Zeitschrift-Artikel: Komm herüber und bring

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Titel: Komm herüber und bring
Typ: Artikel
Autor: William Kaal
Autor (Anmerkung):

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Titel

Komm herüber und bring

Vortext

Text

<p>Als wir Ende letzten Jahres im Weihnachtstrubel durch die Stadt liefen, fiel uns eine gro&szlig;e, orangefarbene Leuchtreklame ins Auge:<br />&bdquo;Bring&rsquo;s uns&ldquo;. Hier hatte vor kurzem ein Laden aufgemacht, der eine einfache aber geniale Gesch&auml;ftsidee umsetzt:<br />Jeder, der etwas verkaufen m&ouml;chte, kann sich ein Regal oder einzelne Regalb&ouml;den, eine Kleiderstange oder einen Stellplatz als Verkaufsfl&auml;che mieten und dort eigene Waren zum Verkauf anbieten. Im Gegensatz zum Flohmarkt muss der Verk&auml;ufer nicht anwesend sein, denn das Verkaufen &uuml;bernimmt der Gesch&auml;ftsinhaber.<br />&Uuml;ber Nummern, die auf den Preis-Etiketten an der Ware angebracht sind, wird der Erl&ouml;s beim<br />Bezahlen an der Kasse dem pers&ouml;nlichen Konto des Verk&auml;ufers gutgeschrieben. So kann er sich<br />jederzeit &uuml;ber den Absatz seiner Ware informieren und den Umsatz auszahlen lassen. Verkauft<br />werden kann (fast) alles, die Ware bleibt bis zum Verkauf Eigentum des Verk&auml;ufers, und die Preise<br />k&ouml;nnen beliebig festgesetzt werden.</p> <p><strong><em>Kreativit&auml;t ist gefragt</em></strong><br />Die einzelnen Regale und ihr Sortiment sind dabei so unterschiedlich wie die Interessen ihrer<br />Betreiber: Klamotten und Kleinkram, Bilder und B&uuml;cher, Spiele und Sportartikel, Videos und Vasen, Comics und Computerzubeh&ouml;r. Dabei ist viel Kreativit&auml;t des Verk&auml;ufers gefragt, die<br />eigene Ware so verkaufswirksam wie m&ouml;glich in Szene zu setzen &ndash; und viele Kunden kommen<br />immer wieder um zu st&ouml;bern, nach neuen Angeboten Ausschau zu halten und das eine oder<br />andere Schn&auml;ppchen zu ergattern.<br />Der Aufruf &bdquo;Bring&rsquo;s uns&ldquo; erinnert Bibelleser an den Ruf des mazedonischen Mannes, den Paulus im Traum sah. Er rief: &bdquo;Komm her&uuml;ber und hilf uns!&ldquo; &ndash; und Lukas schreibt, dass Paulus und seine Mitarbeiter daraufhin schlossen, dass der Herr sie gerufen habe, ihnen das Evangelium zu verk&uuml;ndigen.<br />Zwar hatten wir, als wir auf das neue Gesch&auml;ft aufmerksam wurden, nicht gleich diese Szene aus der Apostelgeschichte vor Augen, aber schlossen dennoch sofort, dass sich hier eine gute M&ouml;glichkeit bot, das Evangelium zu verbreiten. So mieteten wir ein Regal, das wir zum einen mit &uuml;berfl&uuml;ssigen Haushaltsbest&auml;nden, zum anderen mit guter, christlicher Literatur f&uuml;llten. Wir stellten ein buntes Sortiment zusammen, angefangen von einfachen Bibeln bis hin zu evangelistischen Zeugnisb&uuml;chern, Kinder- und Jungendliteratur, CDs und DVDs, Lebenshilfen und Sachb&uuml;chern und sogar fremdsprachigen B&uuml;chern und versuchten, es attraktiv zu pr&auml;sentieren. Wir achteten darauf, die B&uuml;cher zu niedrigen Preisen anzubieten, ohne sie billig aussehen zu lassen. Und tats&auml;chlich waren wir schon nach wenigen Tagen &uuml;ber die ersten Verkaufserfolge &uuml;berrascht und wurden dadurch ermutigt, auch in zwei anderen Filialen ein Regal zu mieten. Mit der Hilfe von einigen Freunden aus der Gemeinde war schnell gen&uuml;gend Haushaltskram gesammelt, um finanziell &uuml;ber die Runden zu kommen und die B&uuml;cher zu subventionieren.</p> <p><br /><strong><em>Anbieten ohne aufzudr&auml;ngen</em></strong><br />Nat&uuml;rlich finden christliche B&uuml;cher keinen rei&szlig;enden Absatz, aber wir freuen uns doch, dass immer mal wieder eine Bibel, ein Kalender, ein evangelistisches Buch oder eine CD gekauft wird. Nach &uuml;ber einem halben Jahr konnten wir auf diese Weise schon viele gute B&uuml;cher verkaufen und unser Gebet ist, dass sie gelesen werden und Spuren hinterlassen.<br />Da das Angebot an bibeltreuen B&uuml;chern leider fast vollst&auml;ndig aus den normalen Buchhandlungen<br />verschwunden ist, m&uuml;ssen wir andere Wege finden, um suchenden und fragenden Menschen wertvolle B&uuml;cher anzubieten &ndash; ohne sie ihnen aufzudr&auml;ngen. Gesch&auml;ftsideen wie &bdquo;Bring&rsquo;s uns&ldquo; k&ouml;nnen eine solche M&ouml;glichkeit sein &ndash; aber es gibt noch viele andere.</p> <p><br /><strong><em>Die &bdquo;offene Bibliothek&ldquo;</em></strong><br />K&uuml;rzlich sahen wir in einer Wohngegend eine telefonzellengro&szlig;e &bdquo;offene Bibliothek&ldquo;, in die jeder eigene B&uuml;cher reinstellen und andere ausleihen kann &ndash; um sie &bdquo;nach angemessener Zeit&ldquo; wieder zur&uuml;ckzubringen. Letzteres funktioniert wohl nur m&auml;&szlig;ig, trotzdem ist die kleine B&uuml;cherei immer gef&uuml;llt und &ndash; wie sich der schnellen &Auml;nderung des Inhalts entnehmen l&auml;sst &ndash; auch gut frequentiert. Auch hier bietet sich eine tolle M&ouml;glichkeit, gute B&uuml;cher ganz unverbindlich an Leseratten weiterzugeben &ndash; bislang sind alle von uns eingestellten B&uuml;cher in k&uuml;rzester Zeit mitgenommen worden. Auch Stadt- und Schulbibliotheken freuen sich, wenn man ihnen B&uuml;cher schenkt. Bestimmt hat man alte B&uuml;cher zu Hause, die man ohnehin nicht mehr liest, ansonsten gibt es genug christliche Literatur so g&uuml;nstig, dass man nicht viel Geld ausgeben muss, um auf<br />diese Weise die gute Saat auszustreuen.<br />Bei all dem gilt die Verhei&szlig;ung, dass Gottes Wort nicht leer zur&uuml;ckkommen wird!</p>

Nachtext

Quellenangaben