Zeitschrift-Artikel: Ist das nicht verwunderlich? - VIER WUNDERBERICHTE ELISAS IM VERGLEICH

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Titel: Ist das nicht verwunderlich? - VIER WUNDERBERICHTE ELISAS IM VERGLEICH
Typ: Artikel
Autor: Andreas Fett
Autor (Anmerkung):

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Titel

Ist das nicht verwunderlich? - VIER WUNDERBERICHTE ELISAS IM VERGLEICH

Vortext

Text

Ein doppelter Teil des Geistes Elias Im Leben des Propheten Elisa wimmelt es von Wundern. Erstaunlicherweise sind uns von Elisa doppelt(!) so viele Wunder berichtet wie von seinem Vorgänger Elia. Auch die Art und Weise in der er sie vollbringt, hebt sich von Elias Taten ab. In seinem ersten öffentlichen Wunder verwandelt er ungenießbares Quellwasser in „gesundes“, genießbares Wasser. Darin gleicht sein Dienstantritt dem des Herrn Jesus. Auch er verwandelt als erstes öffentliches Zeichen Wasser, das keiner trinken wollte, in etwas viel besseres - in Wein (Joh 2). Elia hingegen beweist seine göttliche Sendung mit einem Gerichtswunder: Wasser wird zur Mangelware – der Regen bleibt aus (1Kö 17). Darin gleicht sein Dienstantritt dem von Mose. Mose verwandelt als erstes öffentliches Wunder das Wasser des Nils in Blut. Sterben und Stinken sind die Folgen (2Mo 7). „Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben. Die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus geworden“ (Joh 1.17). Drei „Wiedergutmachungs“-Wunder Drei der vielen Wunderberichte im Leben Elisas lassen sich inhaltlich einander zuordnen. Sie ähneln sich so sehr, dass es naheliegt, sie genauer miteinander zu vergleichen. Man hat stark den Eindruck, als habe „der Geist Gottes sie (so) zusammengebracht“ (vergl. Jes 34,16). In allen Fällen wird etwas Verdorbenes oder Vermasseltes durch eine „Zutat“ Elisas wieder gut gemacht. Hören wir zunächst die drei Berichte: 1. „Schmeckt wie Süßwasser!“ (2Kö 2,19f) Elisa ist zu Besuch in der prächtigen Palmenstadt Jericho. Ein Wohnort allerbester Lage. Aber Jericho hat ein echtes Problem: Die Quelle der Stadt ist verdorben. Wer von ihrem Wasser trinkt, riskiert Unfruchtbarkeit. Um den Lebensnerv Jerichos wiederherzustellen, gibt Elisa eine ungewöhnliche Anweisung: „Bringt eine neue Schale und tut Salz hinein!“ Mit diesem „Streugut“ geht der Prophet zu der Quelle und macht eine „Wurzelbehandlung“. Er wirft nach einem Wort des Herrn das Salz hinein. Und tatsächlich: Das Wasser der Quelle wird „gesund“ und bleibt es auch. Jericho ist gerettet und kann wieder eine fruchtbare, blühende Stadt werden. 2. „Der Eintopf schmeckt ja!“ (2Kö 4,38f) Während einer Dürreperiode in Israel besucht Elisa eine „Bibelschule“ in Gilgal. Als es Zeit zum Essen ist, beauftragt der Prophet einen Schüler „Setze den großen Topf auf und koche ein Gericht für die Prophetenschüler!“ Doch irgend ein Möchtegern-Koch verdirbt den Brei. Er hat den Eintopf pikanter machen wollen und nichtsahnend eine Schürze bitterer Koloquinten beigegeben. Als die hungrigen Studenten Essen fassen, zerreißt es ihnen fast den Magen. Unter heftigen Krämpfen schreien sie: „Der Tod ist im Topf, Mann Gottes!“ Doch Elisa weiß Abhilfe: „Holt Mehl!“ und wirft es in den Topf. Und tatsächlich: die Zutat neutalisiert die stark abführend wirkenden Koloquinten und macht den Eintopf genießbar. Alle Männer werden satt. 3. „Das Eisen schwimmt ja!“ (2Kö 6,f) Nach diesen Erfahrungen bitten die Prophetenschüler Elisa um einen Gefallen: Er möge doch bitte mit zum Holzfällen kommen. Sie benötigen Bauholz für ein neues Studentenwohnheim. Warum auch immer, aber Elisa willigt ein. Bald hört man am Jordanufer im Takt der Axthiebe die Männer keuchen. O weh! Plötzlich fliegt einem armen Studenten sein Bafög-Beil vom Stiel. Immerhin verletzt sich niemand, aber dummerweise landet es genau im Jordan. Er schreit: „Ach, mein Herr! Es ist doch geliehen!“ Elisa lässt sich die Stelle zeigen und schneidet ein Stück Holz ab. Dieses wirft er in den Jordan. Gegen jedes Naturgesetz taucht die Eisenklinge wieder auf und kann zurückgegeben werden! Ein verborgener Hinweis? Beim aufmerksamen Lesen drängt sich sofort eine Beobachtung auf: In allen drei Fällen wird Elisa zum Retter in der Not. Jedesmal geschieht dies dadurch, dass von ihm etwas ins Zentrum des Problemfelds geworfen wird. Einmal ist es das SALZ, dann das MEHL und dann das HOLZ! Diese drei zeichenhaften Handlungen des Propheten Elisa sind nach meinem Eindruck bestechende Hinweise auf das Leben des Herrn Jesus! Er ist symbolisch mit dem SALZ, dem MEHL und dem HOLZ zu vergleichen. Lasst uns (um mit C. H. Spurgeon zu sprechen) auf der folgenden Seite diesen „Goldklumpen“ zu transparenterem „Blattgold“ breitschlagen: Der Herr Jesus als das „SALZ“ Jedes Salzkorn hat eine Kristallstruktur. Von Nahem betrachtet, gleicht es einem facettenreichen Edelstein. Aber in dieser Form kann es nicht wirksam werden. Es muss sich auflösen, um Salzkraft zu entfalten. Ebenso musste der Herr Jesus als „Korn“ in die Erde fallen und sterben, um Frucht zu bringen (Joh 12,24). Sein Leben gleicht der neuen Schale, die mit Salz angefüllt war. Seine Göttlichkeit, die Salzkraft seines Charakters, die Unbestechlichkeit seines Wesens wurde offenbar. Er nahm Menschengestalt an, wurde zu einem schwachen Gefäß. Er wurde uns „Lehmgeformten“ gleich. Gott bereitete ihm einen Leib, den er für uns opferte (Hebr 10,5+10). Ausgerechnet in Jericho (der verfluchten Stadt) geschieht dieses Wunder. Ihre verdorbene Lebensgrundlage, die vergiftete Quelle, wird durch das hineingestreute Salz heil. „Wir wissen, dass er der Heiland der Welt“ wurde (Jo 4, 42), indem er unseren Fluch auf sich nahm (Gal 3,13). Der Herr Jesus als das „MEHL“ Das Mehl deutet etwas ähnliches an. Es besteht aus zermahlenen Körnern. Mehl gehörte als Zutat zu jedem Speisopfer (3Mo 2,1). In dem Bericht der Hungersnot liegt aber ein anderer Schwerpunkt. Der Kochkessel, aus dem die Prophetensöhne essen wollten, war leichtfertigerweise durch bittere Zutaten verdorben. Irgendein Unbeauftragter hatte allen etwas vorschnell die Koloquinten eingebrockt! Was lernen wir von dem verdorbenen Eintopf? Wie schnell verderben wir Gutes durch Leichtfertigkeiten, Gerede und Eigenmächtigkeiten. Würden wir nur mehr den Rat Hiobs beherzigen: „Soll das Ohr nicht die Worte prüfen, wie der Gaumen die Speise kostet?“ (Hi 12,11). Unser Herr Jesus ist wie das lindernde Mehl, das die tödliche Bitterkeit wegnimmt (Eph 4,31f). Der Herr Jesus als das „HOLZ“ Wozu sollte der frische Zweig abgeschnitten werden? Wollte Elisa damit im Trüben stochern, bis er durch einen kunstvollen Stoß die Axt neu eingestielt hätte? Nein! Er warf das Holz in die Tiefe. Genauso geschah es mit unserem Herrn! Mit ihm, „dem grünen Holz“ (Lk 23,31), verfuhr man genau so. Er wurde „abgeschnitten vom Land der Lebendigen“ (Jes 53,8), „seine Hoffnung wurde ausgerissen wie ein Baum (Hi 19, 10) und er sank in tiefste Tiefen. „Er selbst hat unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen“, damit wir nicht länger verloren sind, sondern zu unserem Besitzer, zu Gott, zurückkehren können (vergl. 1Petr 2,24+25). Alle drei Wunderberichte aus dem Leben Elisas, bei denen etwas geworfen werden musste, sind wertvolle Hinweise auf den Herrn Jesus. Interessanterweise findet sich noch ein vierter Bericht, bei dem auch etwas geworfen wird. Wir finden ihn in der Zeit nach dem Tod Elisas. Dabei handelt es sich um eine wenig pietätvolle Blitz-Beerdigung. Sie ist nachzulesen in: 4. (2Kö 13,20f) „Der Leichnam lebt ja!“ 20 Und Elisa starb, und man begrub ihn. Und es kamen moabitische Räuberscharen ins Land, als das Jahr anfing. 21 Und es geschah, als sie einen Mann begruben, siehe, da sahen sie die Räuberschar, und sie warfen den Mann in das Grab Elisas. Als aber der Mann da hinein kam und die Gebeine Elisas berührte, da wurde er lebendig und stellte sich auf seine Füße. Elisas Tod hat deutliche Parallelen zu Jesu Tod. Ein Leichnam landet (unfreiwilligerweise und rabiat) in Elisas Begräbnisstätte. Unmittelbar danach wird er zum Leben erweckt. Genauso müssen wir, um zu geistlichem Leben zu gelangen, mit dem Tod Jesu „einsgemacht“ werden: „So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod ... Wenn wir einsgemacht sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit seiner Auferstehung sein.“ (Röm 6.4+5) Mit Ihm gestorben und begraben Eine Berührung mit dem Kreuz bedeutet: Ich muss mit Jesus zusammen „sterben“, mit Ihm „begraben“ sein. Ich muss anerkennen, dass der Tod, der Jesus traf, eigentlich mir zusteht. Und indem ich anerkenne, dass mein altes Leben nichts wert ist, lege ich es gleichsam in ein Grab. Indem ich so mein Leben mit Jesus in den Tod gebe, geschieht es, dass neues Leben aus Gott in mir aufwacht. Wie der Tote, der mit Elisa im Grabe lag, lebendig wurde, so wache ich aus der Begegnung mit dem Tod Jesu auf zu einem neuen Leben aus Gott. Als Elisa starb, waren einige sicher froh: „Nun ist es endgültig aus mit diesem unbequemen Mann." Aber dann stellt man fest: Sein Tod ist nicht das Ende. Er wirkt über den Tod hinaus... Was für ein Hinweis auf Jesus! Dass er sein Haupt neigt und stirbt, ist nicht das Ende. Schon erzittert die Erde und Tote treten aus den Grüften. Schon steht ein Mann da, der durch Seinen Tod „lebendig wird“: der römische Hauptmann bekennt laut seinen Glauben an Jesus, den Sohn Gottes. (Mt 27,52+54) „Gott hat auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht. Durch Gnade seid ihr errettet...!“ (Eph 2,5)

Nachtext

Quellenangaben