Zeitschrift-Artikel: Was tut sich in Mittelamerika? Was tut sich in Mittelamerika? - EIN AKTUELLER REISEBERICHT AUS HONDURAS

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Titel: Was tut sich in Mittelamerika? Was tut sich in Mittelamerika? - EIN AKTUELLER REISEBERICHT AUS HONDURAS
Typ: Artikel
Autor: Wolfgang Bühne
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Titel

Was tut sich in Mittelamerika? Was tut sich in Mittelamerika? - EIN AKTUELLER REISEBERICHT AUS HONDURAS

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Im Februar dieses Jahres besuchten wir zu viert Honduras, um die seit einigen Jahren bestehenden Freundschaften und Beziehungen zu den Brüdern und Gemeinden in diesem kleinen, schönen aber armen Land zu pflegen. Eine Konferenz in Tela (Nordküste) für verantwortliche Mitarbeiter in den Gemeinden, ein Seminar für engagierte jüngere Brüder in der Hauptstadt Tegucigalpa, Gemeindebesuche, Treffen mit verschiedenen Brüdern und Missionaren standen auf dem Terminplan. Dazu kam noch die Aufgabe, Gaben von „fest und treu“- Lesern und Gemeinden in Deutschland weiterzugeben und die Situation im Katastrophengebiet von San Salvador zu erkunden. HONDURAS Die wirtschaftliche und soziale Situation nach dem Hurrikan Mitch hat sich weitgehend normalisiert und teilweise auch verbessert. An vielen Stellen wird gebaut, die Straßen sind zum großen Teil wieder in Ordnung, obwohl es auch immer noch Familien gibt, die seit dem Hurrikan noch keine Wohnung haben. Mission in den Slums In den Slum-Gebieten von Tegucigalpa wird viel evangelistisch-soziale Hilfe geleistet. In dem Ortsteil Suyapa, wo etwa 25.000 Asoziale auf einem Müllberg in teilweise unvorstellbar erbärmlichen Bretter- oder Pappbuden wohnen – ohne sanitäre Anlagen, ohne Wasseranschluß usw., arbeiten unter der Leitung von David Dominguez eine Menge Mitarbeiter, um dort kleine Häuser zu bauen und Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Tagesschulen zu unterrichten und zu betreuen. Vor einigen Jahren hat man dort mit Hilfe von Geschwistern aus Kanada ein riesiges Gebäude – eine ehemalige Drogenhöhle – kaufen und umbauen können, wo inzwischen 430 Kinder von gläubigen Lehrern unterrichtet werden, eine kleine Klinik unterhalten wird und auch ledige Mütter betreut und angeleitet werden, sich durch ehrliche Arbeit den Lebensunterhalt zu verdienen. Inzwischen ist in diesem Haus „Genesis“ auch eine Gemeinde entstanden, die vor allem aus jüngeren Geschwistern besteht. Ziel dieser Arbeit ist vor allem, das Evangelium unter diesen Menschen zu verbreiten und durch praktische Nächstenliebe Vertrauen zur biblischen Botschaft zu wecken. Neue Gemeinden durch Evangelisation In den letzten zwei Jahren ist die Anzahl der „Brüderversammlungen“ um etwa 25 auf ca. 275 Versammlungen gewachsen. Beispiel Choloma: 1974 begann ein Evangelist in dieser Stadt zu arbeiten, nachdem der Orkan Fifi dort alles zerstört hatte. Es entstand eine Gemeinde, zu der 1995 etwa 80 Geschwister gehörten. Durch Unterweisung der Christen, durch persönliche Evangelisation usw. wuchs die Gemeinde so stark, dass sie im Jahr 99 eine Teilung durchführten und eine weitere im Dezember 2000. Über 300 Geschwister zählen inzwischen zu diesen drei Versammlungen. Wachsendes Missionsinteresse Eine besondere Freude bedeutete für uns die Tatsache, das immer mehr junge Ehepaare ein Herz für die Mission in bisher unerreichten Gebieten des Landes und in den umliegenden Ländern wie Nicaragua, Panama, Belize usw. bekommen haben. Leider sind die Gemeinden in Honduras in den vergangenen Jahrzehnten wenig angeleitet worden, die Verantwortung für die Unterstützung eigener Missionare zu erkennen. Das ist auch ein Grund, warum manche Ehepaare zögern, im Vertrauen auf den Herrn in die Mission zu gehen, weil sie wohl mit den Gebeten, aber weniger mit materieller Hilfe der Versammlungen rechnen können. Aber in Tela starten monatlich kleine Teams zu Einsätzen in Nicaragua. Auch wenn die Reise dorthin sehr beschwerlich ist, scheut man keine Strapazen, um dort das Evangelium zu verkündigen oder in den neu entstandenen Gemeinden und Hauskreisen zu helfen. Literaturarbeit In den letzten Jahren haben wir besonderen Wert darauf gelegt, viel gute Literatur ins Land zu bringen und eine Literaturarbeit aufzubauen. Durch die niedrigen Preise ist es den Geschwistern teilweise erstmals möglich, Kommentare, Nachschlagewerke, erbauliche Literatur und evangelistische Bücher zu erwerben. Es ist außerordentlich ermutigend zu sehen, mit welcher Dankbarkeit und Freude diese Geschwister, die teilweise wenig Übung im Lesen haben, zu den Büchern greifen und dadurch das geistliche Niveau der Gemeinden steigt. In den nächsten Wochen möchten wir die spanische Übersetzung von „Denk an Deine Zukunft“ (MacDonald) in einer Anzahl von 5.000 Exemplaren nach Honduras senden. Wir hoffen, dass durch dieses Buch vor allem junge Christen in die Nachfolge Jesu gerufen werden. Arbeit unter den Garifunas In den letzten Jahren haben wir ab und zu über die Arbeit unter den Garifunas berichtet. Diese ursprünglich aus Afrika kom- menden Menschen leben dort ziemlich isoliert und sind in Zauberei, Drogen und Alkohol verstrickt. Unser Freund und Bruder Omar Ortiz (hier mit Familie) reist seit Jahren regelmäßig in dieses Gebiet, das oft nur mit Motorbooten oder zu Fuß am Strand entlang zu erreichen ist. Als wir Omar im Februar trafen, kam er gerade von solch einer strapaziösen Reise zurück, die er allein gemacht hatte, obwohl er Asthmatiker ist. Er berichtete uns, das die Gemeinde in Punta Pedra gewachsen ist und auch inzwischen von vertrauenswürdigen Brüdern geleitet wird. Das Gemeindehaus ist fast fertiggestellt und wird schon längere Zeit benutzt. Besonders der ehemalige Zauberer Hilberto hat sich zu einer „Säule“ der Versammlung entwickelt. EL SALVADOR Auf der Konferenz in Tela hörten wir einen Bericht von Brüdern, die gerade von einer Erkundungsreise nach San Salvador zurückgekehrt waren. Sie berichteten von den schlimmen Verwüstungen durch das Erdbeben und auch, dass die Häuser und Wohnungen von 62 Familien aus der dortigen Versammlung völlig zerstört worden sind. Von Honduras aus möchte man eine Hilfsaktion starten, um so gut und schnell wie möglich mitzuhelfen, dass die größte Not behoben wird. NICARAGUA Am Seminar in Tegucigalpa nahm auch Oscar Cubas teil, der als erster Missionar aus Honduras seit einigen Jahren in Nicaragua arbeitet. Über seine Arbeit haben wir ebenfalls schon berichtet und Oscar dankt allen Geschwistern ganz herzlich, die geholfen haben, dass er ein Auto anschaffen konnte, das ihm die Arbeit dort sehr erleichtert (siehe Foto). Früher mußte er z. B. einen ganzen Tag mit dem Bus fahren, um von Tauquil aus die Geschwister in Jalapa zu besuchen, wo jetzt eine neue Gemeinde entstanden ist. Mit dem Auto braucht er jetzt „nur“ noch sechs Stunden für diese Reise. Ebenso dankt er herzlich für die finanzielle Hilfe, mit der das Gemeindehaus in Tauquil gebaut und Saatgut usw. für die Geschwister gekauft und ein zwei Hektar großes Land gepachtet werden konnte. Oscar erzählte uns, dass in Jalapa ein ehemaliger Führer der Sandinisten zum Glauben gekommen ist. Er war als Angehöriger des Staatssicherheitsdienstes bekannt, der in den vergangenen Jahren viele Menschenleben auf dem Gewissen hat, die gegen die damalige kommunistische Regierung waren. Oscar hatte ihm ein Traktat gegeben, worauf dieser Omar Gonzales in die Gemeinde kam und um eine Bibel bat. Er tauchte dann in Abständen auf, stellte Fragen und begann schließlich schon zu evangelisieren, obwohl er selbst noch nicht bekehrt war. Eines Tages predigte Oscar über den Vers „Wer den Namen des Herrn nennt, der stehe ab von der Ungerechtigkeit“ und betonte darin, dass eine Person, die selbst nicht bekehrt ist, kein Recht hat, das Evangelium zu verkündigen. Omar wurde davon so getroffen, dass er sich auf der Stelle bekehrte. Sofort hörte er auf, Alkohol zu trinken, man hörte keine schmutzigen Worte mehr von ihm und innerhalb von drei Monaten hatte er bereits die ganze Bibel einmal durchgelesen. Da die Gemeinde in Tauquil inzwischen mit etwa 45 Geschwistern recht stabil ist, möchte Oscar mit seiner Familie nach Jalapa ziehen, wo nun eine neue Gemeinde entstanden ist. Oscar ist ein sehr begabter und eifriger Evangelist, der für die Mitarbeit und Ergänzung von Brüdern aus Honduras sehr dankbar ist und dafür betet, dass weitere Geschwister nach Nicaragua ziehen, um auf diesem großen Erntefeld mitzuarbeiten. ? Ein Dank Die genannten Brüder und viele weitere, die in diesen Ländern für den Herrn arbeiten, danken ganz herzlich für die Gebete und materielle Hilfe aus Deutschland, welche für sie eine große Ermutigung bedeutet. Im Namen dieser Geschwister und Gemeinden danken wir allen „fest und treu“- Lesern, die in den vergangenen Monaten namentlich oder auch anonym Gaben für die Arbeit in diesen Ländern überwiesen haben. Manchmal konnten wir Bestätigungen nicht ausstellen, weil die Adressen unleserlich oder unvollständig waren. Bitte meldet Euch, wenn wir das nachholen sollen. Wir haben versucht, unter Gebet die Gaben so weiterzugeben, dass sie den Geschwistern eine Ermunterung und nicht eine Versuch- ung bedeuten oder zu einem Fallstrick werden. Betet weiter ernstlich für diese Arbeit! Gebetsanliegen • Die Arbeit von Omar Ortiz und einigen wenigen Mitarbeitern unter den Garifunas • Die Literaturarbeit in Honduras von grant Ferrer und Walter Altamirano • Die Arbeit von oscar Cubas in Nicaragua und der Bedarf an weiteren Mitarbeitern • Die Arbeit in den Slums von Suyapa (david dominguez und Mitarbeiter) • Die Jüngerschaftsschule in Tela unter der Leitung von Escolastico Euceda • Wachsendes Missionsinteresse bei den Gemeinden in Honduras und größeres Verant- wortungsbewußtsein der Geschwister • Die Katastrophenhilfe in El Salvador

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Quellenangaben