Zeitschrift-Artikel: Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles!

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Titel: Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles!
Typ: Artikel
Autor: Hermann Grabe
Autor (Anmerkung):

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Titel

Sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles!

Vortext

Text

<p>C.H. Spurgeon hat einmal gesagt: &bdquo;Alles, was besser ist als die H&ouml;lle, ist Gnade!&ldquo; Und er hat Recht. Das dem&uuml;tigt uns zwar einerseits, weil f&uuml;r unseren Selbstruhm nichts &uuml;brig bleibt.<br />Andererseits wissen aber auch alle wahrhaft Gl&auml;ubigen, dass sie um des Verdienstes Christi willen nicht in die H&ouml;lle kommen. Dann bleibt f&uuml;r solche Leute also nur Gnade &uuml;brig. Wir sind ringsumher ausschlie&szlig;lich von Gnade umgeben.<br />Sie umgibt uns &ndash; so zu sagen &ndash; kugelf&ouml;rmig. Nach allen Seiten hin.<br />Angesichts solcher Gnadenf&uuml;lle ist es nicht verwunderlich, dass das Wort Gottes uns auffordert,<br />allezeit f&uuml;r alles dankbar zu sein.<br />Aber nun kommt das &bdquo;Kleingedruckte&ldquo; unseres praktischen Alltags. Da bittet jemand f&uuml;r einen Schwerkranken in der Familie, f&uuml;r Erweckung in der Gemeinde, f&uuml;r die Verfolgten in Nordkorea, f&uuml;r ein bevorstehendes Examen, um einen Arbeitsplatz, um Frieden in der Familie, um die Bekehrung der Kinder oder des Ehepartners &ndash; und es hat den Anschein, als ob Gott von all dem nichts erh&ouml;rt. Ist das dann auch noch Gnade &ndash; Gnade f&uuml;r die wir allezeit und in allem danken sollen?<br />Wenn Worte &uuml;berhaupt etwas bedeuten, m&uuml;ssen wir nach dem bisher Gesagten auf diese Frage mit einem zweifelsfreien &bdquo;Ja&ldquo; antworten; denn wo w&auml;re die Stelle, an der wir unsere Zweifel festmachen k&ouml;nnten &ndash; wenn doch alles Gnade ist?</p> <p><br /><strong><em>Gott ist nicht schwerh&ouml;rig &hellip;</em></strong><br />In dem Bewusstsein, dass ich der Anordnung in der &Uuml;berschrift oft ungehorsam war, ja nicht einmal f&uuml;r &bdquo;erh&ouml;rte&ldquo; Gebete gedankt habe, geschweige denn dann, wenn Gott sie mir anscheinend nicht erh&ouml;rt hat, schreibe ich dies.<br />Wer das f&uuml;r &Uuml;berspanntheit oder Torheit h&auml;lt, sollte folgendes bedenken:<br />&bull; Er h&ouml;rt jedes Gebet. Es geht also kein Gebet irgendwie verloren.<br />&bull; Gott ist darauf aus, dass sein Sohn geehrt wird. Alles, was dazu dient, veranlasst er ganz bestimmt.<br />&bull; Gott hat seinen Sohn f&uuml;r mich in den Tod gegeben. Welches Gute k&ouml;nnte er mir jetzt noch vorenthalten wollen?<br />&bull; Gott ist allm&auml;chtig. Es gibt nichts, was f&uuml;r ihn ein Problem w&auml;re.<br />&bull; Gott ist allweise. Er kennt mich durch und durch und wei&szlig;, was f&uuml;r mich das Beste ist, und das kann und will er mir auch geben.<br /><br />Wenn wir das alles f&uuml;r wahr anerkennen, k&ouml;nnen wir in der Nicht-Erh&ouml;rung unserer Gebete auch nur das Beste sehen, was Gott f&uuml;r uns will und tut.<br />Wir wissen doch &uuml;berhaupt nicht, was z.B. die Erh&ouml;rung eines Gebetes in unseren Herzen anrichten k&ouml;nnte an &Uuml;berheblichkeit, Leichtfertigkeit usw. Nicht erh&ouml;rte oder noch nicht erh&ouml;rte Gebete bringen uns in Abh&auml;ngigkeit von Gott, halten uns dem&uuml;tig und bewahren uns davor, uns &uuml;ber andere zu erheben.<br />Sicher werden mir auch skeptische Leser zustimmen, dass wir im Himmel Gott f&uuml;r alle seine Wege mit uns danken werden. Oder erwartet jemand dort einen Beschwerde-Kasten f&uuml;r vermeintlich berechtigte Anklagen zu finden?<br /><br /><strong><em>Notorisch kurzsichtig?</em></strong><br />Nein, dort werden wir Gottes gute Wege erkennen und ihm ewig daf&uuml;r danken.<br />Nun fordert uns unsere &Uuml;berschrift nach Epheser 5,20 zu nichts weiter auf, als jetzt schon damit anzufangen &ndash; auch wenn wir manches nicht erkennen und verstehen k&ouml;nnen. Doch was besagt das bei unserer notorischen Kurzsichtigkeit &uuml;berhaupt? Gar nichts!<br />Wir sollen nicht auf unseren Durchblick, sondern auf Gottes Verhei&szlig;ungen vertrauen, einerlei, wie wenig wir verstehen. Dadurch wird Gott geehrt. Und sonst machen wir ihn zum L&uuml;gner.<br />Davor bewahre uns Gott!</p>

Nachtext

<p>Wir werden den guten Sinn versteh&rsquo;n<br />von Seinem verborgenen Walten,<br />wenn Er uns lie&szlig; durch die W&uuml;ste geh&rsquo;n,<br />doch von &bdquo;ewigen Armen&ldquo; gehalten.<br />Seine Ruhe wird umso herrlicher,<br />je schrecklicher hier die Gefahren,<br />und Sein Licht erstrahlt umso leuchtender,<br />je dunkler die Wolken einst waren.<br /><br />W. P. Mackay</p>

Quellenangaben