Zeitschrift-Artikel: Beharrlichkeit

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Titel: Beharrlichkeit
Typ: Gedicht
Autor: Andreas Fett
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1399

Titel

Beharrlichkeit

Vortext

Text


Ich grüble hier
und schau verloren in das Tal
bin kalt und frier
erstorbne Bäume stehen kahl


Nun setzt es ein 
vereinzelt rieselt weiches Eis
noch ist's kein Schnein
und nasse Erde wird nicht weiß


Es hilft doch nicht
es schneit auf unbereite Flur
mit Schnee vermischt
scheint trister sie und grauer nur


und tausendfach
läßt Korn um Korn sich leise falln
es schwillt der Bach
von weggewischten Schneekristalln


Ich fühl mich klamm
senk meinen Blick und sehe jetzt
ein bleicher Rahm
hat schon das alte Grau besetzt


Beharrlichkeit
obsiegt - dämpft faulen Herbstgeruch
das Winterkleid
hüllt alles ein in weißem Tuch


Mir scheint auch ich
bin diesem Boden eng verwandt
ich sträube mich
setz mich zur Wehr wie jenes Land


Soviel von dem
was deine Liebe investiert
wird von dem Lehm
dem Sumpf der Ichsucht ausradiert


Doch bitte ich
streu weiter Deine Mühe aus
denn hoffentlich
wird bald ein neues Kleid daraus


Ich ahne jetzt
Du machst in harter Wartezeit
zu guter Letzt
nur meinen Herzensgrund bereit

Nachtext

Quellenangaben