Zeitschrift-Artikel: "Die okkulte Heilweise der Homöopathie und Biochemie".

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Titel: "Die okkulte Heilweise der Homöopathie und Biochemie".
Typ: Buchbesprechung
Autor: K. Däumer
Autor (Anmerkung):

online gelesen: 453

Titel

"Die okkulte Heilweise der Homöopathie und Biochemie".

Vortext

Text

In seinen Ausführungen geht es Markmann nicht um eine wissenschaftlich begründete Ableh­nung der homöopathischen Heilweise - und von vielen Christen würden die Argumente einer Wissenschaft, die im allgemeinen Gott leugnet, sowieso nicht unbedingt als stichhaltig und be­weiskräftig angesehen werden - sondern er berührt dieses Gebiet nur ganz kurz und dann, wenn es für das Verständnis des Lesers erforderlich ist.

Markmann geht es in erster Linie darum, logisch und für jeden verständlich, nachzuweisen, daß beide, die Homöopathie und Biochemie, eine okkulte Grundlage haben, bzw. ihre Begründer, Samuel Hahnemann und Wilhelm Schüßler, im Zusammenhang mit diesen Heilmethoden und der damit verbundenen angeblichen Wirkungs- und Heilkraft okkulte und spiritistische Auffas­sungen vertreten haben. 


Es gibt keinen Zweifel daran, daß Markmann in diesem Punkt Recht hat mit seiner Behauptung, geben doch sogar die Anhänger dieser Heilweise zu, daß eines von Schüßlers Hobbys der Spiritis­mus gewesen sei (Naturheilpraxis 7/79; S. 856).

Alle jene also, die bisher ahnungslos zu homöopathischen Mitteln 1) gegriffen haben und noch nicht über den Ursprung und das Wesen der Homöopathie bzw. Biochemie (die übrigens nicht das Geringste mit Biochemie, der Lehre von den chemichen Vorgängen im Organismus, zu tun hat), aufgeklärt sind, tun gut daran, dieses Heftchen zu lesen.


Beide Tatsachen:
1. dass diese Mittel, rein naturwisschenschaftlich gesehen, unmöglich wirken können, weil durch die astronomisch hohen Verdünnungen (fast) kein Molekül des Wirkstoffes mehr vorhanden ist (z.B. D 20 = 1 Liter des Mittels auf das Weltmeer verteilt;
D 31 = 1 Tropfen auf 1 Million Erdmassen; Hochpotenzler behandeln mit Verdünnungen bis zu D 1000 und noch höher und reden von Erfolgen !!!) -


und
2. dass die "Erfinder" dieser Mittel Okkultisten waren, sollten für jeden überzeugend genug sein, die Homöopthie und Biochemie abzulehnen.


Obwohl ich dieses aufklärende Heft also weiterempfehlen möchte, kann ich dennoch Markmann nicht in allen seinen Ausführungen zustimmen und füge deshalb noch einige kritische Anmer­kungen und Ergänzungen hinzu:

Seite 4: Markmann behauptet hier, daß die allopathische Behandlung (im Gegensatz zur homöopathischen) durch Gegenmittel erfolgt, die dem „Gesamtorganismus aber nicht oder nicht wesentlich schaden" . - 
diese pauschale Behauptung ist schlechtweg falsch.

Es gibt in Wirklichkeit leider nur wenige allopathische Medikamente, die dem Orga­nismus gar nicht oder nur wenig schaden. Wenn auch die Homöopathie abzulehnen ist, heißt das noch lange nicht, daß man auf der anderen Seite die Allopathie als Alter­native bedenkenlos akzeptieren könnte.

Seite 2: „Wir haben es hier mit einer okkulten Heilweise (gemeint sind Homöopathie und Bio­chemie) zu tun, von der Christen sich fernhalten müssen, weil sie sonst in Verbindung mit der Finsterwelt Satans kommen."

Seite 11: „Beide Heilweisen, Mesmerismus und Homöopathie, sind aus diesem Grunde gefähr­lich und bringen Menschen in Verbindung mit finsteren verborgenen Mächten."-
Wenn hiermit gemeint ist, daß man durch das bloße Einnehmen von homöopathischen Medikamenten in den okkulten Machtbereich Satans gerate, dann geht das ent­schieden zu weit. Natürlich ist es richtig, daß die Homöopathie okkulte Wurzeln hat, aber okkulte Macht ist niemals an eine Sache selbst gebunden, sondern tritt immer in Verbindung mit Menschen auf, die sich diesem Bereich geöffnet haben. Das ist unbe­dingt beim Mesmerismus, der magnetischen Heilkraft eines Menschen, der Fall, wo ich mich willentlich einer okkulten Person ausliefern muß, damit ein Heilungserfolg er­zielt wird, und das ist ebenso der Fall, wenn ich einen okkulten Heilpraktiker oder Arzt konsultiere, der mich mit homöopathischen Mitteln behandelt.

Zweifellos kann ich dadurch in Verbindung mit bösen, okkulten Mächten kommen und belastet werden, aber diese okkulte Belastung erfolgte nicht durch das homöopa­thische Mittel an sich, sondern durch den Behandler, dem ich vertraue. Es ist also rich­tig, daß die Homöopathie spiritistisch-okkulte Hintergründe hat, und daß sie von Spiritisten und Okkultisten nicht selten erfolgreich eingesetzt wird. Es ist aber falsch, zu sagen, daß die Homöopathie, losgelöst von Okkultbehandlern, okkulte Kräfte be­herberge, die einen Menschen in satanische Abhängigkeit bringen könnte.

Seite 6: „Bei der Herstellung der homöopathischen Dosen fließt nach Hahnemann eine Kraft aus der Person des Herstellers auf geheimnisvolle Weise in die homöopathische Medi­zin ein" - Hierzu möchte ich folgende Ergänzung machen:

Wenn auch Hahnemann dieses geglaubt hat, so ist es sicher nicht wahr, daß er - selbst unter Berücksichtigung seiner okkulten Fähigkeiten - in der Lage war, seine oder irgend eine Kraft in tote Materie hineinzugeben und dort zu konservieren. Sogar viele seiner Anhänger haben diese Theorie heute fallen gelassen.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf eine andere interessante Tatsache hinweisen:

Der Verbrauch bzw. Umsatz an Homöopathika ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und es gibt sehr viele pharmazeutische Firmen, die sich fast ausschließlich auf die Produktion dieser Mittel konzentriert haben. Aus wirtschaftlichen, rationellen und hygienischen Gründen werden diese Heilmittel nur noch maschinell und im vollautomatisierten Verfahren hergestellt, (d.h. es sind heute praktisch keine homöopathischen Mittel mehr im Handel, die von Hand hergestellt worden sind) wobei sogar noch das nach Hahnemann für die Kraftentwicklung des Mittels so wichtige Schütteln bei der Verdünnung ganz fortfällt. Hier kommt der Verdacht auf, daß zu­mindest einige (und ich bin überzeugt, nicht wenige der Heilpraktiker und Ärzte) längst erkannt haben, ohne es natürlich einzugestehen, daß man mit homöopathischen Mitteln zwar nicht hei­len, aber ganz gut verdienen kann.

Es werden also Geschäfte auf Kosten der leichtgläubigen, hilfesuchenden Patienten gemacht, und das alles sieht sehr nach Betrug im großen Stil aus.

Fazit: 1. Homöopathie und Biochemie sind okkulten und spiritistischen Ursprungs (Hahnemann und Schüßler waren Spiritisten)

2.   Homöopathische Mittel sind an sich ungefährlich und wertneutral, d.h. weder gut noch böse, aber eben völlig wirkungslos, wenn es sich um eine direkte pharmakolo­gische, d.h. stoffliche Wirkung handeln soll.

3.      Tritt dennoch ein Heilerfolg nach der Einnahme dieser Mittel auf, dann ist dieser nur scheinbar oder indirekt - unterstellen wir einmal keine bewußte Täuschung - folgende Gründe:

a)   Heilung, die auch ohne das Mittel eingetreten wäre

                  = scheinbare Wirkung des Mittels

b)   Heilung durch den festen Glauben an das Mittel

                 = indirekte Wirkung des Mittels durch Selbstsuggestion

c)   Heilung durch die Überzeugungskraft des Behandlers

                 = indirekte Wirkung des Mittels durch Suggestion von außen

d)   Heilung durch okkulte Kräfte des Behandlers

                 = indirekte Wirkung des-Mittels durch die Kraft Satans

okkulte Belastung und Zerstörung des geistlichen Lebens.

Zum Schluß möchte ich noch einmal betonen, daß die Gefahr, allein durch das Einnehmen homöopathischer Medikamente in den Machtbereich satanisch-okkulter Kräfte zu geraten, nicht vorhanden ist.

Schlimm ist allerdings die Gläubigkeit, die gerade oft Christen an diese unnützen Mittel haben und die dem HErrn, als wirklichen Arzt verloren geht, so daß Ihm gewissermaßen die Hände ge­bunden sind, wenn Er uns helfen oder heilen möchte.

Diese fehlende Gläubigkeit an einen allmächtigen Gott und die daraus zwangsläufig resultierende gefährliche Gläubigkeit an andere Dinge und Hilfsmittel ist aber nicht nur im Zusammenhang mit homöopathischen Heilmitteln zu entdecken, sondern auch in fast jedem anderen Lebensbe­reich der Gläubigen und damit ebenso böse. K.H. Däumer

Anmerkungen:

1)'Wenn hier von homöopathischen Mitteln die Rede ist, dann sind die Verdünnungen von sol­chen Stoffen gemeint, die schon in der Urtinktur (= unverdünnt) fast keine oder überhaupt keine Wirkung zeigen, die sie angeblich erst nach mehr oder weniger hoher Potenzierung aufwei­sen sollen. Es geht hier nicht um Stoffe, die in unverdünntem Zustand eine starke Wirkung zeigen (z.B. Gifte, Vitamine usw.) und natürlich auch in entsprechenden Verdünnungen noch positiv oder negativ auf den menschlichen Organismus einwirken können.

Z.B. wirkt Azetylcholin noch in einer Verdünnung von D 9, Adrenulin noch in einer D 7-, Strychnin noch in einer D 5- und Kokain noch in einer D 4-Verdünnung (nach Starkenstein). Biologische Reaktionen sind auch noch mit sehr niedrigen Dosen bestimmter Vitamine und Hormone bei längerer Verabreichung möglich. So kann Vitamin D in einer Verdünnung von D 8 bei Ratten die Rachitis verhindern (nach Donner).

 

Dieses wird oft von Homöopathen als Argument angeführt dafür, daß doch etwas an dieser Me­thode dran sei. Wenn das jedoch wahr wäre, müßte das als Rattengift verwendete Strychnin z.B. in einer D 9-Verdünnung (1: 1000 000 000) um vieles wirksamer sein als unverdünntes Strych­nin, und das ist natürlich Unsinn. Auch verlieren nachweislich die stärksten Gifte ihre Wirksam­keit ab einer Verdünnung von D 10.

Nachtext

Quellenangaben

Lorenz Keip Verlag
20 S., DM 2.