Zeitschrift – Nummer 85
- VKZ
- K11661
- Ort
- Meinerzhagen
- Nummer
- 85
- Jahrgang
- 1999
- Ausgabe
- 1
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Text Titelseite
Mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf
Hebräer 12,1
Vorwort
Liebe Leser,
kleiner werdende Gemeinden — so etwas gibt es wirklich — und schwindendes Interesse an gewachsenen »Gemeindewerten« oder Bibelstudium zugunsten von Individualismus und Bequemlichkeit führen zum Nachdenken. Ich selbst habe mehrfach erlebt, wie wegen unterschiedlicher Gründe Gemeinden schrumpften oder gar »geschlossen« werden mußten und weiß von solchen, in denen dieser Prozeß voranschreitet. Was die Ursachen sind, das kann hier nicht geklärt werden. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Während eine Gruppe sich fragt, warum der Herr dieses zulässt und eine selbstkritische Bestandsaufnahme macht, wissen andere, dass dieser Prozeß wegen unvermeidlicher Veränderungen in der letzten Zeit nicht anders sein konnte und bitten den Herrn um Weisheit für den weiteren Weg.
Es gibt auch andere Gruppen, die sich sagen, »besser klein aber rein«, Hauptsache der Herr ist da.
Nach den Ursachen wird oft nicht gefragt. Je kleiner, desto treuer und auch elitärer, scheint da die
Devise zu sein. Und manchmal vermehrt man sich, indem andere mit der selben Einstellung ge‑
wonnen werden und so diesen Kurs stärken. Dann wird Gemeinde zu einer Interessengemein‑
schaft von lauter Gleichgesinnten.
Ich bin kein Freund von Gemeindewachstumsstrategien um der Strategie selbst willen. Aber die
Bibel zeigt Wachstum als einen natürlichen Prozeß in Schöpfung und Gemeinde. Abnahme, Zer‑
fall und Tod sind Anzeichen dafür, dass die Sünde und ihre Folgen den von Gott gegebenen Pro‑
zeß beeinflussen. Wachstum beginnt mit der Geburt und führt zum Erwachsensein. In der Schöp‑
fung freuen wir uns am Erwachen und Aufblühen der Natur, das jetzt auch wieder bevorsteht. Bei
einem Menschen freuen wir uns über das Wachstum vom Säugling über das Kleinkind, das Kind,
den Jugendlichen bis zum Erwachsenen. Und in der Gemeinde ist es — wie Johannes zeigt — nur
natürlich, dass es dort Väter, Jünglinge und kleine Kinder gibt. (1.Joh.2,13ff) Unterschiedliche
Reifestufen geben verschiedene Aspekte des Lebens wieder: sind die einen in gewisser Weise abgeklärt und in der Lage, die Dinge vom Wesentlichen (Christus) her anzugehen, haben andere Kraft, den geistlichen Kampf zu kämpfen und das Wort Gottes weiterzutragen. Und wieder andere haben geistliche »Urinstinkte«, die sie befähigen, das Richtige vom Falschen zu unterscheiden, an dem Herrn Jesus festzuhalten und ihn zu bezeugen. Das bedeutet, dass in einer wachsenden Gemeinde Bekehrungen stattfinden — Menschen, die dem Glauben fernstehen, den Herrn Jesus suchen und dort finden. (1 Kor 14,24f) Das führt dazu, dass Gläubige unterschiedlich weit sind auf dem Weg zu dem verherrlichten Herrn Jesus und sich dabei gegenseitig behilflich sind. (Phil 3,15)
Für diesen Weg kann man sicher einiges planen, ein Konzept haben — etwa wie eine Landkarte.
Aber wesentlich ist der Zielpunkt der Reise.
Das Wichtigste für eine lebendige Gemeinde ist, dass der Herr Jesus dort anwesend und wirklich
das Zentrum und Ziel ist. Das ist keine Alibiformel, sondern wird bemerkt — von der Gemeinde
selbst, von den Besuchern und den Ungläubigen. Es zeigt sich u.a. auch darin, dass die Menschen nach seinem Wunsch zu ihm kommen und nicht von ihm weglaufen. Wenn man mehr darüber wissen möchte, dann empfehle ich das Lesen des Buchs »Lebendige Zellen« von Ralph Shallis, dessen Inhalte sich durch das vorliegende Heft ziehen. Da gibt es dann auch Antworten und Hilfestellungen für die eingangs erwähnten Situationen.
Ich wünsche viel Freude und Gewinn beim Lesen und grüße herzlich
Ralf Müller
Inhaltsübersicht
A.W. Tozer - Es ist nicht mehr gefährlich, Christ zu sein - S.3
Wolfgang Bühne - Wenn ein Führer zum Mörder wird - S.4
Gerard H. Kramer - Den Griechen ein Grieche - S.6
Ralf Shallis - Eine Rechenaufgabe im Hühnerstall - S.9
Wolfgang Bühne - Gottes Gnade im Gericht - S.12
Dave Hunt/T.A. McMahon - "Lieber Bruder Paulus..." - S.16
Die Bücherecke - S.21
Artikel dieser Ausgabe
Wenn ein Führer zum Mörder wird...
Wolfgang Bühne Artikel
Gottes Gnade im Gericht
Wolfgang Bühne Artikel
Den Griechen ein Grieche
Gerard H. Kramer Artikel
Eine Rechenaufgabe im Hühnerstall...
Ralf Shallis Artikel
Dave Hunt T.A. McMahon Artikel
Es ist nicht mehr gefährlich, Christ zu sein...
A.W. Tozer Buchbesprechung
Prof. Dr. Reinhard Franske: Was ist Schamanismus?
Wolfgang Bühne Buchbesprechung
J.G. Fijnvandraat/G.H. Kramer: Schweigen in der Gemeinde
Wolfgang Bühne Buchbesprechung
A.W. Tozer: Geistliche Tiefe gewinnen
Wolfgang Bühne Buchbesprechung
Roland Antholzer: Mächte der Bosheit
Wolfgang Bühne Buchbesprechung
Francine Rivers: ... der die Schuld vergibt
Michael Bühne Buchbesprechung
J. Lennox / D. Gooding: Wer glaubt muß denken
Michael Bühne Buchbesprechung
Bob George: Das Leben ist zu kurz, um die Hauptsache zu verpassen
Michael Bühne Buchbesprechung
Ralph Shallis: Lebendige Zellen
Wolfgang Bühne Buchbesprechung
Erwin W. Lutzer: Ein Blick hinter die Kulissen
Wolfgang Bühne Buchbesprechung
Kim Hyun Hee: Tränen meiner Seele
Wolfgang Bühne Buchbesprechung
Charles C. Ryrie: Zeig's mit Gegenständen
Ralf Müller
Text Rückseite
Zwei oder drei
Jünger Jesu
oder auch
dreißig oder vierzig,
die sich
im Namen Jesu versammeln,
in Ihm eins sind,
stellen vor der Welt
wie auch vor Gott
ein so
klares, reines und
überzeugendes
Bild dar,
dass die Welt
ob sie mit
Hass oder Glauben
reagiert
darin die
Gesichtszüge
Jesu Christi
wahrnimmt.
Ralph Shallis