Zeitschrift-Artikel: Erlebnisse.Zeugnisse

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Titel: Erlebnisse.Zeugnisse
Typ: Artikel
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Erlebnisse.Zeugnisse

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Lieber Vater!   21.12.1979

Bei hellem Kerzenschein auf dem Schreibtisch versuche ich mir einige Gedanken zu machen, was ich Dir schreiben soll. Vielleicht kommt der Brief für Dich ziemlich überraschend, jedoch wollte ich nicht versäumen, Dir ein paar Zeilen zu schreiben. Meine Gedanken sind beim Kampf in der Schule um gute Noten, bei all dem Alltagsrummel und bei meinem Leben als Christ. Ich ziehe Bilanz über mich selbst, und was ich in diesem Jahr alles an Lei­stungen in Sport und Schule gebracht habe.

Vor allen Dingen denke ich wieder intensiv über mein früheres Leben als Nichtchrist und jetzt als Christ nach. Bei dem Herrn Jesus fand ich den Sinn des Lebens, den ich früher verzweifelt gesucht habe, eine innere Ruhe und Gelassenheit, die aus dem neuen Fundament (Jesus Christus) resultiert, eine tiefge­hende innere Freude und viele Erfahrungen mit dem Herrn Jesus.

Vielleicht lächelst Du über diese Zeilen. Es ist mir egal. Ich weiß nur eines: Hätte ich noch einmal zu leben auf dieser Erde, so würde ich mein Leben Jesus Christus neu verschreiben, denn Er macht das Beste daraus.

In meinem ersten Brief habe ich Dir ja einiges geschrieben, jedoch möchte ich jetzt noch etwas hinzu­fügen: Meine damaligen Diebstähle habe ich in Ordnung gebracht, das heißt ich bin zu den einzelnen Geschäftsleuten hingegangen und habe die gestohlenen Diebesgüter in Form von Geld zurückbezahlt. Kein Mensch hat mich dazu angewiesen; der lebendige Gott hat mich zu dieser Entscheidung geführt. Ich wollte nicht mit einer unbereinigten Sache sterben, und Gott sprach mich deutlich auf die Sache in meinem Leben durch Sein Wort (Bibel) immer wieder neu an.

Eine weitere Auswirkung durch die Einwirkung des Herrn in meinem Leben ist, daß ich christliches Schriftgut von meinem Taschengeld kaufe und es meinen Mitschülern schenke. Ich gehe durch die Knei­pen, Lokale, Hotels und verteile dort christliche Traktate. Eines bin ich jedem Mitmenschen schuldig, daß ich ihnen die frohe,errettendeBotschaft von Jesus sage. Deshalb schreibe ich Dir auch diese Zeilen.

Anbei habe ich einige kleine Weihnachtsgeschenke für Dich und Deine Frau. Bitte schmeiße sie nicht weg. Hinzufügen möchte ich noch zu dem Buch "Geboren um zu sterben" folgendes: Jeder Mensch hat nur ein Leben, und keiner weiß wie lange er lebt. Betrachtet man das Leben von außerhalb so würde man sagen: "Wie wenig, wie kurz sind die Tage, die wir hier auf dieser Erde sind — dann kommt der Schritt in das andere, die wirkliche Welt, wo das Unsichtbare wichtig wird." "Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es, der eine kleine Zeit währt, danach aber verschwindet er" (Jak. 4,14). Weil ich mein Leben nicht verfehlen wollte, habe ich mich für Jesus Christus entschieden.

Ich wünsche euch beiden ein fröhliches Weihnachtsfest und eine Zeit zum Nachdenken über Euer Leben. Sicher spielst Du noch weiter Musik. Warum, wenn Du schon morgen stirbst? Wozu hast Du dann gelebt?

 

Würde mich freuen auf einen Brief von Dir. Dein C.

Nachtext

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