Zeitschrift-Artikel: "Niemals enttäuscht" Oder: Der Weg der Georg-Müller-Schule in Bielefeld

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Titel: "Niemals enttäuscht" Oder: Der Weg der Georg-Müller-Schule in Bielefeld
Typ: Artikel
Autor: Horst Schäfer
Autor (Anmerkung):

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Titel

"Niemals enttäuscht" Oder: Der Weg der Georg-Müller-Schule in Bielefeld

Vortext

Text

Am 1. August 1990 hat im Zentrum der ostwestfäli­schen Großstadt Bielefeld die GEORG-MÜLLER­SCHULE als Grundschule auf biblischer Basis ihren Betrieb aufgenommen. Die insgesamt 95 Kinder der zwei 1. und 2. Klassen werden täglich mit verschiede­nen Bussen aus dem gesamten Stadtgebiet und den angrenzenden Orten zur Schule gebracht. Vier Voll­zeit-Lehrer und eine Teilzeit-Lehrerin unterrichten die Kinder, die größtenteils aus gläubigen Familien kom­men, nach biblischen Grundsätzen.

DER SCHULALLTAG

Der Alltag der GMS beginnt gegen 8 Uhr: die Mitarbeiter finden sich zur gemeinsamen Andacht und Gebetsgemeinschaft im Lehrerzimmer ein - GMS soll hier auch Gebet-Mut-Stärke bedeuten.
Wenn dann um 8.50 Uhr die Schelle ertönt, sammeln sich die Kinder klassenweise auf dem Schulhof. "1-2-der HERR ist treu ..." schallt es kurze Zeit später fröhlich aus aller Mund - Geburtstagskindern wird ein Lied gesungen. Dann geht's in die Klassen, wo der Unterricht mit Gebet und Singen beginnt. Das Loben und Danken gehört übrigens zu den Schwerpunkten unserer Schularbeit! Die Stundentafel der GMS unter­scheidet sich äußerlich kaum von einer "normalen" Grundschule. Allerdings haben wir drei Religionsstun­den in der Woche, in denen biblische Unterweisung stattfindet. Auch sonst durchzieht die Liebe zu unserem HERRN Jesus den Schulalltag wie ein roter Faden, obwohl die Kinder sich von anderen nicht unterschei­den. Oder etwa doch - wenn sie sich nämlich gezankt oder gestritten haben und sich nachher wieder vertra­gen oder der eine dem anderen hilft.
Die Freude, mit der die Kinder zur Schule kommen (und das am liebsten auch am Samstag und Sonntag und in den Ferien), steckt uns Lehrer täglich an und ermutigt uns immer aufs neue. Die größte Freude aber ist es, wenn - wie der kleine Jakob vor einigen Wochen - ein Kind mit den Worten zu uns kommt: "Gestern abend habe ich dem Heiland mein Herz geschenkt und mich bekehrt." "Also wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut." (Lk 15,7)

SO FING ES AN


Der Werdegang der GMS Bielefeld liest sich in kurzen Worten so: Erstes Treffen Interessierter am 7.10. 1989 zum Thema "Schule auf biblischer Basis - ist das für unsere Kinder notwendig?" Weitere Informa­tions- und Elternabende folgen im November und Dezember. Gleichzeitig werden die schulrechtlichen Voraussetzungen für die Gründung einer Bekenntnis­schule in Gesprächen beim Kultusminister und beim Regierungspräsidenten geklärt. Die hierzu nötige Gründung von Träger- und Förderverein der GMS erfolgt ebenfalls.

Die erste große Gebetserhörung erfahren wir im Januar 1990, als der private Eigentümer eines Schulge­bäudes im Zentrum Bielefelds - nach erfolgter Absage durch die Stadt auf die Bitte um Vermietung einer leerstehenden öffentlichen Schule - einen Mietvertrag mit uns eingeht. Gleichzeitig stellen sich zwei Lehrer zur Mitarbeit bereit. Eine weitere Mindestvorausset­zung für den Genehmigungsantrag ist bald erfüllt: die Schülerliste für je eine I. und 2. Klasse ist komplett.
Als wir den Antrag am 1. März beim Regierungsprä­sidenten abgeben, steht unser "Schultisch" mit dem geistlichen und pädagogischen Konzept als Platte, den Kindern, den Lehrern, dem Gebäude und den Haus­haltsplänen (hierzu schenkte uns der treue HERR noch rechtzeitig einen Finanzexperten) als denvier Tischbei­nen. Es ist ein Wunder des HERRN, daß bereits Anfang Mai die schriftliche Genehmigung der Schule ohne Reklamation vorliegt. Inzwischen hat sich unsere Schü­lerliste derart erweitert, daß wir uns entscheiden, zwei­zügig zu beginnen. Die dafür fehlenden Lehrer schickt uns der HERR kurz vor den Sommerferien. So ermu­tigt, wird nun das Gebäude während der Ferien in Eltern-Selbsthilfe nach den Grundschul-Baurichtlinien umgebaut - viele Väter, aber auch Mütter, verbringen einen Teil ihrer Ferien in der Schule. Es wird gemauert, installiert, angestrichen und dekoriert und dabei wird nicht auf die Uhr geschaut, bis wir in der Nacht zum 1.8.1990 dankbar und müde eine wunderschöne Schule vor uns haben, in der einige Stunden später der Unterricht beginnt.

UNSERE LERN- UND ERZIEHUNGSZIELE

Seither bemühen wir uns, den Kindern neben Rech­nen, Schreiben und Lesen auch biblische Inhalte und Werte zu vermitteln. Und hier wollen wir uns bewußt von den öffentlichen Schulen unterscheiden, deren vornelunlicher humanistischer und emanzipatorischer Erziehungsansatz von dem Guten im Menschen und dem Recht auf Selbstentfaltung, Selbstbestimmung und -verwirklichung ausgeht, wobei ein allgemeingültiges und für alle verbindliches Handlungskonzept abgelehnt wird. Die ausschließliche Lust- und Bedürfnisorientie­rung der heutigen Schüler- und Jugendgeneration ist die Frucht dieser Pädagogik.
Bibelgemäße Pädagogik ist dagegen ein ZIEHEN zu einem Ziel hin, das GOTT uns in Seinem inspirierten Wort, der BIBEL, zeigt. Hier haben auch Begriffe wie Autorität, Gehorsam, Fleiß und Ordnung aber auch Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe ihren festen Platz. Dabei sehen wir auch die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit mit den Eltern, denen GOTTES Wort die erzieherische Verantwortung für die Kinder gibt (5Mose 6,7; 11,19) und uns nur teilweise für die Schulzeit übertragen wird. So gehören Elternbesuche im Unterricht und Hausbesuche der Lehrer zum Alltag der GMS wie die Gebäudereinigung in Selbsthilfe.


MITARBEITER GESUCHT

Schon jetzt sind für das kommende Schuljahr 91/92 so viele Kinder (91!!) angemeldet worden, daß wir den himmlischen Vater gleich um mehrere (3-4) gläubige, bibeltreue Grundschullehrer bitten, da wir die große Zahl an Schulanfängern nur dann aufnehmen können, wenn rechtzeitig genügend Lehrer zur Verfügung ste­hen. Daher sind wir auch unseren Lesern dankbar, wenn sie gläubige Grundschullehrer aus ihrem Bekann­tenkreis auf unsere Schule und unseren Personalbedarf aufmerksam machen. Diese sollten sich dann bitte umgehend mit der Schule in Verbindung setzen (GMS,

Postfach 1825, 4800 Bielefeld 1, Tel.: 0521/ 172050).

Gleichzeitig beten wir um Führung in der Planung und Vorbereitung einer der Grundschule folgenden weiterführenden Schule, mit der wir in gut zwei Jahren beginnen möchten. Ich schließe mit der Bitte, "Ge­schwister, betet für uns!"

Nachtext

Quellenangaben