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Zeitschrift-Artikel: τετελεσται

Zeitschrift: 126 (zur Zeitschrift)
Titel: τετελεσται
Typ: Artikel
Autor: William Kaal
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 2724

Titel

τετελεσται

Vortext

Text

Taupunkt 2.0


Nachdem im letzten Jahr erstmalig die Jugend-Konferenz „Taupunkt“ in Schoppen stattfand, ging sie in diesem Jahr als „Taupunkt 2.0“ in die zweite Runde. Wie bereits im vergangenen Jahr kamen über 200 Jugendliche, um über das Pfingstwochenende in Schoppen aufzutauchen, aufzutauen und aufzutanken. Aufgrund der begrenzten Schlafmöglichkeiten vor Ort mussten rund 80 Leute in einem nahegelegenen Freizeitheim untergebracht werden und hatten das besondere Vergnügen, morgens und abends im Schoppen-Shuttle zu reisen – ein Erlebnis, das viele an überfüllte Schulbusfahrten in früheren Tagen erinnerte. Aber fast alle nahmen diese und andere Unannehmlichkeiten gelassen und diszipliniert hin. Besonders dankbar waren wir auch in diesem Jahr wieder für durchgängig trockenes und sonniges Wetter, das die vielen Aktivitäten im Freien, angefangen von den kleinen Gebetsgruppen und den Mahlzeiten bis hin zu Geländespielen und Sport-Turnieren ermöglichte. Auch das nun fast schon traditionelle Taupunkt- Tauziehen konnte wieder mit vollem Einsatz und vielen Emotionen ausgetragen werden.

Zwischen gestern und morgen …

Tetelestai – wieder prangte ein griechisches Wort (natürlich mit dem griechischen Buchstaben tau beginnend) als Motto auf den T-Shirts aller „Taupunktler“. Tetelestai – „Es ist vollbracht“ – war der letzte triumphale Ausruf des Herrn Jesus am Kreuz und ist damit das Siegel für unsere Erlösung, die göttliche Unterschrift unter unsere Errettung. Der Untertitel „Zwischen gestern und morgen“ ist dabei an den Bibeltext angelehnt, mit dem wir uns während der Tage beschäftigt haben. Er soll die Tragweite und Größe dieser Errettung andeuten (und erinnert gleichzeitig an das Motto des letzten Jahres „zwischen Erde und Himmel“). Wir waren gespannt, wer als Erstes von interessanten Begegnungen berichten kann, bei denen die neugierig machende T-Shirt-Aufschrift als Anstoß für ein Zeugnis diente – und bekamen tatsächlich schon am ersten Tag nach Pfingsten einen kurzen Erlebnisbericht zugesandt (siehe nächste Seite, unten). Der Bibeltext, an dem sich die sechs Vorträge der drei Referenten orientierten, war dem zweiten Kapitel des Titusbriefes entnommen (Tit 2,11-14). Genauer gesagt war es nur ein Satz, den wir mit viel Einsatz und Begeisterung während dieser Zeit studierten und durch die lebendigen Vorträge plastisch vor Augen gestellt bekamen. Paulus fasst darin in konzentrierter Form den Ursprung, die Grundlage, die Auswirkung und den Ausblick unserer Errettung zusammen. Der Satz macht deutlich, dass unser Leben eingerahmt ist von zwei Erscheinungen des Herrn – der vergangenen Erscheinung in Gnade und Wahrheit und der zukünftigen Erscheinung in Herrlichkeit. Unser Leben heute – in dem jetzigen Zeitlauf – wird von beiden Perspektiven bestimmt und hängt damit zwischen gestern und morgen. Als Veranschaulichung diente uns ein Fußgänger, der über eine große Hängebrücke wie die Golden Gate Bridge läuft. Er weiß, dass sein Leben an zwei massiven, gigantischen Stahlpfeilern hängt, die unverrückbar fest an beiden Ufern im Boden verankert sind. Den einen hat er schon passiert, er ist für ihn „Vergangenheit“, der andere liegt vor ihm „in der Zukunft“. Doch beide tragen und stützen sein Leben. Und während er erwartungsvoll auf den zweiten Pfeiler zuläuft, der immer deutlicher aus dem Nebel hervortritt und scharfe Konturen annimmt, weiß er, dass der hinter ihm liegende Pfeiler es ihm überhaupt erst ermöglicht, dass er sicher über das tosende Wasser unter ihm laufen kann. So ähnlich zeigt Paulus, dass Jesus uns durch sein Opfer am Kreuz in der Vergangenheit von der Gesetzlosigkeit losgekauft und uns für ein gottgefälliges Leben gereinigt hat. Und er macht auch deutlich, dass die Erwartung der Erscheinung seiner Herrlichkeit in der Zukunft unser Leben prägen und uns zu einem besonnenen, gerechten und gottseligen Leben motivieren soll. Deswegen orientierten sich die Vorträge an den drei zeitlichen Perspektiven Gestern, Heute und Morgen. Unser Leben ist eingeschlossen in das, was Gott in der Vergangenheit getan und das, was er in der Zukunft tun wird – es ist ein Leben zwischen gestern und morgen. Unser Herr Jesus, der der Anfänger und Vollender unseres Glaubens ist und gestern, heute und in Ewigkeit derselbe bleibt, wurde uns dabei aufs Neue ganz groß. Darüber hinaus konnten sich die Jugendlichen in verschiedenen „Work-Schoppen“ in kleinen Gruppen über ganz unterschiedliche Fragen informieren und austauschen. Bei Themen wie z.B. „Fraupunkt“, „Schmollen, grollen – ich den Ollen Ehre zollen?“ oder „Dangerzone Internet“ wurde es dabei richtig praktisch und konkret. Am Sonntag gab uns Alexander vom Stein faszinierende Einblicke in die Schöpfung und rüstete uns mit hilfreichen Informationen zum aktuellen Darwin-Jahr aus.

Unmerklich aber nicht unsichtbar

Tau, der in der Bibel häufig als Symbol für den Segen Gottes verwendet wird, bildet sich nachts, wenn die Luft mit Feuchtigkeit angereichert ist und die Temperatur unter den Taupunkt fällt. Die Taubildung geschieht dabei an jeder einzelnen Pflanze fast unmerklich, ohne spektakuläre Begleiterscheinungen, aber doch mit deutlich sichtbarem Ergebnis am nächsten Tag, wenn der frische Tau die Wiesen bedeckt. So wünschen wir uns, dass der Segen Gottes im Leben jedes einzelnen Teilnehmers sichtbar wird, weil die Atmosphäre mit Gottes Wort und seinem Geist „angereichert“ war. Wir hoffen, dass jeder erfrischt nach Hause gefahren ist und auch für andere in seiner Umgebung zur Erfrischung sein kann.

Nachtext

Altgriechisch bei McDonalds …
Wir befanden uns auf der Rückfahrt eines super Wochenendes in Schoppen, bei dem jeder Teilnehmer ein T-Shirt bekommen hatte. In großen weißen Lettern prangte „tetelestai“ auf unseren Rücken. Nach der geistlichen Nahrung am Wochenende hungerte es uns nun auch körperlich und so hielten wir angestrengt Ausschau nach einem leuchtend gelben „M“. Zur Freude aller Mitfahrer konnten wir bald „Burger in Sicht“ vermelden und die Autobahn für eine Essenspause verlassen. Natürlich trugen die meisten von uns noch ihr Taupunkt-TShirt, hatte uns doch Andreas ein kostenloses „Folge-mir-nach“-Wochenende in Aussicht gestellt. Derjenige, der als erstes meldete, auf sein T-Shirt angesprochen worden zu sein, sollte eben diesen Preis erhalten. Scherzend und mit möglichst breitem Kreuz unsere T-Shirts präsentierend betraten wir McDonalds, um unsere Bestellung aufzugeben. Während wir, Dennis und Samuel, zu zweit in der Schlange standen, sprach uns ein junger Mann vom Personal an. Er fragte uns, was der Aufdruck auf unseren T-Shirts bedeuten würde. Er sei Grieche, könne es aber nicht verstehen, da es wohl Altgriechisch sei. So hatten wir unerwar tet die Chance, ihm kurz zu erläutern, was es mit dem Satz „Es ist vollbracht“ auf sich hat. Auch erklärten wir, dass wir von einer Pfingstfreizeit für Jugendliche kämen und dort die T-Shirts bekommen hätten. Glücklicherweise hatte einer von uns ein missionarisches Büchlein dabei, welches wir dem interessier ten Mann überreichen konnten. So gingen für uns die segensreichen Pfingsttage mit einem sehr positiven Erlebnis zu Ende.
Dennis Hippler & Samuel Wölfinger

Quellenangaben