Zeitschrift-Artikel: Testfall Israel - Die prophetischen Texte der Bibel richtig verstehen

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Titel: Testfall Israel - Die prophetischen Texte der Bibel richtig verstehen
Typ: Artikel
Autor: Wolfgang Nestvogel
Autor (Anmerkung):

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Titel

Testfall Israel - Die prophetischen Texte der Bibel richtig verstehen

Vortext

Text

<p>Im Mai feierte der Staat Israel seinen 63. Geburtstag seit der Neugr&uuml;ndung 1948. Handelt es sich dabei nur um eine &bdquo;normale&ldquo; politische Tatsache, die mit Gottes Heilsgeschichte und unserer Auslegung der Bibel nicht direkt zu tun hat? Oder hat die Existenz dieses Staates eine herausgehobene theologische Bedeutung f&uuml;r uns?<br />Beide Positionen werden heute von Christen vertreten, die sich f&uuml;r bibeltreu halten.<br />Was die Auslegungsgeschichte der Bibel betrifft, hat sich der &bdquo;Fall Israel&ldquo; immer wieder als eine Schl&uuml;sselfrage f&uuml;r das Schriftverst&auml;ndnis und f&uuml;r den Umgang auch mit anderen prophetischen<br />Themen erwiesen: Wird Jesus ein reales 1000-j&auml;hriges Reich (Millennium) aufrichten? Werden sich die noch ausstehenden Zusagen des AT w&ouml;rtlich erf&uuml;llen? Oder hat die Gemeinde Jesu Christi das alte Volk Israel beerbt?<br />Die Behandlung der &sbquo;causa Israel&lsquo; eignet sich als Fallbeispiel f&uuml;r den Umgang mit prophetischen<br />Texten &uuml;berhaupt. In der hier erforderlichen K&uuml;rze wollen wir exemplarisch bedenken, welche hermeneutischen (die Auslegung betreffenden) Fragen zu kl&auml;ren sind, wenn man die Zukunfts-Ank&uuml;ndigungen der Bibel richtig verstehen will.<br /><br /><em><strong>1. Die Gegenpole in der Israel-Frage:<br />Beerbung durch die Gemeinde oder reale Zukunftsverhei&szlig;ung f&uuml;r das alte irdische Gottesvolk?</strong></em><br />Wir beschr&auml;nken uns auf den Vergleich der beiden grunds&auml;tzlichen Gegenpositionen, ohne an dieser Stelle darauf eingehen zu k&ouml;nnen, dass es innerhalb der beiden &bdquo;Lager&ldquo; noch weitere Differenzierungen und Varianten gibt.<br /><br /><strong><em>a) Beerbungs-These:</em></strong><br />Die noch ausstehenden Verhei&szlig;ungen f&uuml;r Israel sind auf die Gemeinde Jesu &uuml;bergegangen.<br />Dabei werden irdische Zusagen (wie z.B. die R&uuml;ckkehr in das Land) nicht w&ouml;rtlich erf&uuml;llt, sondern in geistlich-symbolischer Weise auf die Gemeinde des Neuen Testaments &uuml;bertragen.<br />Diese Position ist auch unter dem Namen &sbquo;Substitutions-Theorie&lsquo; bekannt, da sie das ethnische Volk Israel durch das sinnbildliche &bdquo;Israel&ldquo; (die Gemeinde) ersetzt (&bdquo;substituiert&ldquo;). Die im letzten Jahrhundert erfolgte R&uuml;ckkehr des j&uuml;dischen Volkes in das eigene Land hat demnach keinerlei heilsgeschichtliche Bedeutung.<br />Die Beerbungs-These ist ein wichtiger Baustein im Konzept des Amillennialismus, wonach es kein reales 1000-j&auml;hriges Reich (Millennium) geben wird. Was Offb 20 beschreibt, hat demnach bereits mit dem ersten Kommen Jesu begonnen und wird bis zu seiner Wiederkunft andauern. Das ist die klassische Position der reformierten (und teilweise auch lutherischen) Theologie.<br />Dabei verschwimmen nahezu alle Unterschiede zwischen Altem und Neuem Testament, der Abrahamsbund gilt f&uuml;r Israel und Gemeinde in gleicher Weise (&bdquo;Bundestheologie&ldquo;). Nach Calvin war das alttestamentliche Israel bereits die Gemeinde &bdquo;im Kindesalter&ldquo;1: Das &bdquo;wahre Israel&ldquo; geht auf in der &bdquo;Gemeinde Jesu&ldquo;, es gibt nur eine &bdquo;Gemeinschaft der Glaubenden, und diese Gemeinschaft existierte vom Anfang der alten Ordnung bis zur gegenw&auml;rtigen Zeit und wird auf der Erde weiter existieren bis zum Ende der Welt&ldquo;.<br /><br /><strong><em>b) W&ouml;rtliche Erf&uuml;llung:</em></strong><br />Die noch ausstehenden Verhei&szlig;ungen f&uuml;r das ethnische Volk Israel werden sich in der Zukunft<br />w&ouml;rtlich erf&uuml;llen.<br />Dazu geh&ouml;ren die Bekehrung des &Uuml;berrestes (&bdquo;ganz Israel&ldquo; R&ouml;m 11,26) zum Messias im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu und die dann unbedr&auml;ngte Existenz im eigenen Land (&bdquo;Wiederherstellung Israels&ldquo;).<br />Insofern geh&ouml;rt die R&uuml;ckkehr des s&auml;kularen Volkes Israel im Gefolge des zweiten Weltkrieges<br />zur Erf&uuml;llung des g&ouml;ttlichen Planes. Sie schafft die Voraussetzungen f&uuml;r die k&uuml;nftigen Ereignisse von Sach 12-14.<br />Im Rahmen dieser Sicht erwarten wir eine w&ouml;rtliche Erf&uuml;llung der Verhei&szlig;ung des 1000-j&auml;hrigen Reiches, zu dessen Aufrichtung der HERR wiederkommen wird. Das ist die Position des sog. Praemillennialismus (Jesus kommt vor &ndash; &sbquo;prae&lsquo; &ndash; der Errichtung des realen Millenniums zur&uuml;ck). Sie wurde in Deutschland vor allem unter dem Begriff des Dispensationalismus bekannt. Allerdings sollte man sich in der Diskussion nicht auf &bdquo;Etiketten&ldquo; verlassen, da es den einen Dispensationalismus als geschlossenes Konzept nicht gibt, sondern verschiedene Auspr&auml;gungen, die sich um einen gemeinsamen Kern herum gebildet haben. Es passiert immer wieder, dass Gegner der w&ouml;rtlichen Erf&uuml;llung die Karikatur eines extremen Dispensationalismus zeichnen. Dann entsteht der Eindruck: Jeder, der die Wiederherstellung Israels im eigenen Land und ein reales Millennium erwartet, m&uuml;sse damit zugleich bestimmte dispensationalistische Sonderlehren (z.B. die Bergpredigt gelte nur f&uuml;r das 1000-j&auml;hrige Reich) bejahen. Das ist definitiv nicht der Fall!<br />Aus dem bisher Gesagten ergibt sich aber ein Zwischenergebnis: Die Positionen a und b schlie&szlig;en einander aus und fordern zu einer Entscheidung heraus. Woran kann sich diese orientieren?<br /><br /><strong><em>2. Das reformatorische Schriftverst&auml;ndnis: R&uuml;ckruf zum Wortsinn der Bibel</em></strong><br />Es war ein Kernanliegen der Reformatoren, die klare Stimme des Wortes Gottes wieder zu Geh&ouml;r zu bringen (&sbquo;claritas scripturae&lsquo;). Dazu mussten sie der Willk&uuml;r entgegentreten, die sich schon in den fr&uuml;hen Jahrhunderten der Kirchengeschichte in der Auslegungspraxis breitgemacht hatte. Anstatt die w&ouml;rtliche Bedeutung der Texte als ma&szlig;geblich zu akzeptieren, suchte man nach einem &bdquo;mehrfachen Schriftsinn&ldquo;. Damit war allen m&ouml;glichen Allegorisierungen (Verbildlichungen), Vergeistigungen und Umdeutungen T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet. Dies f&uuml;hrte zur Ver&auml;nderung biblischer<br />Wahrheiten, welche Gott durch die Schreiber der Bibel offenbart hatte.<br />Zu den Protagonisten solcher &bdquo;Spiritualisierung&ldquo; z&auml;hlte der Kirchenvater Origenes (185-254), den Luther daf&uuml;r sp&auml;ter zu Recht hart kritisiert hat. Gegen Willk&uuml;r und Allegorisierung setzten die Reformatoren ihre zentrale Forderung:<br />Es habe der einfache Schriftsinn zu gelten, der &bdquo;buchst&auml;bliche&ldquo; Sinn, eben der &bdquo;Literalsinn&ldquo; (Wortsinn). Danach sind die biblischen Texte m&ouml;glichst so auszulegen, wie ihre Verfasser sie urspr&uuml;nglich gemeint haben, und das wiederum ist aus Grammatik, Sprachgebrauch und unter Beachtung des Zusammenhangs (Kontext) zu erheben.<br /><br /><strong><em>3. Das Israel-Verst&auml;ndnis der Reformatoren</em></strong><br />Angesichts dieser Voraussetzung ist es umso erstaunlicher, dass die ma&szlig;geblichen Reformatoren<br />in ihrem Umgang mit der Israel-Frage gerade nicht an der w&ouml;rtlichen Bedeutung der Bibeltexte festgehalten haben. W&auml;hrend Luther noch in seiner fr&uuml;hen R&ouml;merbriefvorlesung (1515/16) davon ausging, dass sich am Ende der Zeit ein Gro&szlig;teil des j&uuml;dischen Volkes als ethnischer &bdquo;&Uuml;berrest&ldquo; (also als nationales Kollektiv) zu Jesus bekehren w&uuml;rde, r&uuml;ckte er sp&auml;ter von dieser Auslegung ab. Auch Calvin deutete R&ouml;m. 11,25f. &ndash; entgegen dem Literalsinn und Kontext &ndash; als Gemeinschaft von Juden und Heiden, die im Verlauf der ganzen Kirchengeschichte zum Glauben an Jesus Christus kommen w&uuml;rden.<br />Das entsprach seinem Verst&auml;ndnis der einen Gemeinde &bdquo;von Anbeginn der Welt bis ans Ende&ldquo;(2).<br />Wie konnte es zu dieser &bdquo;Enteignung&ldquo; Israels, zur &Uuml;bertragung seiner speziellen Verhei&szlig;ungen auf die Gemeinde kommen? Sicher geh&ouml;rten die Endzeitfragen nicht zu jenen Themen, denen die Reformatoren ihre gr&ouml;&szlig;te Aufmerksamkeit widmeten. Die entscheidenden theologischen Schlachten wurden damals auf anderen Feldern geschlagen, vor allem im Bereich des Erl&ouml;sungsverst&auml;ndnisses und damit der Auseinandersetzung um die Rechtfertigungslehre.<br />In der Eschatologie blieben die Reformatoren weitgehend jener Position verhaftet, die man bei dem Kirchenvater Augustin (354-430) vorgefunden hatte. Aber schon vor ihm, bereits im zweiten<br />Jahrhundert, hatte die fr&uuml;he Kirche damit begonnen, sich selbst als einzigen Erben der Israel-Verhei&szlig;ungen zu verstehen (Barnabasbrief, Justin der M&auml;rtyrer). Origenes sorgte durch seine allegorische Methode f&uuml;r das Handwerkszeug, mit dem die Israel-Passagen der Bibel auf die Gemeinde &uuml;bertragen werden konnten.<br />Sp&auml;ter hat die R&ouml;misch-Katholische Kirche ihre Machtf&uuml;lle und vermeintliche Erw&auml;hlung mit allen denkbaren Mitteln verteidigt. Sie hatte schon gar kein Interesse daran, die inzwischen kirchlich vereinnahmten Israel-Verhei&szlig;ungen noch einmal an die urspr&uuml;nglichen Adressaten abzutreten. In ihrem gegenw&auml;rtigen 1000-j&auml;hrigen Reich (Amillennialismus!) herrschte Christus schon l&auml;ngst durch das Papsttum.<br />Wenigstens in der Millenniums-Frage hatte die fr&uuml;he Kirche in den ersten drei Jahrhunderten noch die biblische Substanz zu wahren und an einem k&uuml;nftigen Reich festzuhalten versucht. Sp&auml;testens mit Augustin war aber auch hier die Abkehr vom Wortsinn (Literalsinn) zur bestimmenden kirchlichen Position geworden. Und die Reformatoren hatten &ndash; mehr als 1000 Jahre nach Augustin &ndash; offensichtlich weder die Zeit noch die entsprechende Einsicht, um an diesen Punkten die Geltung ihres reformatorischen Schriftprinzips durchzusetzen. Wer sich heute konsequent auf die Reformation berufen will, mu&szlig; aber in der Israel-Frage entschlossen &uuml;ber die Reformatoren hinausgehen und zum Literalsinn vordringen. Sonst bleibt er in einem traditionalistischen Konfessionalismus stecken.<br /><br /><strong><em>4. Der Literalsinn prophetischer Texte</em></strong><br />Der Bibelleser steht vor einer klaren Alternative:<br />Bin ich bereit, die Texte f&uuml;r sich selbst sprechen zu lassen &ndash; oder lese ich sie durch den Filter eines bestimmten theologischen Systems? Nat&uuml;rlich kann sich kein Ausleger v&ouml;llig von seinen Vorverst&auml;ndnissen freimachen, wenn er einem schriftlichen Zeugnis begegnet. Und jeder von uns ist geneigt, seine eigene (bisherige) Deutung als jene M&ouml;glichkeit zu betrachten, die doch eigentlich jedem anderen ebenso einleuchten m&uuml;sste.<br />Dennoch hat Gottes Wort immer wieder seine Kraft bewiesen, sich selbst verst&auml;ndlich zu machen und gegen noch so verfestigte Missdeutungen durchzusetzen.<br />Machen wir die Probe auf&rsquo;s Exempel. Das AT verbindet die Herzenserneuerung des Volkes immer wieder mit seiner R&uuml;ckkehr ins Land.<br />Lesen Sie dazu u.a. Hes 36,24-28.33-35; 37,12- 26; Amos 9,11-15 (vgl. auch Jer 16,15; 23,8; 34,6; 31,8.23-34).<br />Wer diese Texte studiert, findet darin eine klare Zusage des lebendigen Gottes gegen&uuml;ber seinem auserw&auml;hlten Volk Israel. Grundlage der Verbindung von Heil und Land ist die Abrahams-<br />Verhei&szlig;ung (1Mo 13,15; 17,6-8 u.a.). Diese ist unkonditional, das hei&szlig;t bedingungslos g&uuml;ltig und nicht an den Gehorsam Israels gebunden.<br />Wie k&ouml;nnte Gott sie jemals aufheben? Im Neuen Testament wird diese Zusage an Israel aufgenommen und mit keinem Wort zur&uuml;ckgenommen, auch nicht durch die Betonung der Einheit von Juden und Heiden innerhalb der Gemeinde (Eph 2,11ff; R&ouml;m 11,17-24).<br />Und wenn zum Beispiel Jakobus in Apg 15,15- 20 die endzeitliche Israel-Verhei&szlig;ung aus Amos 9,11-12 zitiert, behauptet er damit keineswegs, dass sich diese bereits innerhalb der Gemeinde erf&uuml;llt habe. Vielmehr zeigt Jakobus mit diesem Zitat, dass Gottes Zukunftspl&auml;ne f&uuml;r Israel keinen Nachteil f&uuml;r die Heiden bedeuten:<br />Wenn Gott sein Volk in der Zukunft endg&uuml;ltig ins Land einpflanzen wird, dann werden auch die<br />Heiden einen Segen davon haben. Und &bdquo;dazu passt&ldquo; (Apg 15,15), wo deutlich wird, dass wir auch jetzt schon keinen Grund haben, die sich bekehrenden Heiden aus der Gemeinde auszuschlie&szlig;en<br />oder sie als &bdquo;Christen zweiter Klasse&ldquo; zu betrachten.<br />Es gibt im Neuen Testament keinen Text, der die alttestamentliche Zusage f&uuml;r Israel in Frage stellen w&uuml;rde. Vielmehr l&auml;uft alles darauf hinaus, dass das Volk k&uuml;nftig durch seine Hinwendung<br />zu Jesus Christus als dem Messias zu einer umfassenden Erf&uuml;llung aller Zusagen gelangen wird. Zahlreiche Aussagen (z.B. Mt 19,28; 23,37-39; Luk 21,24; 22,30; Apg 1,6; R&ouml;m 11,25-27)<br />bekr&auml;ftigen die Hoffnung Israels als von Jesus selbst (und dann von Paulus) best&auml;tigt.<br />Jacob Thiessen hat in seiner Untersuchung gezeigt, wie gr&uuml;ndlich auch die neutestamentlichen<br />Quellen eine letztendliche Wiederherstellung Israels verb&uuml;rgen3. Und Michael J. Vlach konnte in seiner Dissertation4 &ndash; die leider noch auf einen deutschen &Uuml;bersetzer wartet &ndash; nachweisen:<br />auch dort, wo das NT alttestamentliche Verhei&szlig;ungen erg&auml;nzt und auf die aktuelle Situation anwendet (z.B. Amos 9,11f. in Apg 15,15ff.), geschieht das niemals auf eine Weise, welche ihre urspr&uuml;ngliche, w&ouml;rtliche Bedeutung r&uuml;ckg&auml;ngig macht und von Israel wegnimmt.<br />Darum lohnt es sich, auch in der Israel-Frage f&uuml;r den Literalsinn zu streiten: Es geht um nicht weniger als die Verhei&szlig;ungstreue des lebendigen Gottes, der seinen &bdquo;Augapfel&ldquo; nicht im Stich<br />lassen wird (Sach 2,12; 5Mo 32,10). Und es geht um unsere Treue gegen&uuml;ber dem Wortsinn der<br />Schrift. Wer einmal davon abweicht, um einem theologischen System zu dienen, der steht in der<br />Gefahr, es immer wieder zu tun. Davor beh&uuml;te uns Gott!</p>

Nachtext

Quellenangaben

<p>1) Johannes Calvin; Institutio Christianae ReligionisII,11,2; Neukirchener Verlag 2008; S. 239<br />2) Heidelberger Katechismus, Frage 54; in: &bdquo;Bekenntnisse der Kirche&ldquo;; Hans Steubing (Hrsg); Theologischer Verlag<br />Rolf Brockhaus; Wuppertal 1970; S. 142<br />3) Israel und die Gemeinde, 2008<br />4) Michael J. Vlach: The Church as a Replacement of Israel: An Analysis of Supersessionism; Peter Lang Publishing, Frankfurt a.M. 2009</p>