Zeitschrift – Nummer 126

VKZ
H 11661
Ort
Meinerzhagen
Nummer
126
Jahrgang
2009
Ausgabe
2

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Text Titelseite

Mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf Hebräer 12,1

Vorwort

»Ohne Waffen, ohne Gewalt, ohne Hass!«
Nizza – an einem Montag, dem 19. Juli 1976. Der Bankdirektor der Société Générale will wie jeden Morgen den Tresorraum öffnen, aber die schwere Stahltür klemmt. Also lässt er Handwerker kommen in der Gewissheit, dass in ein paar Minuten die Störung behoben sein wird. Aber die Verriegelung gibt nicht nach. Gegen Mittag rücken schließlich Spezialisten an, die den gesamten Tresorflügel aus den Angeln im Beton stemmen müssen. Ein ziemlich teures Unterfangen.

Als sie Stunden später endlich ins Innere des Tresors blicken können, stellen sie voller Entsetzen fest: Jemand ist ihnen zuvorgekommen. Der Direktor betritt atemlos die gepanzerte Kammer und bricht fast zusammen. Die Tresortür ist von innen zugeschweißt! Alle Schließfächer sind aufgebrochen! Alle Einlagen – Geldscheine, Juwelen, Goldbarren – sind weg! Auf Augenhöhe gähnt eine runde Öffnung im Beton – ein unterirdischer
Tunnel. Und an der Wand hat jemand eine knappe Botschaft hinterlassen: „Ohne Waffen, ohne Gewalt, ohne Hass!“

Dieser Coup brachte dem Täter viel Bewunderung ein. Ohne Waffengewalt und ohne Blutvergießen, aber mit genialer Überlegenheit hatte er fette Beute gemacht. Außerdem besaß er noch die Nerven, eine Bekenner-Inschrift zu verfassen …

In Matthäus 12,29 stellt Jesus die Frage: „Wie kann jemand in das Haus eines
Starken eindringen und seinen gesamten Hausrat rauben?“ – Es muss einer kommen, der stärker ist, genialer, mächtiger. Und er selbst kam und nahm dem Teufel die Macht des Todes (Hebr 2,14). Er raubte ihm seine Beute – und befreite seine Geknechteten aus dem Gewahrsam – ohne Waffen, ohne Gewalt, ohne Hass!

Im Fall von Nizza wurde ein Bankräuber für ein genial ausgeführtes Verbrechen bewundert. Jesus aber zerbrach die Mauern des Kerkers mit der Macht seiner Liebe!

Er ist stärker! Johannes wusste es im voraus: „Nach mir kommt, der stärker ist als ich“ – sogar ohne Axt, ohne Worfschaufel und ohne Sandalen, als er dort am Kreuz hing! Einer, der sein Volk von den Ketten der Sünde erlösen würde, der Gefangenen Befreiung ausruft – ohne Waffen, ohne Gewalt, ohne Hass, sondern in bedingungsloser Liebe!

Darum weine nicht. Er vermag alle Siegel zu brechen (Off 5,5) – auch das römische an seiner Grabplatte (Mt 27,66)! Der Löwe hat den Drachen überwunden und das Lamm hat die Schlange besiegt. Halleluja!

Andreas Fett

Inhaltsübersicht

John Piper - Die Hoheit Gottes in der Mission S. 3
Wolfgang Bühne - Hiskia – der Mann, der Gott vertraute S. 4
William Kaal - Tetelestai – zwischen gestern und morgen S. 8
Gerrit Alberts - Bereit und aufrichtig – Johannes Calvin S. 10
Jorge Luis - Jahrgang 1954 und noch kein bisschen alt! S. 15
Georg Walter - Keine krummen Touren mehr … S. 16

Artikel dieser Ausgabe

Text Rückseite

All unsere Weisheit,
sofern sie wirklich den
Namen Weisheit verdient
und wahr und zuverlässig
ist, umfasst im Grunde
zweierlei: Die Erkenntnis
Gottes und unsere
Selbsterkenntnis.

Johannes Calvin
Institutio I,1,1

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