Zeitschrift-Artikel: "Sperlingen" statt "hamstern"

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Titel: "Sperlingen" statt "hamstern"
Typ: Artikel
Autor: Wilhelm Busch
Autor (Anmerkung):

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Titel

"Sperlingen" statt "hamstern"

Vortext

Seid nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Mt 6,31f

Text

„Lasst doch den himmlischen Vater für euch sorgen...“ Man braucht diesen Satz nur auszusprechen, dann schreit schon alles: „Das ist aber bequem!“ O gewiss! Aber warum tun wir es denn nicht? Daran wird ja deutlich, dass dieses Vertrauen eine Kunst ist. Der Herr Jesus sagt selbst, dass die „Heiden“ es nicht können. Und solche Heiden sind mitten in der Christenheit sehr zahlreich. Die Kriegsgeneration hat das Wort „hamstern“ erfunden und beschreibt damit ihren sorgenerfüllten und gottvergessenen Kampf ums Überleben. Vielleicht dürfen wir Christen auch einmal ein neues Wort bilden: Wir sollten „sperlingen“. Das heißt: Wir sollten unbekümmert und fröhlich unseren himmlischen Vater für uns sorgen lassen, wie es die Sperlinge auch tun. Diese Sache war dem Herrn Jesus offenbar sehr wichtig. Er hat öfter über die Sperlinge gesprochen. Der Waisenvater Georg Müller aus Bristol hat beim Studieren dieser Stellen eine köstliche Entdeckung gemacht. Einmal erwähnt der Herr Jesus: „Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig?“ und ein anderesmal fragt er: „Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige?“ Sperlinge sind also so wertlos, das man einen dazubekommt, wenn man vier kauft. Das ist der Hintergrund zu dem Worte Jesu: „Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“ Der himmlische Vater sorgt für diese unbeachteten Vögel. Wieviel mehr für seine Kinder! Wir hätten viel mehr Ursache als die Sperlinge, so fröhlich sorglos zu sein. Wie muss das Menschenherz verfinstert und mit Misstrauen gegen seinen himmlischen Vater erfüllt sein, dass uns diese Botschaft Jesu so unglaublich vorkommt! Wie bemüht sich unser himmlischer Vater durch den Herrn Jesus, unseren Glauben zu gewinnen. Vertrau ihm mehr!

Nachtext

Quellenangaben

Aus: Wilhelm Busch; „LASS DEIN HEIL UNS SCHAUEN“; Andachtsbuch; Schriftenmissionsverlag Gladbeck; 1951; S. 304 (vergriffen)