Zeitschrift-Artikel: Neues aus dem Dschungel der Moskitia

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Titel: Neues aus dem Dschungel der Moskitia
Typ: Artikel
Autor: Walter Altamirano
Autor (Anmerkung):

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Titel

Neues aus dem Dschungel der Moskitia

Vortext

Text

<p><strong><em>Liebe Geschwister,<br /></em></strong><br />ich m&ouml;chte kurz von der letzten Reise nach Krausirpi, im Dschungel der &bdquo;Moskitia&ldquo;, berichten.<br />Krausirpi ist ja ein Eingeborenendorf mit etwa 120 H&auml;usern, das wir im Sommer letzten Jahres besuchen konnten, um dort mit einer Anzahl Br&uuml;der ein Versammlungshaus zu bauen (siehe fest&amp;treu 1/2011).<br />Man lebt dort teilweise mit zwei oder drei Familien zusammen, die nicht mehr als ein oder zwei Betten haben, einen Tisch und eine &bdquo;hornilla&ldquo; (Holzofen aus Ziegeln und Lehm). Wenn<br />sie schlafen gehen, m&uuml;ssen sie einen &bdquo;pabell&oacute;n&ldquo; benutzen, eine Decke, mit der sie sich vor<br />Moskitos sch&uuml;tzen. Das Wasser ist verdreckt, es gibt keinen elektrischen Strom, kein Telefon, kein Internet. Unter gro&szlig;en Schwierigkeiten kommuniziert man per Funk mit nahegelegenen<br />D&ouml;rfern. Es gibt eine Schule bis zur neunten Klasse.<br />Die Menschen bepflanzen die Erde mit Kochbananen, Reis und Bohnen f&uuml;r den eigenen Bedarf.<br />Wie in der &uuml;brigen Moskitia, so richtet auch hier der Drogenhandel unter einem gro&szlig;en Teil der<br />Bev&ouml;lkerung Schaden an, weil die D&ouml;rfer mitten im Urwald liegen und es sonst kaum eine andere<br />M&ouml;glichkeit gibt, Geld zu verdienen.<br /><br /><strong><em>Eine m&uuml;hsame Reise &hellip;</em></strong><br />An einem Donnerstag verlie&szlig;en wir Tela in aller Fr&uuml;he zu dritt im Auto, fuhren den ganzen Tag und gelangten um 17 Uhr in Olancho am Fluss Patuca an, wo wir planten, mit dem Einbaum elf<br />Stunden flussabw&auml;rts zu fahren. Wir mussten jedoch einen ganzen Tag warten und legten erst am Samstag um 06:30 Uhr morgens ab und kamen um 17 Uhr in Krausirpi an.<br />Am Flussufer sahen wir gro&szlig;e Eidechsen; interessanter war jedoch, dass die Menschen zu dem neu gebauten Gemeindehaus kamen, um uns zu sehen und zu begr&uuml;&szlig;en, sodass wir unter ihnen evangelisieren konnten. Es gibt dort viel Interesse an der Botschaft des Evangeliums.<br />Sechs Menschen bekannten sich w&auml;hrend unseres Besuchs zum Glauben und zwei Jugendliche<br />m&ouml;chten sich nun taufen lassen.<br /><strong><br /></strong><strong><em>Materielle und geistliche Hilfe</em></strong><br />Jeder Besuch in Krausirpi macht aufs Neue die N&ouml;te offenbar: Es ist immer notwendig, Medikamente mit dorthin zu nehmen, weil das dortige &bdquo;Gesundheitszentrum&ldquo; &uuml;ber keine Medizin verf&uuml;gt.<br />Daher brachten wir Blutdruck-Messger&auml;te, Blutzucker-Messger&auml;te und Spritzen mit &ndash; allerdings nur in kleinen Mengen. Bei der n&auml;chsten Reise m&ouml;chten wir mehr mitnehmen.<br />Den Geschwistern lie&szlig;en wir Saatgut f&uuml;r Wassermelonen, Tomaten und Peperoni da, sowie Schulmaterialien f&uuml;r die Kinder.<br />Jeden Morgen versammelten wir uns mit den Geschwistern, die es dort schon gibt und mit den Neubekehrten, um sie im Wort Gottes zu unterweisen. Anschlie&szlig;end trafen wir uns zum Essen, das gew&ouml;hnlich aus Reis besteht. Doch an einem Tag gab es auch &bdquo;quequeo&ldquo;: das ist ein Tier, das ein Bruder gejagt hatte. Es ist &auml;hnlich wie ein Wildschwein.<br />Die Gemeinschaft mit den Geschwistern w&auml;hrend der Essenszeit unter freiem Himmel war f&uuml;r uns immer ein besonderes Erlebnis und hat uns viel Freude bereitet.<br />Bruder Oscar Barrios ist &bdquo;der Vater&ldquo; dieser kleinen Gemeinde, die erst seit einigen Monaten besteht. Er selbst ist noch jung im Glauben und leider gibt es in seiner Umgebung keine reifen<br />Christen, von denen er etwas lernen kann. Deswegen ist er sehr dankbar f&uuml;r unsere Besuche, die ihn ermutigt haben, sich f&uuml;r die Zukunft klare Ziele zu setzen, damit das Evangelium noch viele<br />Menschen in den umliegenden D&ouml;rfern erreicht.<br />Etwa eine Stunde von dem Dorf entfernt gibt es eine weitere Gemeinde. Wir h&ouml;rten davon und<br />so fuhren wir auf einem &bdquo;pipante&ldquo; (12 bis 15m langes Holzkanu mit Motor) dorthin. Dieser Ort wird &bdquo;El Tornado&ldquo; genannt. Die Geschwister dort m&ouml;chten in Zukunft die Christen in Krausirpi besuchen. Sie denken dar&uuml;ber nach, f&uuml;r diesen Zweck ein Glasfaserboot zu kaufen, um reisen<br />zu k&ouml;nnen, denn die Fahrkosten sind so hoch, dass es besser ist, das Geld f&uuml;r den Kauf eines<br />Bootes auszugeben.<br /><br />Herzlichen Dank f&uuml;r Eure Gebete!<br />&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Euer Walter Altamirano</p> <p><br /><span style="text-decoration: underline;"><strong>Hier noch einige Gebetsanliegen:<br /></strong></span><br /> &bull; Oscar Barrios und seine Frau Utilia<br /><br />&nbsp; <strong>Die Neubekehrten:</strong><br />&bull; Calindro Ort&iacute;z und Francis Sanchez (ein Paar)<br />&bull; Estein Sachez und Nohela Sanchez (ein Paar)<br />&bull; Angel Sanchez<br />&bull; Erudita<br /><br />&bull; St&uuml;hle f&uuml;r den Gemeinderaum, ebenso Medikamente und Kleidung f&uuml;r die Geschwister und &nbsp; &nbsp;Freunde<br />&bull; Der Anstrich des Gemeinderaumes</p>

Nachtext

Quellenangaben