Zeitschrift-Artikel: David Wilkerson: Laß die Posaune erschallen

Zeitschrift: 51 (zur Zeitschrift)
Titel: David Wilkerson: Laß die Posaune erschallen
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1239

Titel

David Wilkerson: Laß die Posaune erschallen

Vortext

Text

Ich teile gewiß nicht Wilkersons gewaltsame Auslegung der Prophezeihungen über Babylon, die er auf die USA anwendet. Ebenfalls teile ich nicht alle seine Ansich­ten und Lehren über den Heiligen Geist und die damit verbundenen Fragen. Auch halte ich es für gefährlich und unbiblisch, mit diesem prophetischen Anspruch ein solches Buch zu schreiben und eigene Eindrücke dem geschriebenen Wort Gottes gleichzusetzen.

Aber davor habe ich Hochachtung und dafür bin ich von Herzen dankbar: Daß der Begründer der "Teen Challenge"-Arbeit, einer der bekanntesten Personen der "Jesus-People-Bewegung" und der Charismatischen Bewegung in diesem Buch unverblümt den Zustand der Christenheit geißelt! Ich kann nur hoffen, daß die Charismatiker und Pfingstler sich von ihrem eigenen Propheten sagen lassen, was sie den Kritikern der Charismatischen Bewegung bisher nicht abgenommen haben.
Wie Wilkerson über die Wohlstandsevangelist en mit ih­ren Fernseh-Shows und Bettelprogrammen urteilt, was er zur "christlichen" Rockmusik, zum Fernsehen und über den moralischen Verfall der evangelikalen Führer schreibt, kann man nur dick unterstreichen.

"Die Wohlstands-Propheten sind für das Zustandekom­men des Laoriicaä-Geistes in unseren Gemeinden ver­antwortlich. Sie verblenden die Gläubigen; sie wenden den Blick der Christen von der Notwendigkeit ab, alle Sünde und Weltförm igkeit aus ihrem Leben zu entfer­nen. Sie haben von der Frucht des Erfolgs und des Wohlstandes selbst gekostet und vergiften nun die Schafe mit dem gleichen verdrehten Evangelium. Manche würden gerne das Wort 'Wohlergehen' an die Stelle von 'Reinigung' setzen . . . Da ist keine Last für die Seelen, kein Blut, keine Selbstverleugnung, kein Opfer, kein Kreuztragen, kein Anprangern von Sünde und Unrecht.. Keine Aufforderung zu einem geheilig­ten, abgesonderten Leben, kein Ruf zur Buße und Beugung, kein Wort über Zerbruch, Sündenerkenntnis, Fürbitte oder Erbarmen mit den Verlorenen" (S.149-150).

Dieses Buch empfehle ich mit den genannten Vorbe­halten besonders denen, die mit einem gesunden Ur­teilsvermögen die evangelikale Szene auf betendem Herzen tragen. Auf jeden Fall sollte man dieses Buch den Charismatikern und Freunden der "Gemeindewach­stumsbewegung" und "Geistlichen Erneuerungsbewe­gung" empfehlen. 

Nachtext

Quellenangaben

Fliß, Tabu, 174 S., DM 12.80