Zeitschrift-Artikel: Fenster? Nein!

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Titel: Fenster? Nein!
Typ: Artikel
Autor: Randy Alcorn
Autor (Anmerkung):

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Titel

Fenster? Nein!

Vortext

Randy Alcorn schildert in seinem hochinteressanten Buch „Briefe von Graf Moderthal“ wie der Teufel durch seine Dämonen wirkt. Er will solche, die er nicht an der Bekehrung hindern kann, um jeden Preis und mit der raffiniertesten Verführungs-Taktik daran hindern, glaubwürdige und konsequente Christen zu werden.
„Graf Moderthal“ – ein Dämon höherer Ordnung – schickt zu diesem Zweck seinem untergebenen Dämon „Qualob“ Briefe mit gezielten Instruktionen, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Einer dieser Briefe - unter der Überschrift „Wie man das Schamg efühl abtötet“ – macht auf ein sehr aktuelles Problem unter uns Christen aufmerksam. Daraus der folgende Auszug: (Siehe dazu auch Buchbesprechung in Heft 3/2006)

Text

An meinen schamlosen Untergebenen Qualob.

Titanic gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Wie viele junge Christen haben diesen DVD in ihren Häusern angeschaut?
Stell dir nur einmal folgendes vor, Qualob: Ein Bursche aus einer Jugendgruppe sagt zu seinen Kameraden: „Hört mal, am Ende der Straße wohnt ein hübsches Mädchen. Lasst uns zu ihrem Haus gehen und in ihr Fenster gucken. Wir werden beobachten, wie sie sich auszieht, sich auf einer Couch zurücklehnt und oben ohne posiert. Danach wird sie mit ihrem Freund ins Auto steigen, und die beiden werden miteinander schlafen. Kommt, wir sichern uns einen guten Platz und sehen ihnen so lange zu, bis die Fensterscheiben beschlagen!“
Dieses Manöver wäre natürlich viel zu plump, weil jeder merken würde, dass so ein Verhalten nicht richtig ist. Nimmst du jedoch einen Fernseher statt eines Fensters, werden diese Würmer sofort auf deinen Vorschlag eingehen – mehr ist nicht nötig!
Male dir nur einmal aus, Qualob, was wir erreicht haben: Jeden Tag beobachten zahllose Christen, wie sich andere Frauen und Männer entkleiden, Unzucht treiben und Ehebruch begehen – obwohl ER diese Dinge verabscheut.
Wir haben einen Haufen von Voyeuren aus ihnen gemacht! Die Kirchen sind voller Spanner! ER befiehlt ihnen, die Sünde zu hassen, doch sie finden es unterhaltsam, anderen beim Sündigen zuzusehen. Du musst ihnen einflößen, es sei pervers, jemanden durch ein Fenster zu beobachten, aber gegen Voyeurismus mithilfe eines Fernsehgeräts sei absolut nichts einzuwenden. Was IHM Kummer macht, bringt diese Würmer zum Lachen, und was ER verabscheut, betrachten sie als angenehmen Zeitvertreib.
Selbstverständlich beklagen sich viele von ihnen über schlechte Fernsehprogramme, doch das hält sie glücklicherweise nicht davon ab, diese Sendungen anzuschauen.
ER schärft diesen Geschöpfen ein, ihr Herz zu behüten, während wir sie dazu verleiten, sich allen Dingen zu öffnen. Wir vergiften den Fluss schon an der Quelle. Wir verseuchen ihr Leben, indem wir ihre Gedanken verschmutzen.
„Aber in diesem Film kommt doch nur eine einzige schlechte Szene vor“, höre ich immer wieder. Ja, aber würden sie einen Keks essen, der auch nur ein bisschen Kot enthält? Glücklicherweise kümmern sie sich viel intensiver um ihren Körper, als um ihre Gedanken.
Es ist schon erstaunlich, Qualob: Eltern die nicht mal im Traum daran denken würden, ihre Kinder mit einem Erwachsenen allein zu lassen, der vulgäre Redensarten führt, setzen sie weitaus schlimmeren Einflüssen aus, indem sie ihnen gestatten, duch alle TV-Kanäle zu zappen.
Wir haben dafür gesorgt, dass diese Generation ohne Schamgefühl aufwächst. Da ER diese Würmer mit einem Gewissen ausgestattet hat, können wir ihr Schamgefühl zwar nicht vollständig unterdrücken, aber wir können es so steuern, dass es sich hauptsächlich damit beschäftigt, ob es richtig ist, Pelze zu tragen und Fleisch zu essen und wie man Abfall recyclen sollte.
Indem wir das Schamgefühl eingeschläfert haben – welch ein Bilderbuchbeispiel für angewandte Euthanasie! – haben wir eine ganze Gesellschaft unterhöhlt.

Dein schamloser Graf Moderthal ■

Nachtext

Quellenangaben

R. Alcorn: Briefe an Graf Moderthal, Hänssler, S. 150-151