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Typ: Artikel
Autor: Dave Hunt T.A. McMahon
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 1977

Titel

Vortext

Die aktualisierten »Briefe an Paulus«

Vieles, was heute in der Kirche und in der Welt abläuft hat den gleichen Ursprung wie das, was Paulus in seiner Zeit erlebte. Was mag Paulus für kritische Einwände zur Widerlegung seiner Briefe bekommen haben?
Mit diesen interessanten Gedanken im Hinterkopf haben die Amerikaner Dave Hunt und T.A. Mc Mahon die folgende, auf einer Annahme beruhende »aktuelle« Korrespondenz verfasst. Sie wurde im März 1998 im »The Berean Call«, einer von Dave Hunt herausgegebenen amerikanischen Infoschrift abgedruckt.

Text

Vom ökumenischen Rat in Korinth:

»An Paulus,
Apostel der christlichen Sekte.

Sehr geehrter Herr, wir grüßen Sie im Namen Ihres Herrn, Jesus. Wir vertreten Ihre Kollegen, Priester und Geistliche der vielen Gottheiten, deren Schreine und Tempel ein Segen für unsere herausragend vielfältige, kulturell geprägte Stadt sind. Unser Rat hat Vertreter, die Jünger des Hermes, des Poseidon, der Athena, des Heracles, des Apollo und der großen Göt­tin Aphrodite sind, an deren Altar ich die­ne.
Wir nehmen deshalb heute mit Ihnen Kontakt auf, weil Sie für das Finale der Ver­leihung des »Temple Prize« ausgewählt worden sind. Dieser Preis besteht aus einer Geldsumme, die Ihrem Gewicht in Gold entspricht, und die jedes Jahr einer Persön­lichkeit für ihren hervorragenden Beitrag im Bereich des religiösen Fortschrittes ver­liehen wird. Diese Summe stellt unsere An­erkennung für Ihr Wirken dar.
Wir sind erstaunt, wie schnell Ihre Sekte gewachsen ist, und sind zuversichtlich, dass Sie, wenn Sie diesen recht beträchtli­chen Preis gewinnen sollten, die Summe wohlwollend für die Verehrung Ihres Got­tes einsetzen werden. So haben auch frü­ here Gewinner ihren Gottheiten mit dieser Auszeichnung gedient.
Während des Auswahlverfahrens sind uns allerdings einige bedenkliche Schriften zur Kenntnis gebracht worden, die Ihre Unterschrift tragen sollen. Diese Briefe scheinen allem zu widersprechen, wofür unser Rat und der verehrenswerte »Temple Prize« stehen. Der Autor dieser Schriften bezieht sich auf unsere Gotthei­ten als »stumme Götzenbilder« oder »Dä­monen«; er fährt ausführlich fort, indem er Ihre Sekte davor warnt, irgendeine »Ge­meinschaft mit diesen Dämonen« zu ha­ben. Er behauptet, dass es nur einen Gott gebe, und dass es keine Übereinstimmung zwischen ihm und den Göttern unserer Tempel gebe. Das belastet die große Sache religiöser Einheit sehr; wir hoffen aber doch, von Ihnen eines besseren belehrt zu werden, wenn Sie umgehend darangehen, diese Angelegenheit zu klären.
Es mag Sie erfreuen zu hören, dass der Preis durch den Großen Patriarchen des Urania-Aphrodite-Tempels — Königin des Himmels — übergeben wird. Die Zeremo­nie wird im inneren Heiligtum des Tem­pels der großen Göttin stattfinden. Ein Empfang für Priester und Gläubige aller Überzeugungen wird im Einheitspavillon aller Religionen abgehalten.«


Vom Zentrum der Geistlichen Kampfführung in Ephesus:

»Unseren Gruß.
Während wir durch Deine Lehren im allgemeinen gesegnet wurden, erstaunt uns Deine Unkenntnis in Fragen der geist­lichen Kampfführung sehr. Du scheinst die machtvolle Organisation der geistigen Welt der Dämonen als »Mächte« — »Kräfte« — »Herrschaften« anzuerkennen, und wir finden Deine Lehren hilfreich, weil sie die Gläubigen ermutigen, die »ganze Waffen­rüstung Gottes« zu ergreifen, insbesondere den »Helm des Heils, das Schwert des Gei­stes, welches das Wort Gottes ist«. Leider aber bleibst Du äußerst vage in Bezug auf die unbedingte Notwendigkeit, die Dämo­nen herauszufordern.
Seit Du das letzte Mal bei uns warst, hat Gott in unserer Mitte Lehrer aufstehen las­sen, die uns manches zeigen: Wie man Gei­ster bindet und löst, territoriale Geister identifiziert, Geistern zugeordnete geogra­phische Punkte herausfindet und auf­zeichnet, Gebetsmärsche organisiert, und wie man wirksam geistliche Festungen zer­stört. Wir haben auch gelernt, durch stell­vertretende Buße Flüche unwirksam zu machen, die von Vorfahren herkamen. Wie kommt es bloß, dass Du Dir der spirituellen Techniken nicht bewußt bist, durch die wir satanische Feinde bezwingen können?!
Du scheinst die territorialen Mächte völ­lig außer acht zu lassen, die zuerst gebun­den werden müssen, bevor das Evangeli­um durchdringen kann. Das wurde uns klar, als wir hörten, wie Du in Philippi ver­sagst hast. Kein Wunder, dass Du nur gera­de in einer jungen Dame einen einzigen Dämon austreiben konntest — und sogar das hat Dir Schläge und Gefängnis einge­bracht! Es wäre offensichtlich viel strategi­sche Kriegsführung nötig gewesen, um den Mächtigen über dieser Stadt zu bin­den, und dadurch Deinen Erfolg zu ge­währleisten.
Wir haben indessen gelernt, was den Sieg bringt! Ein Gebetsmarsch rund um den Diana-Tempel hier in Ephesus brachte unseren Gebetskämpfern großen Erfolg, indem der Verkauf der Statuetten stark zu­rückging, und viel weniger Geschäftigkeit im Prostituiertenschrein herrschte. Wäh­rend Du Dich über die Thematik und Me­thoden der geistlichen Kampfführung aus­ schweigst, haben wir durch heidnische Priester zusammengetragene Informatio­nen gefunden, die sehr aufschlußreich sind, insbesondere was die übernatürliche Geschichte dieser Stadt betrifft. Auch unse­re Exorzismen erwiesen sich als sehr hilf­reich und versorgten uns mit Informatio­nen aus erster Hand durch die Dämonen selbst — natürlich erst nachdem wir diesen Dämonen geboten hatten, nur die Wahr­heit zu sprechen.
Solltest Du immer noch von diesem »Engel Satans« geplagt werden, so ist unser Befreiungsteam gerne bereit zu einem Befreiungsdienst. So oder so bitten wir Dich, doch von dieser schwächlichen und fragwürdigen Einrede Abstand zu neh­men, die Christus Dir mitgeteilt hat, dass »Seine Kraft in den Schwachen mächtig« sei. Unserem Empfinden nach ist dies be­stenfalls eine Verteidigungshaltung, ent­spricht aber mit Sicherheit nicht der geistli­chen Kampfführung, die unsere heutige Zeit erfordert.«


Von den Korinthern, die an keiner Gabe Mangel haben und stolz darauf sind!

»Kurz nach Deinem Weggang von un­serer Herde in dieser geistlich aktiven grie­chischen Stadt hat Gott wunderbar ge­wirkt, indem er uns Diener mit einer be­sonderen Salbung sandte. Das Ergebnis können wir nur als echte Erweckung im Reich Gottes sehen. Du aber enttäuschst uns sehr, weil Du Dir ein geistliches Urteil aus der Ferne erlaubst. Du hast gewaltig über das Ziel hinausgeschossen, indem Du nicht zurückgekommen bist und die wunderwirkende, lebensverändernde Kraft hier selbst beobachtet hast, und, als schlimmstes vielleicht, dass Du nicht per­sönlich gekommen bist, bevor Du Deinen destruktiven Brief geschrieben hast. Du hättest durch persönlichen Dialog mit uns tieferen Einblick gewinnen sollen.
Wegen Deiner Engstimigkeit hast Du das inspirierende Wirken des Heiligen Gei­stes verpaßt. An unseren Liebesfesten und in unseren Anbetungsgottesdiensten wirkt Gott vollmächtig und unmittelbar. Wenn wir auch nicht immer alles verstehen kön­nen, was Gott tut, und wenn auch manch­mal die Manifestationen des Heiligen Gei­stes wie toll anmuten, so wollen wir doch mehr von dem, was Er für uns bereit hat, und wir preisen Ihn für die Ausgießung Seines Geistes.
Offensichtlich bist Du blind für den Wert dieser besonderen Mitteilungen, wenn Du protestierst: »Gott ist nicht ein Gott der Unordnung« und »Alles aber ge­schehe anständig und in Ordnung«. Wie kommt es bloß, dass Du nicht fassen kannst, dass Gott in einer neuen Art wir­ken kann, vor allem auf eine individuell verändernde Art? Hast Du keine Angst, den Heiligen Geist Gottes auszulöschen oder zu betrüben?«


Vom GAKPC (Gnostische Apostel zu Korinth für ein Positiveres Christentum):

»Lieber Bruder Paulus,
es fällt uns sehr schwer, diesen Brief zu schreiben. Denn Dein ohnehin schon an­geschlagenes Selbstvertrauen durch Kritik noch mehr zu schwächen wäre das letzte, was wir tun möchten. Aber wir fühlen uns gezwungen Dich zu ermahnen, weil Dein Selbstbewusstsein schon kaum mehr zu retten ist, und wir sind in Sorge, dass Deine pessimistische Haltung einen ungeheuer kontraproduktiven Effekt auf die Kirchen in Griechenland und anderswo haben könnte.
Vielleicht ist Dir Deine Negativität nicht bewußt. Hier einige Beispiele: An Timotheus hast Du geschrieben dass Du »von allen Sündern der erste« seist; den Römern, dass »nichts Gutes« in Deinem Fleisch wohne, indem Du Dich selbst einen »elenden Menschen« nennst; uns in Ko­rinth, dass Du der »geringste unter den Aposteln« seist; und denen in Ephesus schreibst Du, dass Du »der allergeringste unter allen Heiligen« seist.
Das Christentum, das Du lehrst, schwächt den Wert eines jeden Christen ab, eingeschlossen seinen gottgegebenen Intellekt. Du machst Dich selbst zum To­ren, wenn Du fragst »Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?« Wendest Du Dich nicht an Leute hier in Korinth, unter denen Philosophen und Ratsherren sind, die bestens zu regieren verstehen? Wagst Du es, ihre Großtaten zu hinterfragen? Ist das ein positives Zeugnis? Siehst Du denn nicht, dass alle Weisheit von Gott kommt und dass eine Fülle von Weisheit in den literarischen Werken der größten Denker der Welt vorhanden ist?
Obwohl Du uns unter den noblen Grie­chen sehr in Verlegenheit bringst, besorgt uns etwas anderes noch mehr: das demüti­ gende Umfeld, in das Du unseren Glauben stellst. Du behauptest, dass das Christen­leben Leiden mit sich bringe, welche Hun­ger, Armut, Heimatlosigkeit, Mühen, Be­schwerden, Gefahren, Verfolgung ein­schließen, dass die Botschafter Christi wie »Auskehricht der Welt sind, ein Abschaum aller bis jetzt«. Ist dies das Zeugnis eines Apostels, der »Freude« in allen diesen Din­gen findet? Wir Apostel hier in Korinth kennen das alles nicht! Das »Wort des Glaubens« hat uns großen Fortschritt ge­bracht, und Heilungen sind unter uns reichlich vorhanden, weil wir Glauben in unseren Glauben haben.
Es wundert uns nicht, dass unsere Brü­der und Schwestern Dich nicht unterstützt haben, während Du unter ihnen lebtest. Durch Deine eigenen Worte hast Du diese unheilvollen Umstände über Dich ge­bracht, aus welchen Christus Dich befreien wollte; Du hast diese negativen Gegeben­heiten selber herbeigeredet. Durch Deinen Unglauben ist Dir der Erfolg entgangen, den Christus für die Seinen bereitet hat. Denkst Du wirklich, dass Du denen in An­fechtung Hoffnung oder Hilfe bringen kannst, indem Du behauptest, dass »das Leichte der Drangsal schnell vorüberge­he«? Und Du möchtest hier und in Asien Gläubige haben, die Dich nachahmen? Möge Gott es verhindern! Gott sei Dank kennen wir die Macht des positiven Be­kenntnisses.«


Vom AEB-Komitee in Galatien: An Paulus, unseren Bruder im gemeinsamen Glauben.

»Wir lieben Dich, wie wir alle lieben, die den Namen unseres hochgelobten Herrn und Erlöser anrufen. Guter Paulus, Du hast uns so vieles gelehrt. Nun haben aber eini­ge hier in Galatien Deine Worte zu buch­stäblich genommen und sind dabei bis zu dem Punkt engstirnig geworden, dass sie einen kritischen Geist entwickelt haben. Ihre unchristliche und trennende Gesin­nung hat sich gegen unsere lieben Freunde gerichtet, die von der Heilsnotwendigkeit der Beschneidung überzeugt sind.
Das hast Du sicher nicht gewollt! Wir waren bestrebt, den Schaden wieder gut­zumachen, den diese Brüder, die nicht in der Liebe sind, angerichtet haben. Dafür und als Demonstration für die religiöse Welt, dass wir wirklich in der Liebe sind, haben wir fieberhaft an einem Dokument gearbeitet, das die Dinge unterstreicht, die uns gemeinsam sind mit denen welche eine Beschneidung für heilsnotwendig halten.
Nun gibt es schon Punkte, in denen wir immer noch nicht gleicher Meinung sind. Deshalb werden wir weiterhin im Dialog bleiben mit dem Ziel, einen Konsens zu fin­den, durch den wir unsere Liebe durch Einheitlichkeit demonstrieren können. Wir haben schon sehr viel wunderbare Unter­stützung für dieses Versöhnungsvorhaben erfahren. Einige unserer inspiriertesten und mutigsten Führer haben die AEB-Ver­einbarung, welche heißt »Allianz Evangelikaler und Beschnittener« schon unterschrieben.
Um dieses historische Vorhaben zu be­schleunigen, wäre es hilfreich, wenn Du dieses Dokument unterschreiben würdest und darüber hinaus ein Wort der Ermah­nung an die Gruppe der Andersdenken­den richten könntest. Du könntest ihnen erklären, dass der Ausdruck »verflucht«, den Du auf die von der Notwendigkeit der Beschneidung Überzeugten angewendet hast (denen an so vielen der Lehrgrund­sätze, die wir vertreten, gelegen ist), nicht so gemeint war, wie sie denken. Sicherlich werden diese Trennung verursachenden Buchstabentreuen dann vernünftig wer­den und einsehen, dass ihre energischen Einwände gegenüber einer einzigen klei­nen Heilsnotwendigkeit Haarspalterei be­deuten. Solch eine winzige Anpassung im Glauben ist es einfach nicht wert, sich zu streiten, und schon gar nicht ein Grund zur Spaltung unter denen, die Jesus lieben. Danke für Deine Hilfe in dieser Sache. Bitte unterschreibe das beigelegte AEB-Doku­ment und sende es uns sobald wie mög­lich.«

Nachtext

Die wahre Sicherheit
der Gemeinde ist
nicht ein Glaubensbekenntnis,
nicht eine Verfügung,
diejenigen auszuschließen,
die dem Bekenntnis
zuwider lehren;
die Gegenwart Gottes allein
kann sein Volk
gegen
die listigen Anläufe
der Feinde beschützen.

Charles Haddon Spurgeon

Quellenangaben