Zeitschrift-Artikel: Wenn der Drucker muckt... EINE ALLTAGS-ALLEGORIE

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Titel: Wenn der Drucker muckt... EINE ALLTAGS-ALLEGORIE
Typ: Artikel
Autor: Christoph Renschler
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 96

Titel

Wenn der Drucker muckt... EINE ALLTAGS-ALLEGORIE

Vortext

Mein Computerdrucker ist für mich ein unverzichtbares Hilfsmittel. Manchmal jedoch bringt er mich ziemlich auf die Palme. Ich lege ein Blatt ein, schalte ihn auf Bereitschaft, und plötzlich rattert er los, ohne dass ich ihm den Befehl zum Ausdrucken gegeben habe. Das Resultat ist dann ein verdorbenes Blatt Papier.

Text

Was ist geschehen? Aus irgend einem Grund hat der Drucker von einem früheren Ausdruck in seinem Speicher noch etwas Text übrig. Und den will er nun unbedingt loswerden, bevor er irgend etwas Neues ausdruckt. Jetzt hilft nur noch abwarten, bis sich der ganze Speicherinhalt zu Papier gebracht hat. Oder man schaltet den Drucker aus, damit der Speicher gelöscht wird. Diese mißliebige Eigenschaft eines Computerdruckers ist mir zu einem Gleichnis für wichtige geistliche Wahrheiten geworden: 1.Die Ursache für den Fehldruck (und die Papierverschwendung) liegt darin, dass der Druckerspeicher mit falschen Dingen belegt ist. Genauso ist die Ursache für unser falsches Verhalten nicht in der Umwelt oder bei anderen Menschen zu suchen, sondern in unserem „internen Speicher“ – dem Herzen (vgl. Mt 15,19). 2.Solange der Drucker nicht auf Bereitschaft geschaltet wird, fällt die falsche Speicherbelegung nicht auf, und es scheint alles in bester Ordnung zu sein. Das kann tagelang gut gehen. Sobald aber der Drucker mit falsch belegtem Speicher auf Bereitschaft geschaltet wird, speit er seinen angestauten Datenmüll aus. Die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, besteht darin, den Speicher seines falschen Inhaltes rechtzeitig zu entledigen (in der Regel durch völliges Ausschalten und anschließendes Wiedereinschalten). So ist es auch mit uns Menschen. Alles scheint in bester Ordnung zu sein, bis sich eine Situation ergibt, bei der das, was in uns steckt, unweigerlich nach außen dringt. Die Bibel in ihrem unübertroffenen Realismus macht uns deshalb deutlich, dass nicht Erziehung oder Bildung, Psychotechnik oder Konditionierung uns dauerhaft verändern können, sondern dass uns einzig und allein dadurch wirklich geholfen ist, dass Gott uns unsere Schuld vergibt und uns ein neues Herz schenkt (Jer 31,31-34). Darüber hinaus ist es aber für jeden Christen wichtig, kontinuierlich den Sinn erneuert zu bekommen und dadurch verändert zu werden (Rö 12,2). 3.Um den Drucker von seinem falschen Speicherinhalt zu befreien, kann man ihm erlauben, diesen auf ein Blatt auszudrucken, oder aber den Speicherinhalt ohne Ausdruck zu löschen. Im zweiten Fall hat man aber nicht nur ein Blatt Papier, sondern in der Regel auch Zeit gespart. Auch in christlichen Kreisen bekommt man manchmal den offensichtlich auf die säkulare Psychologie zurückgehenden Ratschlag, alle negativen Gedanken, Gefühle usw. auszusprechen oder sonst irgendwie auszudrücken. Durch dieses „Herauslassen“ dessen, was in uns steckt, sei dann schon der erste Schritt zur Veränderung getan. Die Bibel hingegen gibt uns den entgegengesetzten Ratschlag, nämlich (vor dem Herrn) stille zu sein (vgl. z. B. Neh 8,11; Ps 37,7; Ps 46,11; Ps 62,6; Spr 11,12; Jes 7,4; Jes 30,15). Damit soll natürlich nichts gegen Gebet oder Seelsorge gesagt sein. Es ist jedoch nicht ratsam, alles, was in uns steckt, zu jeder Zeit und in jedes Ohr hinauszuposaunen. Die Folgen von solch unüberlegtem Verhalten könnten um einiges schlimmer sein als der Verlust eines Papierbogens. Vielmehr kommt es darauf an, dass wir von falschen Einstellungen und Prägungen erlöst und befreit werden, und dass der Geist Gottes in Verbindung mit dem Wort Gottes uns von innen her erneuert und umgestaltet. ?

Nachtext

Quellenangaben