Zeitschrift-Artikel: Christopher Catherwood: D.M. Lloyd-Jones "privat" (Ein Familienporträt)

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Titel: Christopher Catherwood: D.M. Lloyd-Jones "privat" (Ein Familienporträt)
Typ: Buchbesprechung
Autor: Wolfgang Bühne
Autor (Anmerkung):

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Titel

Christopher Catherwood: D.M. Lloyd-Jones "privat" (Ein Familienporträt)

Vortext

Text

D. Martyn Lloyd-Jones (1899 – 1981) war einer der bekanntesten Prediger und Bibellehrer des 19. Jahrhunderts. Er hatte nie Theologie studiert, sondern eine erfolgreiche Karriere als Mediziner
vor sich, auf die er aber nach seiner Bekehrung verzichtete. Dreißig Jahre lang predigte der „Doktor“ in der „Westminster Chapel“, wobei er fast ausschließlich fortlaufend Bücher der Bibel auslegte.
Sie erschienen später überarbeitet als Predigtbände in vielen Sprachen und wurden bis heute immer wieder neu aufgelegt. Er war Gründer des Verlages „Banner of Truth“, der bis in unsere Zeit vor allem die Werke der Puritaner und Erweckungsprediger herausgibt. In dieser Biographie wird sein Leben aus der Sicht seines Enkels geschildert, sodass man diesen unbeirrten Kämpfer für die biblischen Wahrheiten auch als liebevollen Ehemann, Vater und Großvater kennen lernt.
Lloyd-Jones litt zeitlebens darunter, dass „ein Großteil der Theologie unter modernen Evangelikalen entweder korrekt, aber trocken, oder leidenschaftlich, aber nichtssagend ist“. Er selbst wurde bekannt als ein Prediger, der sowohl logisch wie auch leidenschaftlich-emotional die großen Wahrheiten der Bibel verkündigte und dadurch sonntäglich eine sehr große und bunte Zuhörerschaft erreichte. Einer seiner „geistlichen Söhne“, der bekannte evangelikale Theologe J.I. Packer, schrieb über ihn:
„Er verkörperte die ‚Herrlichkeit‘ und brachte sie zum Ausdruck – die Herrlichkeit Gottes, Christi, des Evangeliums, des christlichen Dienstes, der Menschheit nach der neuen Schöpfung – reicher, als ich sie bei jedem anderen Menschen, den ich kennen gelernt habe, antraf. Niemand kann einem anderen eine größere Gabe schenken als einen Eindruck von dieser großen Herrlichkeit.
Ich stehe für immer in seiner Schuld“ (S. 132). In den letzten Jahren seines Lebens kam es zu einer schmerzlichen Auseinandersetzung, als Lloyd-Jones die Evangelikalen öffentlich aufrief, sich von Denominationen zu trennen, die sich mit der ökumenischen Bewegung verbunden hatten.
Das hatte zur Folge, dass sich einige anglikanische Freunde von ihm distanzierten – darunter u.a. auch John Stott.
Interessant ist, dass der „Doktor“ trotz seiner puritanischen Prägung kein „Cessationist“ war. Er glaubte also an die Fortdauer aller Geistesgaben und auch an die Notwendigkeit der Geistestaufe,
die er aber eher als „Versiegelung“ mit dem Heiligen Geist verstand und erklärte. Das führte dazu, dass er sowohl von Charismatikern, wie auch von „Nicht-Charismatikern“ missverstanden
wurde.
Eine sehr interessante, mit großer Wertschätzung geschriebene Biographie, die Lloyd-Jones nicht nur als den großen Theologen, sondern auch als Menschen vorstellt.

Nachtext

Quellenangaben

3L Pb., 188 S., € 11,20