Zeitschrift-Artikel: Nordrhein-Westfälischer Schülerbrief zur Sexualerziehung

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Titel: Nordrhein-Westfälischer Schülerbrief zur Sexualerziehung
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Nordrhein-Westfälischer Schülerbrief zur Sexualerziehung

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In Verbindung mit dem vorherigen Thema möchten wir einen Schülerbrief veröffentlichen, welcher an vielen Schulen verbreitet worden ist.

Nordrhein-Westfälischer Schülerbrief zur Sexualerziehung

An die Damen und Herren Abgeordneten des Landtages in Düsseldorf
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete!

In diesem Brief teilen wir Ihnen mit, daß wir nicht an der Sexualerziehung in der Schule teilnehmen werden. Wir sind junge Christen. Wir haben Jesus Christus persönlich als unseren Heiland und Herrn angenommen(Joh. 1,12). So haben wir das Recht, Gottes Kinder zu sein. Wir danken Gott für die Scham, die er uns geschenkt hat.

Für uns ist die Sexualerziehung eine Verletzung unserer Scham. Denn wir sprechen über unsere Geschlechtlichkeit nicht in der "Öffent­lichkeit" und hören uns auch keine Gespräche darüber an. Wir wenden uns mit unseren Fragen an Menschen unseres Vertrauens. Wir lassen uns diese aber nicht vom Staat verordnen. Unsere Gedanken lassen wir uns nicht mit Bildern, Ausdrücken und Gesprächen füllen, die uns von unserem Herrn Jesus Christus trennen. Wir können es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren, unser junges Leben damit zu belasten. Wir möchten sauber durch dieses Leben gehen. Unser Leib soll, wie alles andere auch, ganz dem Herrn Jesus Christus gehören. Seit unserer Bekehrung sind wir ein Tempel des in uns wohnenden Heiligen Geistes(1. Kor. 6,19).
Die Verfassungsrichter haben in ihrer Entscheidung von 1977 gefordert, daß bei der Durchführung der Sexualerziehung das natürliche
Schamgefühl und die religiöse Überzeugung geachtet werden müßten. Das geht aber gar nicht. Unser Schamgefühl und unsere religiöse
Überzeugung ist ja gerade durch die Erziehung unserer Geschlechtlichkeit in der Klasse und mit den unbiblischen Zielsetzungen auf's
schwerste verletzt. Wahre Achtung unserer Scham und unserer religiösen Überzeugung ist nur möglich, wenn die Teilnahme an der Sexual­erziehung freiwillig ist. Aber die Befreiungsmöglichkeit aus Glaubens- und Gewissensgründen haben die Richter nicht gewährt. Wissen die Verfassungsrichter überhaupt noch, was uns Scham bedeutet und was Gott von uns will?

Dann hätten sie anders geurteilt.
Unsere Geschlechtlichkeit wollen wir nach Gottes Ordnung leben. Wir wollen nichts von dem, was Gott für die Ehe bestimmt hat, vor­wegnehmen und es so zur Sünde machen. Damit würden wir uns in den Machtbereich der Finsternis zurückbegeben, aus dem uns Jesus Christus errettet hat (Kol. 1,13). Wir wollen und können uns aber auch nicht in Versuchung führen lassen. Das aber geschieht durch die Sexualerziehung. Deswegen nehmen wir an der Sexualerziehung nicht teil.
Wir freuen uns, wenn unsere Lehrer uns Mathematik, Deutsch und andere Fächer lehren. Aber unsere Geschlechtlichkeit geht sie nichts an. Wir lassen uns hier nicht durch die Lehrer und durch die Klasse erziehen. Für uns gibt es auf dem Gebiet der Geschlechtlichkeit wie auf jedem anderen Gebiet eine ganz eindeutige und klare Lösung: Wir können unseren Weg nur dann unsträflich mit Jesus Christus gehen, wenn wir uns ganz an das Wort Gottes halten (Ps. 119,9).
Deswegen stehen wir auf und gehen raus aus der Klasse, wenn im geschlechtlichen Bereich Wissen vermittelt werden soll bzw. die Sexual­erziehung gemäß der Richtlinien beginnt.
Eines erbitten wir von Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Respektieren Sie unsere Entscheidung. Nötigen Sie uns nicht. Lassen Sie keine Gewalt, keine Disziplinargewalt gegen uns anwenden. Wir kämpfen für unsere Glaubens- und Gewissensfreiheit. Jede Disziplinlosigkeit lehnen wir ab.
Wir danken allen Abgeordneten, die sich jetzt für die Glaubens- und Gewissensfreiheit in der Sexualerziehung, für die volle Freiwilligkeit einsetzen.
Wir schließen mit einem Lied, das wir nicht nur singen, sondern auch leben wollen:

 

„Wir jungen Christen tragen ins dunkle deutsche Land ein Licht in schweren Tagen als Fackel in der Hand.

Das Kreuz ist unser Zeichen, den Sieg gibt er allein.

Hier gilt kein schwaches Weichen; Herr, schließe fest die Reihn.

Herr, stärke uns den Glauben, sei unsrer Reinheit Schild, will sie der Teufel rauben, bewahre uns dein Bild.

Wir wollen Königsboten sein, des Herren Jesu Christ,

der frohen Botschaft heller Schein uns Weg und Auftrag ist."

 

Wir sind junge Christen aus den Landeskirchen von Nordrhein-Westfalen, aus einer Freikirche und aus einer Gemeinde der Evangeliums­christen-Baptisten.
Hochachtungsvoll (Es folgen zweiundsechzig Unterschriften)
Dieser Schülerbrief kann zur Verteilung kostenlos bestellt werden bei: Immanuel Lück , Ringstr. 35, 4923 Extertal 1

Nachtext

Quellenangaben