Zeitschrift-Artikel: Der zweite Brief des Petrus – Der Brief des Judas (Benedikt Peters)

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Titel: Der zweite Brief des Petrus – Der Brief des Judas (Benedikt Peters)
Typ: Buchbesprechung
Autor: Gerrit Alberts
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Titel

Der zweite Brief des Petrus – Der Brief des Judas (Benedikt Peters)

Vortext

Text

Mit der Auslegung des zweiten Petrusbriefes und des Judasbriefes ist der vierte Band der Kommentar-Reihe des Autors im CLV-Verlag erschienen. Sie soll mit der Auslegung des Römerbriefes fortgesetzt werden. Die Auslegung der beiden Briefe beginnt jeweils mit einer Einleitung, in welcher der rote Faden der Briefe verständlich und nachvollziehbar herausgearbeitet wird. Es folgt eine Vers für Vers-Auslegung, wobei dem Autor seine Kenntnisse der griechischen Sprache und seine profunde Bibelkenntnis zu Nutze kommt. Nahezu jede dieser Vers-Auslegungen wird durch Erläuterungen der Wortbedeutungen und der Grammatik des griechischen Grundtextes untermauert. Auch ältere und jüngere Kommentare anderer Autoren werden berücksichtigt. Sowohl der zweite Petrusbrief als auch der Brief des Judas haben eine große Aktualität. Während Petrus in seinem ersten Brief über die Verfolgungen und Angriffe von außen spricht, thematisiert er im zweiten Brief Angriffe von innen. Als das große Ziel des Glaubensweges stellt Petrus den Christen das Königreich, die Ankunft und den Tag unseres Herrn vor Augen (1,11.16; 3,10). Um dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, müssen die Gläubigen sich vor Trägheit (Kap. 1), vor falschen Lehrern (Kap. 2) und vor Spöttern (Kap. 3) in Acht nehmen. Sowohl Petrus als auch Judas nennen als Kennzeichen der falschen Lehrer, dass sie den Herrn Jesus als Gebieter verleugnen und die Gnade in Ausschweifung verkehren (2Petr 2,1-2; Jud 4). Diese beiden biblischen Schreiber führen Beispiele aus dem Alten Testament an, die zeigen, dass diese Haltung das Gericht Gottes nach sich zieht. Neben der Tatsache, dass der Herr die Gerechten aus der Versuchung zu retten weiß (2Petr 2,9), werden die Gläubigen angewiesen, sich selbst in der Liebe Gottes zu erhalten (Jud 21). Beide Briefe enthalten nicht leicht zu verstehende Aussagen. Was bedeutet es z. B., die eigene Erwählung und Berufung fest zu machen (2Petr 1,10)? Was ist gemeint, wenn beide von der Sünde der Engel schreiben, die ihren ersten Zustand nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben (Jud 6)? Diese Fragen und noch zahlreiche weitere findet man in dem Kommentar fundiert beantwortet. Hilfreich wäre auch ein systematischer Vergleich zwischen den beiden Briefen, eine genauere Darstellung der Parallelen und der besonderen Schwerpunkte gewesen. Empfehlenswert ist der Gebrauch der Auslegungen parallel zur Bibellese in der Stillen Zeit, weil sie nicht nur das verstan- desmäßige Erschließen des biblischen Textes erleichtern, sondern durchaus erbaulich sind und zu einer kritischen Selbstprüfung anregen.

Nachtext

Quellenangaben

CLV, Bielefeld, geb., 192 S., 9,90 €