Zeitschrift – Nummer 54

Cover Ausgabe 54
VKZ
Ort
Meinerzhagen 2
Nummer
54
Jahrgang
1989
Ausgabe
1

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Text Titelseite

Mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf.

Hebr.12,1

Vorwort

O, mein Sohn Markus


  meines Herzens Hoffnung und Freude, ich wollte lieber, Du wärst auf meinen Knien gestorben, als daß Du herangewachsen wärst, um des Teufels Narrenkappe zu tragen, ein Diener der Kirche zu heißen und ein Baalspfaffe zu sein.

Weißt Du, daß nach Gottes Gesetz der Mann, der das heilige Salböl nachmach­te, verflucht und vermaledeit war in Ewigkeit (2. Mo. 30,31-33)? Wird denn eine geringere Strafe denjenigen treffen, der das Heilige des Neuen Bundes nachmacht, um Menschen und Gott zu belügen?!

Hüte Dich, Markus; es gibt eine Theologie, die hat es mit lauter Imitation zu tun - lauter Falschmünzerei!

Hüte Dich, es gibt eine Theologie, die gleicht einer Lyoner Musikdose, welche ein paar Stückchen ganz fertig abspielt und dann schweigen oder wieder von vorne anfangen muß, bis die Leute darüber einschlafen.

Hüte Dich, es gibt eine Theologie, die gleicht einem Antiquitäten-Kabinett, wo alles beisammen ist - ein härener Rock von einem Kirchenvater, ein Rosenkranz von einem Scholastiker, ein Brillenfutteral von D. Luther, ein Hosenknopf von Calvin, eine Schnupfdose von Zinzendorf und dergleichen Dinge. Markus, laß Dich nicht darauf ein!

Ich weiß, daß auf der Universität mancherlei Getränk eingeschenkt wird. Ich hoffe zu Gott, daß, wenn du auch Gift saufen mußt, so werde es Dir nicht schaden (Mark. 16,18). Aber weil die Welt so von freier Forschung brüllt, so hebe Du nur getrost den Handschuh auf und forsche, daß es Dir keiner an Fleiß und Treue zuvortun kann.

Forsche, bis Du erkennst, daß alle die Großhanse, welche in der Welt wie Leuchttürme angestaunt werden, nur Windbeutel sind, daß alle, die sich nicht beugen vor Gottes Wort, in der Schrift Narren heißen. Gottes Wort, mein Sohn, ist siebenfach geläutert.

Laß Dir keine Bären anbinden, Markus, bücke Dich nicht vor den Götzen der Wissenschäftelei. Denke wenigstens an Deinen Horaz:

Nil admirari prope res est una Numici
Solaque quae possit fasere et servare beatum,

oder wie ich es als Primaner übersetzte:

Hänschen, staune ja nicht an, was Du findest auf der Erden,
sonst bist Du auf schiefer Bahn und wirst angeschmieret werden.

Das Sprüchlein ist gewiß die Quintessenz mancher bitterer Erfahrungen, die das Männeken gemacht hat, aber es ist mehr Wahrheit darin, als er sich selbst bewußt war. Was ist an der Welt und all ihrem Bettel zu bewundern? Ich wüßte nichts, als daß ein großer und wunderbarer Gott sie so lange getragen hat. Dem frage Du nach, Den bewundere Du und halte es nicht für Muckerei, wenn Du jeden Abend beim Einschlafen ausrufst: "Herr, wie sind Deine Werke so groß und viel!" Deine Aufgabe durch das ganze Triennium hindurch sei Got­tes Wort frei zu erforschen - Gottes Wort zu lesen, bis Du die Unterschiede unterscheiden kannst. Gott sei Dir gnädig, mein Sohn, und helfe Dir!

Geh sparsam mit den Groschen um, damit nicht der böse Kürassier, von dem Saloma in Sprüche 24,34 geredet hat, Dich einhole. Ein Student, der Schulden macht, ist ein ebenso jämmerlicher Anblick, wie einer, dem das Hemd zu den Hosen herausguckt. Paß auf und laß Dich nicht verachten. Schreibe uns bald und vergiß unsere Liebe nicht.


Dein Vater
Philaletes


 (Paul Geyser: Aus dem Nachlaß eines Großvaters, 1871)

Inhaltsübersicht

Paul Gyser  -  O, mein Sohn Markus  -  S.3

William MacDonald/ Carl T. Knott  -  Lohnt es sich zu beten? (Teil2)  -  S.4

A. Kesper  -  Unser Herz  -  S.7

Albert Kröll  -  Von der Esotherik zur Wahrheit der Bibel  -  S.11

Elisabeth Elliot  -  "Billiger, weil leicht angeschmutzt?"  -  S.13

Wolfgang Bühne  -  soft & smart (John Wimber und der Mitarbeiterkongreß in Frankfurt)  -  S.14

Martin Heide  -  Einleitende Bemerkungen zur Offenbarung (Schluss)  -  S.18

Buchbesprechung  -  S.21

Artikel dieser Ausgabe

Artikel
soft & smart
Wolfgang Bühne
Artikel
Lohnt es sich, zu beten? (2. Teil)
William MacDonald Carl T. Knott
Artikel

Elisabeth Elliot
Artikel
Einleitende Bemerkungen zur Offenbarung (Schluß)
Martin Heide
Artikel
Unser Herz
A. Kesper
Artikel
Von der Esoterik zur Wahrheit der Bibel
Albert Kröll
Buchbesprechung
Max S. Weremchuk: Ihr liefet gut
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
Benedikt Peters: Wo hört die Gnade Gottes auf? Gibt es Heilssicherheit?
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
Hermann Jantzen: Im wilden Kurdistan (Ein Leben unter Moslems)
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
Steve Volke: Background Musiker-Leben
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
C.C. Kauffman: Regina
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
K. Ledermann/U. Skarnbraks: Der Griff nach unseren Kindern
Ulla Bühne
Buchbesprechung
H. Wilts: Familie nach Gottes Plan
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
Gerhard Fast: Was suchst du hier mitten in der Nacht?
Th. Bühne
Buchbesprechung
Werner Gitt: Schuf Gott durch Evolution
Ulla Bühne
Buchbesprechung
S.A. Ellisen: Von Adam bis Maleachi (Das Alte Testament verstehen)
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
Max S. Weremchuk: J.N. Darby - und die Anfaenge einer Bewegung
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
Elisabeth Elliot: Eine harte Liebe
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
John Paton: Missionar unter Südseekannibalen
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
Paul Brownback: Selbstliebe ‑ eine biblische Stellungnahme
Wolfgang Bühne
Buchbesprechung
A.C. Gaebelein: Concise Commentary an the whole Bible
Martin Schumacher

Text Rückseite

"Auf
dem Geldstück,
für das
wir
die Wahrheit
verkaufen,
ist immer,
wie wenig
sichtbar
es auch sein mag,
das  Bild
des Antichristen
eingeprägt."

F.W. Grant

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