein Schiff, das dort kreuzte, fuhr einen ganzen Tag wie durch die Nacht und wurde unter den Körpern der Insekten förmlich begraben. Auch in anderen Teilen der Welt gibt es verwandte Arten, die in Massen auftreten. 1974 legte ein Schwarm den Melbourner Flughafen mehrere Tage lahm und im Januar 1975 starben zwei Bauern auf den Philippinen, weil sie von dem Gewicht der auf ihnen landenden Heuschrecken erstickt wurden. Beispiellos ist ein Schwarm von etwa 12,5 Billionen Felsengebirgsschrecken (Melanoplus spretus), der vom 15. bis 25. August 1875 über den US- Bundesstaat Nebraska hinwegzog und eine Ausdehnung von 514.400 Quadratkilometern erreichte (das ist mehr als die Fläche von Spanien!). Die Wissenschaftler A. L. Child und Ch. Riley berichteten unabhängig voneinander darüber – möglicherweise handelte es sich um die größte Tieransammlung aller Zeiten. Kurioserweise starb diese Art nur 25 Jahre später aus. Bis in unsere Zeit kennt man Heuschreckenschwärme als immer wiederkehrende Plage: 2013 wüteten sie in Madagaskar und 2015 gab es große Einfälle in Brasilien und Südostrussland. Allerdings werden sie heute scharf im Auge behalten und per Satellit überwacht. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) betreibt aufwändige Programme zu ihrer Bekämpfung. Auf der Seite http://www.fao.org/ag/locusts kann man sich jederzeit ein Bild von der aktuellen Situa- tion machen. Bereits 1700 v. Chr. bekämpften Armeen der frühen Hochkulturen die „Invasoren“ im Zweistromland, und bis heute ist in den Staaten der Sahelzone das Militär dafür zuständig. › Sprungbereit Die Katastrophe bahnt sich sehr unscheinbar an, denn Wüstenheuschrecken haben zwei Gesichter. Die meiste Zeit leben sie im „Einzelkämpfermodus“, betrachten Artgenossen als Konkurrenten, gehen einander aus dem Weg und schlagen sich allein durch. Ihre Lebenserwartung beträgt, je nach Temperatur, zwei bis fünf Monate und für viele hungrige Mäuler sind sie ein begehrter Leckerbissen, der zudem noch recht wehrlos daherkommt. Bei Bedrohung können sie sich nur durch rasche Flucht retten, indem sie ihren Trumpf ausspielen – den Heuschrecken- Weitsprung. Sie katapultieren sich mit ihren langen Hin- terbeinen bis zu einem Meter weit durch die Luft. Ihre Beschleunigung beträgt bis zu 15 g – ein eigentlich unerreichbarer Wert, der nur durch einen kleinen Trick möglich ist. Kurz vor dem Start laden die Hüpfer ihre „Powerpacks“ auf. Fasern des hochelastischen Proteins Resilin werden wie Gummisehnen gespannt, Muskelkraft wird als Verformungsenergie gespeichert und dann durch das Zucken eines winzigen Auslösers ruckartig freigesetzt. Der einzige Nachteil ist, dass dieser Ladevorgang etwa eine halbe Sekunde dauert. Das kann bei einem Überraschungsangriff zu lang sein. Gelingt jedoch der Absprung rechtzeitig, sind sie danach meistens in Sicherheit. Das ist auch gut so, denn diese enorme Leistung kostet so viel Kraft, dass sie direkt danach nur noch einen viel kleineren Sprung machen können und dann nur noch einen ganz winzigen. Wer eine Heuschrecke fangen will sollte sich also mer- ken: drei Mal hüpfen lassen, bis „die Batterie leer“ ist, dann einfach aufsammeln. In den Wüsten- und Steppenzonen Nordafrikas und Mittelasiens, die tagsüber glühend heiß und nachts eisigkalt sind, führen sie ein entbehrungsreiches Leben und ernähren sich vom spärlichen P anzen- bewuchs ausgetrockneter Flussbetten. Das Wasser, das sie benötigen, kann ihr Stoffwechsel auf chemischem Weg selbst erzeugen, so dass sie nicht trinken brauchen und selbst mit knochentrockener Nahrung auskommen können. › Eine Zeitbombe tickt Welche Bedingungen zur Startphase der Massenvermehrung führen, ist noch nicht ganz klar. Es beginnt jedenfalls mit einem kräftigen Regenguss in einem Dürregebiet, den die Einzelgänger, vermutlich aufgrund der Luftdruckveränderung, in vielen hundert Kilometern Umkreis wahrnehmen. Sobald es Nacht geworden ist, machen sie sich aus allen Himmelsrichtungen auf den Weg und treffen zu tausenden dort ein. Sie fressen das frische Grün, das nach dem Regen aus dem Boden sprießt. Die Nahrungsumstellung von dürrem Wüstenkraut zu saftiger und vitaminreicher Vollwertkost wirkt wahre Wunder. Während die Tiere in ihrem Eremitenleben weder weiterwuchsen, noch sich zur Geschlechtsreife weiterentwickelten, holen sie dies nun in kürzester Zeit nach. Egal, wie lange die Diaspora zuvor angedauert hat und wie alt die einzelnen Tiere sind – hier „im Paradies“ werden sie in wenigen Stunden erwachsen, verändern ihre Farbe von braungrün zu braungelb und feiern eine „Massenhochzeit“. Kurze Zeit später versenken die Weibchen durch einen langen Legeschlauch bis zu 80 reiskorngroße Eier im weichen Boden, die dabei von einer Schaumsäule umhüllt werden, die aushärtet und einen guten Schutz bietet. Unter idealen Bedingungen können daraus schon nach zwei Wochen Jungtiere schlüpfen, die zuerst etwa die Größe einer Stuben iege haben. Wenn es allerdings zu kalt für die Eireifung ist, kann dieser Vorgang auch für mehrere Monate unterbrochen werden. Unter Umstän- den sind in der Zwischenzeit weitere Gruppen am gleichen Ort eingetroffen, haben sich ebenfalls in Massen verpaart und ihre Eier abgelegt – so dass immer mehr Eier im Boden stecken und auf das perfekte „Schlüpfwetter“ warten – eine tickende Zeitbombe! Denn sobald ideale Bedingungen eintreten, reifen alle Eier gleichzeitig heran, egal, wie lange sie dort schon gelegen haben. › Die Schwarmexplosion Der Heuschrecken-Experte Cliff Ashall beschrieb dieses Ereignis so: „So weit das Auge reicht sprudeln die jungen Hüpfer förmlich aus der Erde hervor. In kürzester Zeit sind sämtliche Gelege in einem riesigen Brutgebiet geschlüpft. Wie Schnee ocken treiben Millionen der abgestoßenen, feinen, weißen Larvenhäute im Wind über die Steppe.“ Was nun folgt, ist sensationell: eine völlige Charakter- verwandlung der Heuschrecken, der Übergang vom solitären (einzelgängerischen) in den gregären (geselligen) Modus. Die neue Generation ist wesentlich aktiver; ihre Körpertemperatur liegt 5 – 8 Grad höher, die Flügel wer- den ein ganzes Stück größer, als die ihrer Vorfahren und auch ihre Färbung hat sich von deren grünlich-hellbraun zu einem dunkel-rötlichbraunen Ton geändert. Beide Erscheinungsformen unterscheiden sich so stark, dass man sie bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts für verschiedene Arten hielt. Die „Babyboomer“, die von Beginn ihres Lebens an in der Masse stecken, lieben das Wir-Gefühl. Selbst ihre Eltern, sofern sie noch in der Nähe sind, lassen sich von dieser Gruppendynamik anstecken. Ein unheimlicher Nachahmungstrieb beherrscht sie auf einmal, so dass, wo immer sich zwei begegnen, diese anschließend gemeinsam weiterhüpfen. Stoßen Gruppen aus verschiedenen Richtungen aufeinander, so verschmelzen sie und ziehen auf einem Kurs weiter. Eine gewaltige Bewegung formt aus einer Unzahl eigenständiger Individuen etwas ganz Neues – einen Schwarm. Im Schwarm werden alle Mitglieder zusammengeschmiedet, so dass man ihn fast als ein neues Wesen begreifen kann. Es gibt keinen Anführer, „keinen König“, wie Salomo in dem vorangestellten Bibelvers bemerkt, dennoch erheben sich alle gleichzeitig, wie auf ein geheimes Kommando, als schwirrende Wolke in den Himmel. Niemand führt den Schwarm an, im Gegenteil, jedes einzelne Tier ist ständig darum bemüht, ins Zentrum der Wolke zu gelangen, es gibt keine stabilen Positionen, sondern eine permanente Rotation. Wie von innen heraus gesteuert, folgt dieses chaotische Gewusel einem klaren Kurs, der nur zum Teil von der Windrichtung abhängt und einem eindeutigen Bedürfnis folgt: FRESSEN! › Rasende Grasende Der Appetit der Heuschrecken ist legendär. Sie sind wahre Fressmaschinen und verzehren täglich das zwei- bis dreifache ihres Körpergewichts. Eine Tonne Heuschrecken verbraucht täglich so viel Nahrung wie 2.500 Menschen. Der Lärm, den die unaufhörlich raspelnden und schabenden Mundwerkzeuge eines Schwarms erzeugen, gleicht einem prasselnden Platzregen. Kaum ein Gewächs ist vor ihnen sicher, was mit der erstaunlichen Tatsache zusammenhängt, dass die Mehrzahl der Arten dieser Insek- tengruppe polyphag ist und Nahrung aus mehr als einer Pflanzenfamilie vertragen kann. Außerdem können sie das Enzym Cellulase herstellen und damit sogar Holz fres- sen. Ungewöhnlich harte Mundwerkzeuge ermöglichen es ihnen, Gräser abzuweiden, die Silizium enthalten und von den meisten anderen P anzenfressern verschmäht werden. Das ist möglich, weil ihre Bezahnung noch härter ist. Die Schneidekanten ihrer Mandibeln sind nicht nur mit dem „Biobeton“ Sklerotin verstärkt, sondern enthalten außerdem Zinkeinlagerungen. Die Turbofresser arbeiten mit einem „metallischen Mähwerk“! › Katastrophen-Alarm Diese (erste) Generation bezeichnet man noch als „Kleinschwarm“. Er umfasst typischerweise 30 – 50 Millionen Tiere. In den meisten Fällen gelingt es ihnen allerdings nicht, rechtzeitig Nahrungsgründe zu finden, die reichhaltig genug sind, um alle satt zu machen. Dann beginnt ein Massensterben: Sie fallen übereinander her und fres- sen sich gegenseitig, die Überlebenden zerstreuen sich und werden wieder zu Einzelgängern. Der ganze Spuk ist so schnell vorüber, wie er begonnen hat. Aber wehe, wenn es anders kommt – wenn der Schwarm in ein Gebiet gelangt, das intensiv bewirtschaftet wird und Nahrung im Überfluss bietet. Sofort wird die nächste Generation in die Welt gesetzt – der ganze Zyk- lus dauert unter idealen Bedingungen nur sechs Wochen – und die Katastrophe nimmt unausweichlich ihren Lauf. Je größer der Schwarm wird, desto aktiver und aggressiver werden seine Mitglieder. Sie scheinen zu spüren, dass die Zeit gegen sie arbeitet und die Grenze des Wachstums schon bald erreicht sein wird. Um die knappen Ressourcen auszunutzen, fressen sie rund um die Uhr. Alles Grüne wird vertilgt, bis hin zu einer völlig kahlgefressenen Land- schaft. Sobald nichts mehr zu holen ist, iegen sie los und fallen in neue Gebiete ein. Ihre Zahl wächst jetzt ins Unermessliche, sie bilden einen Superschwarm, der aus vielen Milliarden Tieren besteht und durch nichts mehr aufzuhalten ist. › Ungebundene Vagabunden Mithilfe der Kraft des Windes lassen sie sich über weite Strecken tragen, werden dadurch unberechenbar und sind an keine Grenzen gebunden. Ein Schwarm aus der Sahara kann in Algerien, Marokko oder Mali landen, oder durchstarten und bis in den Iran, Pakistan oder die Golfstaaten ziehen. Genauso können Schwärme von Mauretanien nach Indien oder von Tansania in die Türkei iegen. Durch einen kräftigen Seewind wurde einmal ein Schwarm von den Kanarischen Inseln in 60 Stunden 2.600 Kilometer weit über das offene Meer bis nach Irland getragen. 1988 gelangten sogar einige Schwärme von Afrika bis in die Karibik. Typischerweise bewegen sich Heuschrecken im Schwarm mit einer Geschwindigkeit von 15–18 Stundenkilometern fort. Das Flie- gen ist eine gewaltige Kraftanstrengung und ihr Energieverbrauch kann dabei um mehr als das 100fache ansteigen – eine Leistung, zu der ein Mensch überhaupt nicht fähig wäre. Ein Erwachsener würde bei dieser Belastung etwa 7.500 Kilokalorien pro Stunde benötigen und müsste für eine Flugstunde vorher 12 Kilo Kartoffeln verspeist haben (oder während des Fluges alle 15 Minuten ein Glas Nutella leeren), um nicht entkräftet abzustürzen. So ein enormer Energieumsatz würde Ver- dauung, Stoffwechsel, Atmung, Blutkreislauf und Temperaturregulation des menschlichen Körpers hoffnungslos überfordern. In der Heuschreckenbrust pressen außerdem starke Flugmuskeln, die sich bei jedem Schlag um 30 Prozent verkürzen, große Luftsäcke zusammen und bilden damit einen „Blasebalg“, der Sauerstoff über feine Kanäle im Körper verteilt. Um auf den Langstreckenflügen kein Treibstoffproblem zu bekommen, können die „Triebwerke“ der Heu- schrecken im laufenden Betrieb umgestellt werden, und nicht nur Zucker, sondern auch Fett direkt verbrennen. Auch die Antriebsmechanik ist für den langen Wander ug optimiert und läuft völlig autark; theoretisch könnten sie ohne Kopf weiter fliegen. Im Gegensatz zu anderen Fluginsekten werden die Flügel im Schlag nicht gedreht. Dadurch sind sie zwar schnelle und ausdauernde Flieger, können aber kaum manövrieren. Eine Heuschrecke im Landeanflug wirkt meistens so, als ob sie zufällig vom Himmel purzelt. › Gottes Geißel Auch wenn hin und wieder einzelne Schwärme von Wüstenheuschrecken bis nach Mitteleuropa gelangten, war den Menschen hierzulande ihr furchterregender Charakter hauptsächlich aus den Berichten der Bibel bekannt. Dort werden Heuschrecken mehr als 30 Mal erwähnt. Es existieren neun verschiedene hebräische Wörter, bei denen im Einzelfall nicht sicher rekonstruiert werden kann, ob verschiedene Arten, Entwicklungsstadien oder Synonyme damit bezeichnet werden. Die allgemeine Bezeichnung ist arbeh, was sich von rabah – „viele“ ableitet. Es ließe sich also mit „Mehrling“ oder „Schwärmling“ übersetzen – in der Tat ein sehr treffender Name. Auf Griechisch heißen sie akris, was eine Verkürzung von akrobates ist und „auf-Zehenspitzen-Gehende“ bedeutet. In poetischer Rede werden sie oft als Sinnbild für unzählige Mengen verwendet (Ri 6,5; 7,12; Jer 46,23; Nah 3,15). Aber ihre größte Bedeutung erlangen sie als „großes Heer“ Gottes (Joe 2,25) und Vollstrecker seiner Gerichte (vgl. Offb 9,3–6). Wie an den Einzelheiten ihrer Anatomie und Strategie erkennbar ist, könnte es dafür kaum einen geeigneteren Kandidaten geben. Am schrecklichsten wüteten sie als „Achte Plage“: „Und die Heuschrecken kamen herauf über das ganze Land Ägypten und ließen sich im ganzen Land Ägypten nieder, in gewaltiger Menge; vor ihnen sind nicht derart Heuschrecken gewesen wie diese, und nach ihnen werden nicht derart sein.“ (2Mo 10,14). Wenn wir diese Beschreibung wörtlich verstehen, handelt es sich um einen Überfall, der alle Rekorde bricht. › Ein Leib, ein Schwarm sind wir, die Vielen Salomo erwähnt sie allerdings nicht als verheerende Plagegeister, sondern als gemeinsam handelnde und geeinigte Gruppe. Sie werden uns Menschen als Vorbild hingestellt, weil sie in geordneten Scharen fliegen, ohne, dass ein „Leithammel“ voraus fliegt. Auch die Christen haben auf der Erde „keinen König“ – keinen Menschen, der eine zentrale Autorität über sie ausübt und sie leitet. Dennoch bilden sie als „ein Leib“ eine wunderbare Einheit (Röm 12,5; 1Kor 10,17; Eph 4,4; Kol 3,15). Diese wird am besten sichtbar, wenn jeder Einzelne sich in Richtung unseres Mittelpunktes orientiert: Jesus Christus!

Nachtext

Quellenangaben