Zeitschrift-Artikel: Lauf, Jünger Jesu, lauf!

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Titel: Lauf, Jünger Jesu, lauf!
Typ: Artikel
Autor: Charles Swindoll
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1087

Titel

Lauf, Jünger Jesu, lauf!

Vortext

Arbeit, Aktivitäten, Aufgaben ... lauf!
Pläne, Entscheidungen, Termine ... lauf!
Sitzungen, Dienste, Seminare ... lauf!
Verpflichtungen, Programme, Besuche ... Stopp !

Text

Treten Sie zur Seite und setzen Sie sich. Lassen Sie Ihren Motor mal eine Minute lang im
Leerlauf – und denken Sie über eine Wende nach. Denken Sie nach über Ihre Geschäftigkeit.
Wie sind Sie in diese Zwangsjacke gekommen? Was steckt tief drinnen in Ihrem
„Heizraum“, dass dauernd das Feuer schürt? Kennen Sie noch Verschnaufpausen?

Dann werfen Sie einen Blick zurück, sagen wir drei oder vier Monate. Könnten Sie irgendetwas
Wesentliches nennen, was Sie getan haben? Was sagen Ihre Gefühle? Was haben
Sie zu einem Abschluss gebracht? Wahrscheinlich nicht viel, wenn Sie ehrlich sind.

Viele setzen Aktivität an die Stelle von Leben, Geschäftigkeit anstelle von sinnvollen
Prioritäten. Hier ist das Warum: Geschäftigkeit raubt Beziehungen. Sie setzt oberflächliche
Rennerei an die Stelle von tiefer Freundschaft. Sie nährt das Ich, lässt aber
den inneren Menschen verkümmern. Sie füllt einen Kalender, zerbricht jedoch Familien. Sie
kultiviert ein Programm, untergräbt aber die Prioritäten.

Manche Gemeinde prahlt mit ihrem Programm: „Jeden Abend in der Woche etwas für
jedermann!“ Was für eine Schande! Den Einen, der uns die Anweisung gab: „Seid stille
und erkennt, dass ich Gott bin!“, muss es schmerzen, wenn er Zeuge unserer wahnsinnigen,
gehetzten Zwänge ist. Statt eines stillen, empfangsbereiten Geistes bieten wir Ihm eine
innere Waschmaschine an - aufgewühlt von Sorge, belastet mit zu viel Aktivität und vor
Empfindlichkeit und Ungeduld schleudernd.

Vieles von unserer Aktivität heute ist nichts anderes als eine billige Betäubung, um
den Schmerz eines leeren Lebens abzutöten. Sie möchten die Wende? Hier ist das „Wie“:

1. Zugeben! Sie sind zu geschäftig. Sagen Sie sich das selbst, Ihrer Familie und Ihren
Freunden. Offenes und bereitwilliges Geständnis, dass das, was Sie tun, falsch ist und etwas
geändert werden muss – und zwar jetzt. Ich habe das vor kurzem getan, unter Tränen.

2. Anhalten! Heute damit beginnen, jede Aktivität aufzugeben, die nicht absolut notwendig
ist. Der richtige Umgang mit Ihrer Zeit beeinflusst Ihre Gesundheit. Fangen Sie an
und sagen Sie: „Nein!“ Üben Sie das ein paar Mal laut. Wenn irgend möglich, treten
Sie von ein oder zwei Ämtern zurück. Geben Sie es auf, sich so wichtig zu fühlen. Man wird
einen anderen finden!

3. Durchhalten! Es ist leicht, schnell zu beginnen, um dann schnell wieder aufzuhören.
Besprechen Sie, wie Sie Zeit mit Ihrer Familie verbringen – ohne sich dafür entschuldigen
zu müssen, dass Sie jetzt spielen und lachen und verrückte Dinge tun.

4. Mitteilen! Es wird nicht lange dauern und Sie können damit anfangen, den Segen davon
zu ernten, dass erste Dinge auch als erstes getan werden. Sagen Sie es anderen. „Infizieren“
Sie sie durch Ihren Anreiz. Glauben Sie mir, es gibt eine Menge Aktivitäts-Süchtige,
die froh wären, wenn das kreisende Karussell ihres Lebens irgendwie gestoppt würde.

Nachtext

Quellenangaben

Aus: Riesen und Dornen, S.75; CLV Bielefeld