Zeitschrift-Artikel: Das Lob der Engel

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Titel: Das Lob der Engel
Typ: Artikel
Autor: C.H. Spurgeon
Autor (Anmerkung): (1834 – 1892)

online gelesen: 134

Titel

Das Lob der Engel

Vortext

„Herrlichkeit Gott in der Höhe ...“ (Luk 2,14)

Text

Den ersten Worten des Lobes, das die Engel hier anstimmen, können wir entnehmen, dass es Gottes höchster Ruhm ist, eine ewige Versöhnung erdacht zu haben. Unser Heil ist seine größte Tat. Natürlich, ihn preist auch jeder Tautropfen, der am Grashalm glitzert. Jedes Gänseblümchen am Weg, das vielleicht verblüht, ohne dass sich je ein Mensch bewundernd darüber neigte, erhöht seinen Namen. Jeder Vogel auf dem Ast und jedes Lamm auf der Wiese kündet von seinen Wundern. Preisen nicht auch die stummen Fische im Meer unseren Gott? Vom kleinsten Stichling bis zu den riesigen Walen loben und erheben doch alle Lebewesen im Wasser seinen großen Namen! Verkündigen nicht die Sterne seine Größe, wenn sie seinen Namen in goldenen Buchstaben in das tiefe Blau des Himmels schreiben? Und wenn die Blitze zucken und die mitternächtliche Dunkelheit erhellen, offenbaren sie dabei nicht seine Herrlichkeit? Tun nicht die Donnerschläge, die wie die Kesselpauken der göttlichen Heerscharen erdröhnen, seinen Namen kund? Ja, was da lebt und webt, erhebt unseren Gott! Aber versuche es nur, du großes wunderbares Weltall, halle wider vom Lob Gottes, bis deine letzte Kraft erschöpft ist: du wirst es nicht schaffen, das Lob zu ersinnen, das die Menschwerdung Gottes angemessen erhebt! Wenn alles, was Odem hat, eine große Jubel-Symphonie anstimmen wollte, sodass die Erde erbebte und sich die mächtigen Akkorde zum Himmel erhöben, es wäre alles nur wie ein Stammeln gegenüber der Botschaft: „Gott [war] in Christus ... die Welt mit sich selbst versöhnend“ (2Kor 5,19). Bei der Geburt des Kindes, welches in eine Krippe gelegt wurde, tönt uns ein größerer Wohlklang entgegen als in dem gewaltigsten Oratorium der gesamten Schöpfung. Das Lob, das uns die Geburt des Kindes in Bethlehem ankündigt, ist erhabener als der erhabenste Klang der Stimmen, die von Ewigkeit zu Ewigkeit den Thron des Allerhöchsten umgeben. Halt ein wenig inne, lieber Leser, und lass diese Wahrheit in dir wirken. Hier wird jede der göttlichen Eigenschaften besungen. Staune über die Weisheit! Der Ewige wird Mensch, damit er gerecht sein kann und dennoch zugleich den gerecht mache, der an Jesus glaubt. Und welche Macht offenbart sich hier! Denn wo ist eine so große Macht, die es fertigbringt, sich in der Schwachheit des Kindes in der Krippe zu verbergen! Welche Macht! Gott legt eine Zeit lang seine Majestät nieder und wird „den Menschen gleich ... und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden“ (Phil 2,7). Und welche Liebe offenbart sich in Jesus, der sich nicht schämt, uns „Brüder“ zu nennen! Und welche Treue! Wie viele Verheißungen und Prophezeiungen werden an diesem Tag erfüllt! Wie viele Verp ichtungen sind jetzt eingelöst! Nenne mir eine Eigenschaft Gottes, von der du sagen könntest, sie sei in Christus nicht geoffenbart. In Christus „wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol 2,9). Wenn auch einige Buchstaben des Namens Gottes in die Tafeln der sichtbaren Welt eingegraben sind – der ganze Name steht auf der Stirn dessen, der wahrer Mensch und wahrer Gott in einer Person war und ist.

Nachtext

Quellenangaben

(Aus: C.H. Spurgeon, Die herzliche Barmherzigkeit, CLV, s. Buchbesprechungen auf S. 21)