Zeitschrift-Artikel: Verlorenes Gold

Zeitschrift: 67 (zur Zeitschrift)
Titel: Verlorenes Gold
Typ: Artikel
Autor: Paul Humburg
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 697

Titel

Verlorenes Gold

Vortext

»Zu selbiger Zeit brach Hiskia von den Türflügeln des Tempels des Herrn und den Pfosten, die Hiskia, der König von Juda, überzogen hatte, das Gold ab und gab es dem König von Assyrien.«
2. Könige 18, 6

Text

Der Weg der Selbsthilfe in Unglauben und eigener Klugheit bringt Demütigungen und Verluste. Es war demütigend für Hiskia, daß er den Assyrer bitten und ihm Geld schikken mußte.
Diese Demütigung hat Hiskia sich selbst zugezogen.
Die Wege in eigener Kraft und Weisheit bringen immer Demütigungen mit sich. Wenn wir so recht unsere Weisheit zeigen wollen, kommt Torheit ans Licht. Wenn wir unserer Kraft trauen, wird unsere Ohnmacht offenbar: Demütigungen, die uns Gott gern ersparen wollte!
Abraham mußte sich schelten lassen von Pharao, als er versucht hatte, seine Frau statt durch Gottes Schutz mit einer halben Lüge vor dem König zu verbergen.
Siebenmal mußte sich Jakob später vor Esau beugen, weil er mit List und Tücke zuwege gegangen war, statt dem Herrn, seinem Gott, freie Hand zu lassen zwischen ihm und seinem Bruder.
Wie tief wurde Mose gedemütigt, als er nach dem Erschlagen des Ägypters erleben mußte, daß seine eigenen Landsleute, um derentwillen er alles verlassen hatte, ihn von sich stießen.
Die Wege eigener Kraft und Klugheit bringen Demütigungen und auch Verluste. Das Gold war verloren, um das war er ärmer. Auch heute noch ist das Ende solcher Wege Verlust.
Du hättest es wissen können, Hiskia. Im Glauben warst du den Fußspuren der Männer Gottes gefolgt, die vor dir die wunderbare Macht und Güte deines Gottes erfahren hatten. Warum bist du abgewichen? Es lag nicht am Herrn, es lag an deinem Unglauben. Da hast du deine Schätze verloren, die der Herr dir gerne erhalten hätte, und bist um eine wunderbare Erfahrung des Herrn ärmer geworden. Du hast dich selbst darum betrogen: »Verlorenes Gold!«
Und warum sind wir so arm an Ruhe und Frieden, ja auch an Gesundheit? Wir berauben uns selbst durch unseren Unglauben, weil wir nicht königlich genug von unserem Herrn denken, weil wir seine Treue und Gnade zu gering einschätzen.
Laßt uns, auch wenn die Feinde kommen, ihm ganz vertrauen, und es wagen, uns loszumachen von dem, was sonst in Notlagen unter den Leuten gang und gäbe ist. Wir wollen wandeln als Menschen Gottes, die mit der Treue ihres Königs rechnen, die aus Erfahrung etwas kennen von den Kräften der anderen, »zukünftigen« Welt, mit der sie immer wieder in heiliger Vorwegnahme eines Strahls ewiger Herrlichkeit in Berührung treten im Kämmerlein und aus jeder Verlegenheit ihren Weg gefunden haben ins Heiligtum.
Laßt uns ernstlich bedacht sein, daß wir uns nicht selbst betrügen um all den Genuß des Himmels, den wir schon auf Erden haben könnten und nach Gottes Liebesabsicht haben sollten.
Wir wollen sorgen, daß wir nicht zu klagen haben über »verlorenes Gold«!

Nachtext

Quellenangaben